Zurück im Fußball: Stanislawski nimmt mit Drochtersen die 3. Liga ins Visier

Holger Stanislawski ist zurück im Fußball und beim SV Drochtersen/Assel geht es für den früheren Bundesliga-Trainer um mehr als eine beratende Nebenrolle. Der 57-Jährige hält den Sprung des Regionalligisten in die 3. Liga für ein realistisches Ziel. Zugleich lässt die St.-Pauli-Legende offen, ob aus seinem Comeback im Fußball irgendwann wieder eine hauptberufliche Aufgabe werden könnte.

Drochtersen/Assel nimmt die 3. Liga ins Visier

Der SV Drochtersen/Assel will den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Der aktuelle Tabellenzweite der Regionalliga Nord hat sich vorgenommen, spätestens in der kommenden Saison um die Meisterschaft und damit um die Chance auf den Aufstieg zu kämpfen. Dabei soll Holger Stanislawski helfen. Nach Angaben des 57-Jährigen verfolgt der Verein ein durchaus konkretes Ziel. In diesem oder im nächsten Jahr wolle Drochtersen/Assel Meister werden. Stanislawski hält diese Vorgabe angesichts der Voraussetzungen beim niedersächsischen Viertligisten für realistisch.

Die Perspektive reizt den langjährigen St.-Pauli-Profi sichtbar. Spiele im eigenen Stadion gegen Traditionsvereine aus der 3. Liga wären für ihn ein besonderer Schritt. „Es wäre ein Traum“, sagte Stanislawski im „NDR“ mit Blick auf mögliche Duelle unter anderem gegen Rot-Weiss Essen oder den MSV Duisburg.

Stanislawski soll Strukturen weiterentwickeln

Dass Drochtersen/Assel sportlich nach oben schaut, ist nicht neu. Unter Präsident Rigo Gooßen hat sich der Club aus dem Kehdinger Land über Jahre in der Regionalliga etabliert und bereits mehrfach bundesweit auf sich aufmerksam gemacht. Dreimal erreichte der Verein die erste Runde des DFB-Pokals. Dort warteten mit Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Schalke 04 prominente Gegner. Stanislawski soll nun seine Erfahrungen aus dem Profifußball einbringen und die weitere Entwicklung begleiten. In die tägliche Arbeit von Trainer Oliver Ioannou will er sich dabei nicht einmischen.

Stattdessen berät er den Verein und ist auch in Personalentscheidungen bei Neuverpflichtungen eingebunden. Die vorhandene Infrastruktur hatte Stanislawski bereits in der vergangenen Saison überzeugt, als er sich bei mehreren Spielen selbst ein Bild machte. Rund um die Mannschaft wurden in den vergangenen Jahren unter anderem neue Funktionsbereiche geschaffen. Hinzu kommen eine Fußballhalle sowie Trainings-, Fitness- und Behandlungsmöglichkeiten. Eine zentrale Aufgabe bleibt das Stadion. Eine neue Flutlichtanlage steht bereits, für die Anforderungen der 3. Liga sind allerdings weitere Arbeiten nötig. Geplant ist ein Ausbau auf 5.001 Zuschauerplätze. Nach Angaben des NDR fehlen für die Umsetzung noch notwendige behördliche Genehmigungen.

Rückkehr nach 13 Jahren Fußball-Pause

Für Stanislawski ist das Engagement zugleich eine Rückkehr in ein Umfeld, das seine Karriere über Jahrzehnte bestimmt hatte. 2013 zog er sich aus dem Profifußball zurück. Zuvor war er insgesamt 18 Jahre als Spieler und Trainer für den FC St. Pauli tätig gewesen. Später trainierte er außerdem die TSG Hoffenheim und den 1. FC Köln. Anschließend wechselte Stanislawski ins Unternehmertum und übernahm 2014 einen Supermarkt in Hamburg. Den Fußball verlor er dennoch nie vollständig aus den Augen. Der Kontakt zu Drochtersen/Assel entstand schließlich über Vereinspräsident Gooßen.

Auch Profifußball bleibt für „Stani“ eine Option

Wie lange Stanislawski lediglich im Hintergrund tätig bleiben wird, ist offen. Eine hauptberufliche Rückkehr in den Fußball schließt er jedenfalls nicht grundsätzlich aus. „Ich würde nie nie sagen“, erklärte der frühere Bundesliga-Trainer. Vorerst richtet sich sein Blick aber auf Drochtersen/Assel. Dort soll aus einem ambitionierten Regionalligisten ein Verein werden, der auch strukturell für höhere Aufgaben gerüstet ist. Gelingt gleichzeitig der sportliche Durchbruch, könnte Stanislawskis Rückkehr in den Fußball ausgerechnet im Kehdinger Land in die 3. Liga führen.

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