Das ausverkaufte Preußenstadion, ein formstarker Gegner und erhebliche Personalprobleme: Für Preußen Münster wird das Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen zu einer echten Bewährungsprobe. Trainer Thomas Wörle muss vor dem Westduell am Freitagabend gleich acht Ausfälle verkraften. Dennoch wollen die Adlerträger ihre bislang ungeschlagene Heimbilanz gegen den Tabellendritten verteidigen.
Acht Ausfälle bereiten Wörle Sorgen
Ausgerechnet vor einem der emotionalsten Spiele der Saison ist die Personalsituation bei Preußen Münster angespannt. Gleich mehrere Spieler stehen Thomas Wörle für das Aufeinandertreffen mit Rot-Weiss Essen nicht zur Verfügung. Besonders ärgerlich: Während der zweiwöchigen Spielpause sind weitere Verletzungen hinzugekommen. Marvin Schulz (Senior), Simon Scherder, Niko Koulis und Oscar Vilhelmsson fehlen weiterhin. Zusätzlich haben sich Luca Bolay und Tim Dietrich im Training verletzt. Ryan Johansson zog sich seine Verletzung während eines internen Testspiels zu.
Auch eine Rückkehr von Malik Batmaz kommt noch nicht infrage. Der Angreifer absolvierte am vergangenen Freitag zwar erstmals wieder Einsatzminuten, für eine Berufung in den Spieltagskader reicht es nach Einschätzung des Trainerteams allerdings noch nicht. Damit fehlen den Münsteranern insgesamt acht Akteure. Gerade gegen einen Gegner, der zuletzt konstant punktete, schränkt das die personellen Möglichkeiten erheblich ein. Wörle will sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die vergangenen Trainingseinheiten hätten gezeigt, dass seine Mannschaft auf die bevorstehende Aufgabe vorbereitet sei.
Rot-Weiss Essen reist mit breiter Brust an
Leicht wird die Aufgabe für Münster ohnehin nicht. Rot-Weiss Essen zählt nach den bisherigen Saisonleistungen zu den ernsthaften Aufstiegsanwärtern. Zwar erlebte die Mannschaft mit einer deutlichen 2:5-Niederlage beim 1. FC Saarbrücken einen ernüchternden Auftakt, seitdem ist RWE jedoch ungeschlagen. Mit 14 Punkten belegen die Essener den dritten Tabellenplatz. Einen erheblichen Anteil daran hat Semir Telalovic. Der vom 1. FC Nürnberg ausgeliehene Angreifer erzielte bereits fünf Treffer und gehört damit zu den erfolgreichsten Torjägern der Liga.
Dass die Mannschaft auf diesem Niveau mithalten kann, hatte sie bereits in der vergangenen Saison bewiesen. Erst in der Relegation gegen die SpVgg Greuther Fürth scheiterte der erhoffte Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auf einen 1:0-Erfolg im Hinspiel folgte eine 0:2-Niederlage im Rückspiel. Für Wörle ist die Entwicklung des Gegners deshalb keine Überraschung. Schon vor Saisonbeginn hatte er Essen zu den Aufstiegsfavoriten gezählt. Insbesondere die personelle Kontinuität sieht der Preußen-Trainer als Stärke.
„Essen hat seine Qualitäten mit und gegen den Ball“, erklärte Wörle im Vorfeld der Begegnung. Die Mannschaft sei „sehr eingespielt“. Schließlich seien sowohl der Trainer als auch weite Teile der Stammelf zusammengeblieben.
Ausverkauftes Stadion soll Münster beflügeln
Was den Gastgebern an personellen Alternativen fehlt, wollen sie durch Geschlossenheit und Heimstärke ausgleichen. Im eigenen Stadion ist Preußen Münster in dieser Drittligasaison noch ungeschlagen. Daran soll sich auch gegen RWE nichts ändern. Unterstützung ist den Adlerträgern dabei sicher. Sämtliche 13.945 Eintrittskarten waren bereits Wochen vor der Begegnung vergriffen. Am Freitagabend um 19 Uhr wird das LVM-Preußenstadion damit erneut zur Bühne eines traditionsreichen Westduells.
Für beide Fanlager besitzt diese Begegnung seit Jahrzehnten eine besondere Bedeutung. Bereits seit fast 80 Jahren treffen Münster und Essen regelmäßig aufeinander. Das bislang letzte Duell im Januar 2024 entschieden die Preußen mit 2:1 für sich. Wenige Monate später gelang dem SCP der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Auch Wörle ist bewusst, welchen Stellenwert die Partie für das Umfeld hat. „Alle spüren, dass es den Menschen hier unfassbar viel bedeutet“, sagte der Trainer.
Preußen Münster setzt trotz Personalnot auf Heimstärke
Nach zwei spielfreien Wochenenden dürfte die Atmosphäre entsprechend intensiv werden. Münster setzt dabei vor allem auf die Verbindung zwischen Mannschaft und Tribüne. „Wir wissen, was wir können und welche Energie wir gemeinsam erzeugen können“, betonte Wörle. Trotz aller Verletzungssorgen soll der eigene Spielstil nicht in den Hintergrund rücken. Gegen die formstarken Essener müssen die Preußen allerdings sowohl defensiv als auch offensiv an ihre Leistungsgrenze gehen. Ob die Heimstärke ausreicht, um den Tabellendritten zu stoppen, wird sich am Freitagabend zeigen. Die Zuversicht beim Münsteraner Cheftrainer ist jedenfalls vorhanden. Sein Fazit nach der zweiwöchigen Vorbereitung fällt eindeutig aus: „Wir sind bereit für das Duell am Freitag!“



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