Welches Ausmaß hat die Corona-Krise finanziell für den 1.FC Köln?

    Alle Fußballvereine leiden in der Corona-Krise. Die Politik verweigert bislang Hilfen, obwohl die Krise ja gerade durch die Regierung herbeigeführt wurde. Fast alle Vereine stehen mit dem Rücken zur Wand. Besonders hart getroffen hat es dabei den 1. FC Köln, der hohe Verluste beklagt und dessen Spielbetrieb nicht gesichert ist.

    Das Problem sind die Zuschauer. Während die Bundesliga-Vereine nicht nur an den Spielen und verkauften Karten partizipieren, sondern auch hohe Einnahmen aus der Vermarktung und dem Merchandising erzielen, sind andere Fußballvereine von einem gefüllten Stadion abhängig. 70 – 80 Prozent der Einnahmen werden aus dem Kartenverkauf erzielt. Fußball ist letztlich nichts anderes als ein Konzert oder eine Theateraufführung. Bleiben die Zuschauer aus, gibt es auch keinen Einnahmen.

    20 Millionen Verluste

    Der 1. FC Köln profitiert zwar von einer Teilöffnung, einige Politiker sehen aber bereits eine 2. und 3. Welle und spielen bereits mit dem Gedanken, erneut einen Lockdown zu beschließen. Für die meisten Vereine wäre das der Todesstoß. Der FC Köln sieht aufgrund der wenigen Zuschauer, die erlaubt sind, einen Verlust von 20 Millionen Euro in dieser Saison. Höhere Zahlen könnten dann entstehen, wenn die Maßnahmen erneut strenger werden. Schon in der letzten Saison führten die Geisterspiele zu einem Verlust von 11 – 12 Millionen Euro.

    Aktuell dürfen nur 20 Prozent der Stadionkapazitäten genutzt werden, was natürlich ein absoluter Witz ist. Das sind ungefähr 8000 – 9.000 Zuschauer Diese Zahlen sind aber keinesfalls ausreichend. Das Stadion in Köln fasst etwa 46.000 Besucher, um Kostendeckend zu arbeiten müssten mindestens 40 Prozent der Plätze verkauft werden.

    Kölner Gesundheitsamt völlig überfordert

    Das Gesundheitsamt in Köln würde gerne mehr Plätze genehmigen. Immerhin hatte der 1. FC Köln ein plausibles Konzept für etwa 23.000 Zuschauer vorgelegt. Das wurde aber abgelehnt. Der Druck aus der Politik war zu stark, so dass selbst tragfähige Konzepte nicht mehr geprüft werden.

    Wie soll es mit dem Fußball weitergehen?

    Der 1. FC Köln steht stellvertretend für alle anderen Fußballvereine. Auch die Bundesliga ist natürlich stark betroffen, kann sich aber durch die vielfältigen Einnahmen noch über Wasser halten. Dennoch lässt sich auch hier sagen: Die Bundesliga ähnelt den Casinospielen. Wie lange kann der 1. FC Köln überleben, wann kommt die Pleite? Die großen Opernhäuser weltweit haben bereits angekündigt, dass es keine Saison 2020/21 (endet meistes Mai/Juni 21) geben wird. Eine dramatische Erklärung, die auch auf den Fußball übertragbar ist.

    Die Politik hat bisher keine Stellung dazu abgegeben, wie lange sie diese erdrückenden Maßnahmen weiter aufrecht halten will. Es scheint so, als ob sie bewusst den Fragen aus de Weg geht. Immerhin hat sie die Bevölkerung solange in Panik versetzt, dass wenig Druck zu befürchten ist.

    Das Problem ist aber nicht im Fokus die Vereine, sondern eben jene Spiele, die hauptberuflich für den Verein tätig sind und ebenfalls nun um ihr Einkommen bangen müssen. Die kleineren Klubs stehen bereits vor der Insolvenz. Eine genaue Zahl, wieviel Vereine bereits in die Insolvenz gerutscht sind, gibt es derzeit leider nicht. Es wird aber damit gerechnet, dass die große Zahl der Pleiten nun im Winter droht. Ob im Gaststättengewerbe oder eben im Fußball.

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