Für Jakob Korte wird der Weg zu Einsatzzeiten beim SC Preußen Münster immer schwieriger. Der 23-Jährige wartet in der laufenden Drittliga-Saison weiterhin auf seine erste Minute und trifft gerade im zentralen Mittelfeld auf enorme Konkurrenz. Spätestens im Winter könnte deshalb die Frage aufkommen, wie es für das Eigengewächs weitergeht.
Im Zentrum drängen sich die Alternativen
Korte war nach seiner Leihe zum FC Gütersloh mit dem Ziel nach Münster zurückgekehrt, sich bei seinem Heimatverein dauerhaft im Profikader zu etablieren. In der Regionalliga hatte sich der Mittelfeldspieler zuvor einen Stammplatz erarbeitet. Der erhoffte nächste Schritt bei den Preußen ist ihm bislang allerdings nicht gelungen. Dreimal gehörte Korte zum Drittliga-Aufgebot, zu einem Einsatz kam es dabei nicht. Bei vier weiteren Partien blieb ihm nur die Tribüne. Spielpraxis erhielt der gebürtige Münsteraner bislang vor allem bei der U23 in der Oberliga sowie im Westfalenpokal.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Besetzung im zentralen Mittelfeld. Trainer Thomas Wörle kann dort auf zahlreiche Alternativen zurückgreifen. Wesley Adeh, Rico Preißinger, Samuel Althaus, Philipp Maier und Ryan Johansson zählen zu den Konkurrenten. Auch Marvin Schulz senior kommt nach seiner vollständigen Genesung wieder für diese Position infrage.
Testspiel zeigt Kortes schwierige Lage
Wie weit Korte derzeit von seiner bevorzugten Rolle entfernt ist, wurde auch bei einem internen Test am Freitag deutlich. Beim 3:0 von Team A gegen Team B kam der 23-Jährige nicht im defensiven oder zentralen Mittelfeld zum Einsatz, sondern half in der Innenverteidigung aus. Seine Qualitäten im Spielaufbau ermöglichen ihm grundsätzlich auch dort Einsätze. Als dauerhafte Lösung ist diese Position allerdings kaum anzusehen. Wörle setzt in der Defensive auf körperlich robuste und überwiegend größere Spieler. Mit 1,81 Metern bringt Korte andere Voraussetzungen mit als etwa Antonio Tikvic, Lucas Zeller, Simon Scherder, Torge Paetow, Tim Dietrich oder Niko Koulis.
Nach dem Abpfiff des internen Tests war dem Mittelfeldspieler seine Enttäuschung anzusehen. Korte blieb zunächst auf dem Rasen sitzen und zog sich anschließend in die Kabine zurück. Die Szene passt zur sportlich schwierigen Situation eines Spielers, der um seine Chance kämpft, im aktuellen Konkurrenzgefüge aber kaum zum Zug kommt.
Uphues schließt Winter-Lösung nicht aus
An Kortes Einsatzbereitschaft bestehen im Verein offenbar keine Zweifel. Der 23-Jährige hat bislang kein Training verpasst und arbeitet weiter an seiner Chance. Sportdirektor Jan Uphues bescheinigt ihm ein vorbildliches Auftreten und eine hohe Akzeptanz innerhalb der Mannschaft, wie aus einem Bericht der „Bild“ hervor
Gleichzeitig macht der Klub keinen Hehl daraus, die Situation im Winter neu bewerten zu wollen. Sollte sich an Kortes Aussichten auf Einsatzzeiten nichts ändern, will Preußen gemeinsam mit dem Spieler nach einer passenden Lösung suchen. Sein Vertrag läuft noch bis Juni 2027. Damit wären mehrere Modelle denkbar. Ein dauerhafter Wechsel könnte ebenso zum Thema werden wie eine erneute Leihe, für die gegebenenfalls zunächst die vertragliche Situation angepasst werden müsste.
Großer Kader verschärft den Konkurrenzkampf
Kortes Problem beschränkt sich nicht allein auf seine Position. Münster verfügt über einen 30 Spieler umfassenden Profikader. Selbst angesichts der derzeitigen Ausfälle von Simon Scherder, Marvin Schulz senior, Niko Koulis und Oscar Vilhelmsson bleiben Trainer Wörle zahlreiche Optionen. Bei maximal 19 Plätzen im Spieltagsaufgebot müssen zwangsläufig mehrere Profis draußen bleiben. Das könnte Korte auch im bevorstehenden Duell mit Rot-Weiss Essen betreffen.
Für das Preußen-Eigengewächs werden die kommenden Wochen deshalb richtungsweisend. Sein Einsatz im Training wird im Klub geschätzt, die entscheidende Frage ist jedoch, ob daraus auch eine realistische sportliche Perspektive entsteht. Bleibt diese aus, dürfte die Zukunft des 23-Jährigen spätestens in der Winterpause zu einem konkreten Thema werden.



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