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44,2 Millionen Euro Umsatz: Hansa macht großen Schritt aus den Schulden

Sportlich blieb der große Wurf aus, wirtschaftlich hat der F.C. Hansa Rostock in der Saison 2025/26 dagegen einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht. Der Drittligist schloss das Geschäftsjahr mit einem Millionen-Gewinn ab und konnte seine Verbindlichkeiten anschließend erheblich reduzieren. Vor allem der Transfer von Ryan Naderi spielt dabei eine wichtige Rolle.

Umsatz deutlich über der eigenen Planung

Die Zahlen, die Hansas Führung auf der Mitgliederversammlung präsentierte, fallen für einen Drittligisten bemerkenswert aus. In der Saison 2025/26 erzielten die Rostocker einen Umsatz von 44,2 Millionen Euro. Eingeplant waren lediglich 36,1 Millionen Euro. Auch beim Ergebnis wurde die ursprüngliche Kalkulation deutlich übertroffen. Statt der vorgesehenen 767.000 Euro steht unter dem Strich ein Gewinn von rund 2,7 Millionen Euro.

Damit entwickelte sich das Geschäftsjahr wirtschaftlich erheblich besser als erwartet. Nach Angaben von Finanzvorstand Roman Velke lagen die Erlöse in den verschiedenen Geschäftsbereichen über den Planungen. Hinzu kamen die Einnahmen aus dem Verkauf von Ryan Naderi an die Glasgow Rangers. Der sportliche Rückschlag bleibt davon getrennt zu betrachten. Hansa beendete die Spielzeit 2025/26 auf Rang fünf und verpasste damit das angestrebte Ziel, in die 2. Bundesliga zurückzukehren.

Naderi-Transfer hilft beim Schuldenabbau

Besonders sichtbar wird die wirtschaftliche Entwicklung bei den Verbindlichkeiten gegenüber der Obotritia Capital KGaA von Investor Rolf Elgeti. Zum 30. Juni 2026 bestanden dort noch Forderungen von rund 12,5 Millionen Euro. Bereits im Juli zahlte Hansa insgesamt acht Millionen Euro zurück. Gleichzeitig verzichtete Obotritia auf weitere rund 1,5 Millionen Euro. Damit schrumpften die offenen Verbindlichkeiten innerhalb kurzer Zeit auf knapp drei Millionen Euro. Der Verein selbst hatte diesen Schritt bereits im August öffentlich gemacht.

Für die Finanzierung der Rückzahlung nutzte Hansa auch noch ausstehende Gelder aus dem Naderi-Transfer. Die Forderungen gegenüber den Glasgow Rangers wurden nach Angaben der Vereinsführung regresslos an eine Bank verkauft. Dadurch standen die entsprechenden Mittel früher zur Verfügung und konnten für die Tilgung eingesetzt werden. Auf der Mitgliederversammlung bezifferte Hansa die verbliebenen Schulden bei Elgeti auf 2,9 Millionen Euro. Hinzu kommen rund 730.000 Euro aus dem Bau der Flutlichtmasten. Dem stehen nach Vereinsangaben inzwischen 5,3 Millionen Euro Eigenkapital gegenüber.

Rechtsstreit könnte zusätzlichen Ertrag bringen

Noch nicht abgeschlossen ist dagegen der Konflikt mit dem früheren Hauptsponsor 28BLACK beziehungsweise der Splendid Drinks AG. Das Unternehmen hatte die Zusammenarbeit 2024 vor Ablauf der vereinbarten Mindestvertragsdauer gekündigt. Hansa hält diese Kündigung für unwirksam und fordert einen Betrag im oberen sechsstelligen Bereich. Der Verein hatte bereits im April 2025 Klage beim Landgericht Rostock eingereicht. Nachdem ein Gütetermin im Frühjahr 2026 ohne Einigung blieb, soll im Januar 2027 der erste Verhandlungstag stattfinden. Ein möglicher Zahlungseingang ist in der bisherigen Ergebnisplanung nicht berücksichtigt und könnte somit für zusätzliche Einnahmen sorgen.

Daneben rückt auch das Ostseestadion wieder stärker als Veranstaltungsort in den Fokus. Während der Baumaßnahmen waren dort keine Konzerte möglich. Künftig will Hansa dieses Geschäft erneut ausbauen. Konkrete Verträge gibt es bislang nicht, die Planungen reichen nach Vereinsangaben jedoch bereits bis ins Jahr 2028. Für Hansa verändert die wirtschaftliche Entwicklung die Ausgangslage deutlich. Vollständig verschwunden sind die Verbindlichkeiten noch nicht, doch der größte Teil der über Jahre bestehenden Belastungen ist inzwischen abgebaut. Damit wächst der finanzielle Handlungsspielraum – sowohl für weitere Investitionen als auch für das weiterhin zentrale sportliche Ziel, die Rückkehr in die 2. Bundesliga.

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