Der FC Hansa Rostock hat im DFB-Pokal früh die Grenzen aufgezeigt bekommen. Beim 0:4 gegen den VfB Stuttgart hielt der Drittligist kämpferisch dagegen, konnte den spielerischen Unterschied zum Champions-League-Teilnehmer aber nicht ausgleichen. Besonders bitter: Die ersten beiden Gegentreffer leitete Hansa mit eigenen Ballverlusten ein.
Eigene Fehler bringen Hansa früh in Rückstand
Trainer Daniel Brinkmann hatte seine Startelf gegenüber dem Liga-Alltag auf sechs Positionen verändert und gegen den Bundesligisten auf eine Fünferkette gesetzt. Die defensive Ausrichtung verhinderte jedoch nicht, dass Stuttgart schon vor der Pause die entscheidenden Akzente setzte. Dženan Pejčinović brachte den VfB in der 18. Minute in Führung. Beim 2:0 nach 38 Minuten war erneut der Stürmer zur Stelle. Aus Rostocker Sicht besonders ärgerlich: Beiden Treffern gingen unnötige Ballverluste im Zentrum voraus.
Genau dort setzte Brinkmann nach dem Spiel mit seiner Kritik an. Seine Mannschaft sei bei den ersten beiden Gegentoren nicht vom Gegner ausgespielt worden, sondern habe Stuttgart durch eigene Fehler die Möglichkeiten eröffnet. Auf diesem Niveau wurden diese Situationen konsequent bestraft. Offensiv kam Hansa nur selten gefährlich durch. Die beste Gelegenheit vor der Pause hatte Yannick Michaelis, der in der 41. Minute an VfB-Torhüter Fabian Bredlow scheiterte.
Pejčinović macht den Unterschied
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Stuttgart klar bestimmend. Rostock investierte viel Laufarbeit und versuchte, die Räume eng zu halten, musste mit zunehmender Spielzeit aber weitere Treffer hinnehmen. Tiago Tomás erhöhte in der 74. Minute auf 3:0. Acht Minuten später machte Pejčinović mit seinem dritten Tor des Tages den Endstand perfekt.
Innenverteidiger Ahmet Gürleyen sprach anschließend offen über den Qualitätsunterschied. „Die sind einfach besser, muss man klar sagen.“ Für Hansa sei es über weite Strecken darum gegangen, die Stuttgarter Angriffe zu begleiten und möglichst wenig zuzulassen. Die hohe Belastung habe sich im Verlauf der Partie zunehmend bemerkbar gemacht.
Pfanne ordnet die Kräfteverhältnisse deutlich ein
Auch Kapitän Franz Pfanne suchte nach dem Abpfiff keine Ausreden. Vielmehr verwies er auf die spielerische Klasse des Gegners und zog eine klare Grenze zwischen beiden Mannschaften: „So gut sind wir nicht.“ Vor allem die individuelle Qualität der Stuttgarter beeindruckte den 31-Jährigen. Pfanne hob unter anderem Deniz Undav und Dreifachtorschütze Pejčinović hervor. Gleichzeitig machte er deutlich, dass ihm ein positives Resultat wichtiger gewesen wäre als anerkennende Worte über die Leistung des Gegners.
Für Hansa endet der DFB-Pokal damit erneut bereits nach der ersten Runde. Sportlich dürfte die deutliche Niederlage dennoch vor allem als Einordnung dienen: Gegen einen Gegner aus der nationalen Spitze reichten großer Aufwand und eine defensive Grundordnung nicht aus. Für den weiteren Saisonverlauf in der 3. Liga wird entscheidend sein, die im Pokal teuer bestraften Fehler im Spielaufbau wieder abzustellen.


