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Hager erklärt FCS-Strategie: „Top 30“ als langfristige Orientierung

Der 1. FC Saarbrücken soll sich nach den Vorstellungen von Aufsichtsratschef Daniel Hager langfristig deutlich weiterentwickeln. Dabei denkt der 54-Jährige nicht nur an sportlichen Erfolg: Vor allem bei Umsatz, Infrastruktur und Vermarktungsmöglichkeiten sieht Hager wichtige Voraussetzungen, damit sich der FCS eines Tages dauerhaft oberhalb der 3. Liga etablieren kann. Als langfristige Orientierung nennt er einen Platz unter den 30 größten Klubs Deutschlands.

Rund 50 Millionen Euro Umsatz als Perspektive

Für Hager führt der Weg zu einer dauerhaften Rolle in der 2. Bundesliga vor allem über eine breitere wirtschaftliche Basis. Im Interview mit dem „Forum-Magazin“ bezifferte der Unternehmer die dafür aus seiner Sicht notwendige Größenordnung auf perspektivisch rund 50 Millionen Euro Jahresumsatz. QVon diesem Niveau ist Saarbrücken derzeit noch entfernt. Hager macht allerdings deutlich, dass höhere Ausgaben für die Mannschaft allein keine nachhaltige Entwicklung garantieren würden. Mindestens ebenso wichtig seien professionelle Strukturen rund um den sportlichen Bereich.

Der Verein investiert nach Angaben des Aufsichtsratschefs bereits in mehrere Felder. Dazu zählen die Infrastruktur, die Kaderplanung und die Betreuung der Spieler. Gleichzeitig seien neue Sponsoren hinzugekommen. Die aktuelle finanzielle Situation bezeichnet Hager als stabil. Wachstum soll dennoch nicht um jeden Preis erfolgen. Der FCS müsse seine wirtschaftliche Vernunft bewahren.

Ludwigspark könnte zusätzliche Erlöse ermöglichen

Eine wichtige Rolle in den langfristigen Überlegungen spielt das Ludwigsparkstadion. Gerade im Bereich der Unternehmens- und VIP-Vermarktung sieht Hager weiteres Potenzial. Die vorhandenen Business- und Logenplätze seien bereits nahezu vollständig ausgelastet. Zusätzliche Logen und Business-Seats könnten deshalb neue Einnahmemöglichkeiten schaffen und damit einen Beitrag zur angestrebten wirtschaftlichen Entwicklung leisten.

Konkrete Pläne für Veränderungen am Stadion gibt es nach Hagers Angaben derzeit jedoch nicht. Der Verein beschäftige sich zwar mit dem Thema, eine konkrete Umsetzung stehe bislang aber nicht fest.

Zusammenarbeit mit Ostermann wieder auf neuer Grundlage

Auch auf Führungsebene hat sich beim FCS in den vergangenen Monaten einiges verändert. Hager arbeitet inzwischen wieder mit Hartmut Ostermann zusammen. Das Verhältnis der beiden galt über Jahre als belastet. Hager gehörte bereits zwischen 2010 und 2014 dem Saarbrücker Aufsichtsrat an, ehe es zum Bruch kam. Inzwischen habe man wieder einen Weg zur Zusammenarbeit gefunden. Aus Hagers Sicht war dabei vor allem entscheidend, erneut miteinander ins Gespräch zu kommen und persönliche Interessen hinter die Ziele des Vereins zu stellen.

Damit soll auch innerhalb der Vereinsführung eine Grundlage entstehen, auf der langfristige Entscheidungen gemeinsam getroffen werden können.

Kein Wettrennen mit der SV Elversberg

Die Entwicklung des saarländischen Nachbarn SV Elversberg verfolgt Hager mit Respekt. Einen direkten Konkurrenzkampf um die bessere Position im deutschen Profifußball will er daraus jedoch nicht ableiten. Saarbrücken müsse vielmehr seine eigenen Voraussetzungen nutzen. Dazu zählt der Aufsichtsratschef insbesondere die Tradition des Vereins und die Unterstützung durch die Anhänger. Bis zum Ende seiner laufenden Amtszeit in drei Jahren muss der FCS nach Hagers Vorstellungen noch nicht zwangsläufig zu den Top 30 des deutschen Fußballs gehören.

Entscheidend sei vielmehr, bis dahin die strukturellen und wirtschaftlichen Grundlagen für eine solche Entwicklung geschaffen zu haben. Ob Saarbrücken diesen Weg anschließend auch sportlich gehen kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Richtung ist unter der aktuellen Vereinsführung aber klar formuliert: Der FCS soll nicht nur kurzfristig um den Aufstieg kämpfen, sondern Bedingungen schaffen, die einen dauerhaften Schritt auf ein höheres Niveau überhaupt erst ermöglichen.

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