Hansa Rostock hat beim Debüt von Trainer André Breitenreiter ein wichtiges Ausrufezeichen im Kampf um die Spitzenplätze gesetzt. Die Hanseaten gewannen bei den Würzburger Kickers mit 2:0 (0:0) und belohnten sich nach zahlreichen vergebenen Chancen erst in der Schlussphase. Marco Schuster brachte die Gäste in Führung, ehe Kenan Fatkic per Foulelfmeter für die Entscheidung sorgte.
Schuster erlöst Hansa nach zahlreichen Chancen
Es war ein hartes Stück Arbeit, doch am Ende durfte André Breitenreiter bei seiner Premiere als Rostocker Cheftrainer einen verdienten Auswärtssieg feiern. Vor allem nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die Begegnung zunehmend zu einer einseitigen Angelegenheit. Hansa erspielte sich zahlreiche Möglichkeiten, scheiterte aber immer wieder an der eigenen Chancenverwertung oder an Würzburgs Torhüter Rajkovacic.
Die Erlösung folgte in der 76. Minute. Nach einem Einwurf gelang es den Gastgebern nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Marco Schuster nutzte die Unordnung in der Würzburger Hintermannschaft und zog aus zentraler Position ab. Rajkovacic bekam zwar noch eine Hand an den Schuss, konnte den Einschlag jedoch nicht verhindern. In der Nachspielzeit machte Rostock schließlich alles klar. Der eingewechselte Emil Holten wurde im Strafraum von Louis Breunig zu Fall gebracht. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kenan Fatkic in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:0-Endstand.
Würzburg startet besser – Voglsammer trifft die Latte
Dass die Rostocker am Ende die Oberhand behalten würden, war in der Anfangsphase keineswegs abzusehen. Die Kickers erwischten den besseren Start und hätten bereits nach sechs Minuten in Führung gehen können. Nach einer Hereingabe von Franjic setzte Bonga seinen Kopfball aus kurzer Entfernung neben das Tor. Auch Franck Evina sorgte wenig später für Gefahr, doch Hansa-Schlussmann Luca Unbehaun verhinderte einen frühen Rückstand.
Mit zunehmender Spieldauer fanden die Gäste allerdings besser in die Begegnung. Besonders über die linke Seite mit Niklas Kölle entwickelte Rostock immer mehr Offensivdruck. Die bis dahin beste Gelegenheit hatte Andreas Voglsammer, dessen Kopfball in der 17. Minute an der Latte landete. Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Rajkovacic erneut eingreifen. Einen gefährlichen Freistoß von Leon Dajaku lenkte der Würzburger Schlussmann mit einer starken Parade aus dem Winkel. So ging es trotz guter Möglichkeiten auf beiden Seiten torlos in die Kabinen.
Rostocker Dauerdruck zeigt spät Wirkung
Nach der Pause übernahm Hansa endgültig die Kontrolle. Die Mannschaft von Breitenreiter setzte die Würzburger Defensive immer wieder unter Druck und kam teilweise im Minutentakt zu Abschlüssen. Voglsammer scheiterte mit einem Kopfball an Rajkovacic, während Marco Schuster eine aussichtsreiche Gelegenheit aus rund zwölf Metern ungenutzt ließ. Auch David Kopacz fand im Würzburger Torhüter seinen Meister. Hinzu kamen mehrere Situationen, in denen Rostock den letzten Pass nicht präzise genug spielte.
Die Gastgeber blieben bei ihren gelegentlichen Gegenstößen dennoch gefährlich. Unbehaun musste unter anderem gegen Nathan de Medina und Tarsis Bonga eingreifen, um einen Rückstand zu verhindern. Mit fortschreitender Spielzeit ließen bei den Kickers jedoch die Kräfte nach. Rostock hielt das Tempo hoch und wurde schließlich für seine Beharrlichkeit belohnt.
Breitenreiter gelingt der gewünschte Einstand
Für Hansa ist der Erfolg auch mit Blick auf die jüngsten Trainerwechsel von Bedeutung. Nach der Trennung von Daniel Brinkmann hatte Interimstrainer Yannic Thiel aus zwei Ligaspielen vier Punkte geholt. Nun setzt Breitenreiter diese positive Entwicklung mit einem Sieg bei seiner offiziellen Premiere fort. Die Rostocker bleiben damit in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Der Rückstand auf Spitzenreiter MSV Duisburg, der vor der Partie sechs Punkte betragen hatte, verkürzt sich zumindest vorübergehend auf drei Zähler.
Für Würzburg verschärft sich dagegen die sportliche Situation. Der Aufsteiger, der bereits vor dem Spiel auf Rang 16 stand, kassierte die fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Ligapartien. Hansa kann dagegen mit neuem Selbstvertrauen auf die kommenden Aufgaben blicken. Die Vielzahl herausgespielter Chancen macht Mut, auch wenn die Effizienz im Abschluss weiterhin Verbesserungspotenzial bietet. Entscheidend ist aus Rostocker Sicht zunächst, dass der Trainerwechsel von einem sportlichen Erfolg begleitet wird.



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