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Preußen Münster in der Krise: So denkt die Vereinsführung über Wörle

Fünf Spiele ohne Sieg, wieder eine Zwei-Tore-Führung verspielt und zunehmend unzufriedene Fans: Beim SC Preußen Münster wächst der Druck. Konsequenzen auf der Trainerposition sind dennoch nicht geplant. Präsident Christian Pander stellt sich demonstrativ hinter Thomas Wörle und setzt darauf, dass die Mannschaft ihren Negativtrend gemeinsam überwindet.

Pander spricht Wörle das Vertrauen aus

Die sportliche Situation beim Zweitliga-Absteiger ist angespannt. Dennoch sieht die Vereinsführung derzeit keinen Anlass, den eingeschlagenen Kurs zu verändern. Präsident Christian Pander hält an Thomas Wörle fest und bewertet dessen bisherige Arbeit deutlich positiver, als es die jüngsten Ergebnisse vermuten lassen. „Tom leistet gute Arbeit, hat die Mannschaft definitiv weiterentwickelt“, so Pander. Besonders die Leistung vor der Pause beim jüngsten Auswärtsspiel in Großaspach habe gezeigt, welche Qualität in der Mannschaft stecke.

Damit stärkt der 42-Jährige nicht nur dem Trainer den Rücken, sondern stellt sich auch hinter die sportliche Ausrichtung von Geschäftsführer Ole Kittner und Sportdirektor Jan Uphues. Trotz der enttäuschenden Resultate soll es keine überstürzten Entscheidungen geben.

Verletzungen erschweren den Umbruch

Ein wesentlicher Grund für Panders Zuversicht liegt in der besonderen personellen Situation. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga wurde der Kader umfassend verändert. Die neu zusammengestellte Mannschaft befindet sich weiterhin in einem Entwicklungsprozess. Erschwerend kommt hinzu, dass wichtige Führungsspieler zuletzt fehlten. Kapitän Niko Koulis und Marvin Schulz stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Joshua Mees ist dagegen erst kürzlich zurückgekehrt. Gerade für die jungen Akteure Montell Ndikom, Niklas Varelmann und Wesley Adeh fehlen damit erfahrene Orientierungspunkte auf dem Platz.

Pander hält die bisherige Entwicklung deshalb nicht für gescheitert. Das übergeordnete Ziel bleibt, den Verein nach dem Abstieg dauerhaft in der 3. Liga zu stabilisieren. Rückschläge seien dabei einkalkuliert. „Wir werden die Ruhe bewahren und konzentriert weiterarbeiten“, erklärt der Präsident.

Wiederholt bricht Münster nach Führungen ein

Allerdings lässt sich eine sportliche Schwachstelle inzwischen kaum noch übersehen. Beim 2:3 gegen die SG Sonnenhof Großaspach kontrollierten die Münsteraner zunächst die Begegnung und gingen mit 2:0 in Führung. Anschließend kassierte die Mannschaft innerhalb von nur 22 Minuten drei Gegentreffer und stand am Ende ohne Punkte da. Ein ähnliches Bild hatte sich bereits beim 3:3 gegen Rot-Weiss Essen gezeigt. Auch damals lag Münster nach einer überzeugenden ersten Halbzeit mit zwei Toren vorne, konnte den Vorsprung jedoch nicht über die Zeit bringen.

Dass die Mannschaft solche Spiele aus der Hand gibt, beschäftigt auch die Verantwortlichen. „Das muss gründlich analysiert werden“, fordert Pander mit Blick auf die wiederkehrenden Probleme. Für Wörle geht es somit nicht allein darum, seine Mannschaft spielerisch weiterzuentwickeln. Entscheidend wird sein, wie sie künftig auf Gegentore reagiert und auch in schwierigen Spielphasen ihre Ordnung behält.

Westfalenpokal wird zum nächsten Prüfstein

Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht. Bereits am Dienstagabend um 19 Uhr wartet im Westfalenpokal die Auswärtspartie bei Regionalligist SG Wattenscheid 09. Für Münster besitzt der Wettbewerb auch wirtschaftliche Bedeutung. Über den Gewinn des Westfalenpokals kann sich der Verein für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren. Damit wären erhebliche zusätzliche Einnahmen verbunden. Welche Konsequenzen Wörle aus der Niederlage in Großaspach zieht, bleibt abzuwarten. Veränderungen könnte es unter anderem im Tor geben. Morten Behrens hinterließ zuletzt nicht immer einen sicheren Eindruck. Mit Matthis Harsman steht eine Alternative bereit, die möglicherweise eine Gelegenheit erhalten könnte.

Unabhängig von der personellen Besetzung dürfte für Münster vor allem das Ergebnis zählen. Ein Erfolg in Wattenscheid könnte der Mannschaft neues Selbstvertrauen geben und die angespannte Stimmung im Umfeld zumindest vorübergehend beruhigen. Eine weitere Enttäuschung würde die Diskussionen über den sportlichen Kurs dagegen wohl zusätzlich verstärken.

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