Mit sieben Zählern aus der englischen Woche geht Rot-Weiss Essen in die Spielpause. Nach dem 1:1 gegen Hansa Rostock richtet Uwe Koschinat den Blick bereits auf die nächsten Entwicklungsschritte. Der Trainer sieht seine Mannschaft auf Kurs und bei mehreren Spielern noch ungenutztes Potenzial.
Koschinat hält am ersten Etappenziel fest
14 Punkte nach sieben Ligaspielen: Mit dieser Zwischenbilanz ist Essen dem selbst gesteckten ersten Etappenziel nähergekommen. 20 Zähler sollen nach zwölf Partien auf dem Konto stehen. Koschinat sieht seine Mannschaft dabei auf einem guten Weg, auch wenn gegen Rostock erst ein später Treffer die Niederlage verhinderte. „Sieben Punkte aus diesen drei Spielen sind wirklich eine tolle Ausbeute“, so der RWE-Trainer auf der Pressekonferenz. Für einen weiteren Sieg habe diesmal allerdings in mehreren Bereichen etwas gefehlt. Koschinat nannte die Genauigkeit im Spiel, die Zweikampfführung und die Konsequenz in den entscheidenden Situationen. Über die gesamte englische Woche betrachtet fiel sein Urteil dennoch positiv aus.
Warum Telalovic für RWE so wertvoll ist
Dass Essen zumindest einen Punkt behielt, hatte die Mannschaft erneut Telalovic zu verdanken. Der Angreifer traf in der 89. Minute mit einem platzierten Schlenzer zum Ausgleich. Dabei war sein Auftritt aus Sicht des Trainers keineswegs frei von Schwächen gewesen. Koschinat hatte einige unglückliche Entscheidungen auf dem Weg zum Strafraum und technische Ungenauigkeiten gesehen. Er ließ den Offensivspieler trotzdem auf dem Platz und wurde dafür belohnt. „Er ist immer torgefährlich“, erklärte Koschinat.
Den derzeitigen Erfolg des Angreifers führt der Trainer auch auf dessen Einbindung zurück. Essen bereitet viele Angriffe über die Außenbahnen vor und sucht häufig den Strafraum. Telalovic kann aus seiner zurückgezogenen Position hinzustoßen und entzieht sich damit immer wieder dem unmittelbaren Blick seiner Gegenspieler.
Nach Koschinats Einschätzung begleiten ihn dabei häufig Mittelfeldspieler in den Strafraum. In diesen Duellen helfe ihm seine Erfahrung als Mittelstürmer. Hinzu kämen seine Laufleistung und „eine hervorragende Arbeitseinstellung“, wie der Coach hervorhob.
Golz verhindert das 0:2 – Thiel lobt Rostocks Mut
Bevor Telalovic den Ausgleich erzielte, hatte Jakob Golz die Gastgeber überhaupt erst im Spiel gehalten. Der Torwart vereitelte in der 88. Minute eine große Gelegenheit von Voglsammer. Ein zweiter Rostocker Treffer hätte aus Koschinats Sicht die Entscheidung bedeutet. Hansa war nach einem missglückten Kopfball von Hofmann durch Krauß in Führung gegangen (54.). Essen hatte zuvor über längere Phasen Druck aufgebaut, daraus aber zu wenige klare Abschlüsse entwickelt. Nach dem Rückstand fehlte Koschinat zusätzlich die Genauigkeit bei den Angriffen. Dass seine Mannschaft dennoch genügend Möglichkeiten zum Ausgleich herausspielte, wertete er als Zeichen ihrer Entwicklung.
Für Hansas Interimstrainer Yannic Thiel überwog zunächst die Enttäuschung über den späten Gegentreffer. Zugleich zeigte er sich „mega stolz auf die Truppe“. Nach einer aus seiner Sicht zu passiven ersten Halbzeit habe Rostock die Vorgaben umgesetzt, höher verteidigt und mit dem Ball mehr gewagt. Besonders wichtig war ihm, dass seine Mannschaft auch nach der Führung weiter versuchte, Fußball zu spielen, statt ausschließlich zu klären.
Drei Wochen, um weitere Spieler voranzubringen
Bei RWE soll die anstehende Pause nun genutzt werden, um mehr Spieler an ihr bestes Leistungsniveau heranzuführen. Koschinat sieht im Kader mehrere Akteure, die ihre Möglichkeiten bislang noch nicht vollständig ausschöpfen. Die Aufgabe sei, diese Spieler „auf 100% Wettbewerbsfähigkeit zu bringen“. Zuversichtlich stimmen ihn neben dem Punkteschnitt auch die stabilere Defensive und das Auftreten der Mannschaft. Er beschrieb sein Team als intensiv und darauf bedacht, selbst aktiv zu bleiben. Innerhalb der nicht besonders großen Gruppe hätten sich zudem bereits klare Hierarchien entwickelt.
Der späte Punktgewinn gegen Rostock ersetzt für Koschinat damit nicht die Arbeit an den Schwächen. Er liefert aber eine ordentliche Ausgangslage für die nächsten Wochen. Der Trainer setzt darauf, mit weiteren Spielern in besserer Verfassung „mindestens dieses Niveau halten“ zu können.



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