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Preußen Münster im Neuaufbau: Was Uphues für die kommenden Jahre vorsieht

Preußen Münster soll sich zunächst in der 3. Liga festigen, bevor der Verein wieder höhere Ziele ansteuert. Sportdirektor Jan Uphues setzt dabei auf eine Mannschaft, die sich über die kommenden Jahre entwickeln soll. Ein Jahr nach seinem Amtsantritt hat der 38-Jährige bereits einen Abstieg, zahlreiche Personalentscheidungen und zwei Trainerwechsel erlebt, seine Rückkehr nach Münster bereut er dennoch nicht.

Stabilität als Grundlage für den nächsten Anlauf

Für Uphues reicht die sportliche Planung über die laufende Saison hinaus. Der neu zusammengestellte Kader verbindet erfahrene Leistungsträger mit jüngeren Spielern, denen Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet werden sollen. Zunächst geht es darum, nach dem Rückschlag in der vergangenen Spielzeit wieder eine belastbare Grundlage zu schaffen. „In dieser Spielzeit wollen wir uns in der 3. Liga konsolidieren“, wird der Sportdirektor von der „Bild“ zitiert. Den nächsten Angriff auf die oberen Plätze sieht er in den folgenden Jahren vor. Bis dahin soll die Mannschaft enger zusammengewachsen und der Umbau des LVM-Stadions weitgehend abgeschlossen sein.

Der sportliche Neuaufbau steht damit nicht für sich allein. Auch die Veränderungen auf Führungsebene und die Arbeiten am Stadion prägen eine Phase, in der sich bei den Preußen vieles gleichzeitig bewegt.

19 Verpflichtungen und eine neue sportliche Richtung

Wie umfangreich die Veränderungen bereits ausgefallen sind, zeigt die Personalbilanz seit Uphues’ Dienstantritt am 1. Oktober 2025: In diesen Zeitraum fallen 19 Spielerverpflichtungen, darunter vier Zugänge aus der eigenen Jugend, sowie 16 Abgänge. Hinzu kamen die Wechsel auf der Trainerposition. Nach Alexander Ende übernahm zunächst Alois Schwartz mit dem Auftrag, den drohenden Zweitliga-Abstieg noch abzuwenden. Als der Rettungsversuch gescheitert war, wurde Thomas Wörle mit dem Neuaufbau betraut.

Uphues versteht diese Entscheidungen ausdrücklich als gemeinsame Arbeit. An seiner Seite stehen Sport-Geschäftsführer Ole Kittner und der Technische Direktor David Niehues. Dass der personelle und strukturelle Umbau kaum Unterbrechungen zulässt, verschweigt er nicht: „Die Möglichkeit, mal richtig durchzuschnaufen, gab’s bislang tatsächlich noch nicht.“

Welche Niederlagen bei Uphues nachwirken

Beim Rückblick auf den Abstieg beschäftigt Uphues nicht nur der Moment, in dem der Klassenerhalt rechnerisch unerreichbar wurde. Das war nach dem 1:1 im Heimspiel gegen Darmstadt am vorletzten Spieltag der Fall. Zwei andere Begegnungen sind ihm ebenfalls besonders in Erinnerung geblieben. Eine davon ist das 2:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern am 22. Februar. Münster hatte zuvor dreimal unentschieden gespielt. Mit einem Sieg hätte die Mannschaft eine Serie von vier Partien ohne Niederlage vorweisen können. Uphues ist überzeugt, dass ein solcher Erfolg der Rückrunde eine andere Richtung hätte geben können. Stattdessen blieb eine weitere verpasste Gelegenheit.

Das 0:6 in Dresden am Ostersonntag steht für ihn wiederum für das Scheitern des offensiven Ansatzes unter Ende. Zwischen dem damaligen Anspruch, die Klasse zu halten, und dem anschließenden Neustart in der 3. Liga lagen somit nicht nur personelle Veränderungen, sondern auch einschneidende sportliche Erfahrungen.

Warum die Rückkehr trotzdem richtig war

Vor seinem Wechsel nach Münster hatte Uphues 13 Jahre bei Holstein Kiel verbracht, die letzten beiden als Direktor der Lizenzspieler-Abteilung. Ausschlaggebend für die Rückkehr in seine Geburtsstadt war die Möglichkeit, die Entwicklung eines Traditionsvereins in einer wichtigen Umbruchphase mitzugestalten. Diese Motivation ist trotz des Abstiegs geblieben. Freizeit findet im Alltag allerdings nur begrenzt Platz. Als Ausgleich versucht Uphues, einmal wöchentlich um den Aasee zu joggen. Selbst dafür fehlt häufig die Gelegenheit. Eine notwendige Auszeit würde er sich dennoch nehmen, sollte die Belastung für Kopf und Körper zu groß werden.

Für die Preußen steht nun die Aufgabe an, aus den vielen Veränderungen sportliche Kontinuität entstehen zu lassen. Uphues’ Perspektive dafür ist längerfristig: Erst soll sich die neu formierte Mannschaft stabilisieren, dann soll sie wieder um höhere Ziele spielen.

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