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Polizeikosten bei Risikospielen: 1. FC Saarbrücken fürchtet finanziellen Einschnitt

Auf den 1. FC Saarbrücken könnten bei sogenannten Hochrisikospielen künftig erhebliche Zusatzkosten zukommen. Der Drittligist warnt davor, dass eine Beteiligung an zusätzlichen Polizeieinsätzen finanzielle Mittel binden würde, die an anderer Stelle im Verein fehlen. Nach eigener Einschätzung könnten sich die Belastungen im sechsstelligen Bereich bewegen. 

FCS fürchtet Einschnitte in mehreren Bereichen

Für den 1. FC Saarbrücken geht es bei der Debatte nicht nur um eine weitere Kostenposition im Etat. Der Verein befürchtet vielmehr Auswirkungen auf seine gesamte finanzielle Planung. Geld, das für zusätzliche Polizeikosten aufgebracht werden müsste, stünde nach Darstellung des FCS unter anderem nicht mehr für Profimannschaft, Nachwuchs, Infrastruktur, Personal, Prävention oder eigene Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung. Eine Umlage auf die Zuschauer lehnt der Klub als Lösungsweg ab. Fußball müsse nach Auffassung des Vereins auch für Menschen mit kleineren Einkommen bezahlbar bleiben. Werden die zusätzlichen Ausgaben nicht über Eintrittspreise oder andere Einnahmen kompensiert, müssten sie folglich innerhalb des bestehenden Budgets aufgefangen werden.

Gerade für einen Drittligisten kann das eine andere Größenordnung besitzen als für wirtschaftlich deutlich stärkere Klubs. Der FCS sieht deshalb nicht nur seine finanziellen Spielräume, sondern auch seine weitere sportliche und strukturelle Entwicklung berührt.

Saarland schafft Grundlage für mögliche Gebühren

Hintergrund ist die geplante Neuregelung des saarländischen Polizeirechts. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass bei kommerziellen Veranstaltungen mit mehr als 5.000 Teilnehmern Gebühren für zusätzliche Polizeikräfte erhoben werden können, wenn wegen erwarteter Gewalthandlungen ein erhöhter Einsatz erforderlich ist. Es handelt sich dabei um eine Kann-Regelung. Mitte September wurde der Entwurf in erster Lesung im Landtag behandelt und anschließend zur weiteren Beratung in den Innenausschuss überwiesen. Für die 3. Liga kommt ein weiterer Punkt hinzu: Der Deutsche Fußball-Bund hat am 11. September einen Grundsatzbeschluss gefasst. Sollte der DFB selbst einen entsprechenden Gebührenbescheid erhalten, will er die entstehenden Kosten mindestens anteilig an den jeweiligen Heimverein weitergeben.

Damit könnte eine saarländische Regelung unmittelbar wirtschaftliche Folgen für den FCS entwickeln. Nach Einschätzung des Vereins wäre Saarbrücken derzeit der einzige Klub im Bundesland, der davon betroffen wäre. Daraus leitet der Verein auch einen möglichen Wettbewerbsnachteil gegenüber Vereinen in Bundesländern ab, in denen vergleichbare Gebühren nicht erhoben werden.

Verein setzt auf Prävention statt Kostenverlagerung

Kritisch bewertet der FCS zudem, dass der Verein weder über die Einstufung einer Begegnung als Risikospiel noch über die Stärke des dafür vorgesehenen Polizeiaufgebots entscheidet. Eine Gebührenregelung ändere aus Sicht des Klubs zunächst nichts an der eigentlichen Sicherheitslage, sondern verteile die Kosten eines bereits für notwendig befundenen Einsatzes neu.

Saarbrücken wirbt deshalb für einen anderen Ansatz. Prävention, Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen Verein, Polizei, Innenministerium, Kommunen und weiteren Beteiligten sollen aus Sicht des FCS stärker in den Mittelpunkt rücken. Dabei verweist der Klub auch auf die bestehenden Stadionallianzen im Saarland.

Gutachten soll Bedeutung des FCS beziffern

Parallel zur politischen Diskussion lässt der Verein seine wirtschaftliche Bedeutung für Saarbrücken und das Saarland untersuchen. Ein Gutachten zu den regionalökonomischen Auswirkungen wurde bereits in Auftrag gegeben, die Ergebnisse sollen voraussichtlich Ende Oktober vorgestellt werden.

Damit dürfte die Diskussion für den FCS noch nicht beendet sein. Entscheidend wird zunächst sein, in welcher Form die geplante Regelung das weitere parlamentarische Verfahren durchläuft und wann sie tatsächlich angewendet werden könnte. Der Verein hat angekündigt, den Austausch mit Landesregierung, Polizei und Kommunen fortsetzen zu wollen, zugleich aber deutlich gemacht, dass er zusätzliche Gebühren für Polizeieinsätze ablehnt.

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