Der sportliche Verlust ist das eine, der persönliche Beweggrund das Entscheidende: Gianluca Gaudino verlässt Alemannia Aachen vorzeitig. Der Mittelfeldspieler hat seinen Vertrag bei den Schwarz Gelben auf eigenen Wunsch aufgelöst und setzt seine Laufbahn nun in Süddeutschland fort. Für den Klub ist es ein Abschied mit Bedauern, aber auch mit großem Verständnis.
Ein Abschied, der nicht aus sportlichen Gründen kommt
Alemannia Aachen muss künftig ohne Gianluca Gaudino planen. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler und der Drittligist haben sich auf eine Vertragsauflösung verständigt. Ausschlaggebend war nicht die sportliche Perspektive, sondern ein privater Wunsch des Spielers: Gaudino wollte wieder näher an seine Familie rücken und seine weitere Karriere deshalb in Süddeutschland fortsetzen. Der Verein hat diesem Anliegen entsprochen und damit bewusst ein Zeichen gesetzt, dass nicht jede Entscheidung allein nach sportlichen Maßstäben bewertet wird.
Wichtige Rolle seit dem Aufstieg
Gaudino war im Sommer 2024 nach dem Aufstieg in die 3. Liga an den Tivoli gekommen und entwickelte sich seitdem zu einer festen Größe im Aachener Mittelfeld. In 57 Pflichtspielen erzielte er sechs Tore, dazu kamen fünf Vorlagen. Vor allem mit seiner Ruhe am Ball, seiner Übersicht und seiner technischen Sauberkeit brachte er Qualitäten ein, die im Spiel der Alemannia immer wieder sichtbar wurden. Mit seinem Abgang verliert Aachen damit nicht nur Erfahrung, sondern auch einen Spieler, der dem Team Struktur geben konnte.
Azzouzi spricht von Verständnis und Dankbarkeit
Sportgeschäftsführer Rachid Azzouzi machte deutlich, dass der Verein Gaudino sportlich gern gehalten hätte, „aber wir verstehen seinen Wunsch nach der Nähe zu seiner Familie. Dementsprechend sind wir seinem Wunsch nachgekommen, seinen Vertrag aufzulösen.“ Azzouzi würdigte den Mittelfeldspieler für dessen Leistungen und Einsatz in den vergangenen beiden Jahren. „und wünschen ihm für seine private wie sportliche Zukunft nur das Beste“, so Rachid Azzouzi, Geschäftsführer Sport.
Gaudino blickt dankbar auf seine Zeit in Aachen
Auch beim Spieler selbst ist die Trennung offenkundig keine nüchterne Formalie. Gaudino beschreibt den Schritt als alles andere als leicht. Er nimmt aus seiner Zeit in Aachen viele prägende Begegnungen und „unvergessliche Momente“ mit, wie er selbst betont. Besonders hervor hob er die Unterstützung der Fans, für die er sich ausdrücklich bedankte. Gleichzeitig überwog am Ende der Wunsch, künftig wieder näher bei seiner Familie zu sein. Dass Aachen ihm diesen Wechsel ermöglicht habe, „ist alles andere als selbstverständlich. Deshalb möchte ich mich bei Rachid Azzouzi und dem gesamten Verein bedanken, nicht jeder würde in einer solchen Situation diesen Weg mitgehen. Das weiß ich sehr zu schätzen. Ich wünsche der Alemannia von Herzen alles Gute für die Zukunft“, erklärt Gianluca Gaudino.
Selimbegovic verliert einen spielstarken Taktgeber
Cheftrainer Mersad Selimbegovic machte kein Geheimnis daraus, dass ihm der Abgang weh tut. Er werde Gaudino „auf jeden Fall sehr vermissen“, sagte der Coach und verwies dabei vor allem auf dessen Ballsicherheit und Spielübersicht. Gerade diese Stärken, so Selimbegovic, dürften auch beim neuen Verein schnell Wirkung entfalten. Gaudino wechselt zum VfR Aalen und nimmt damit den gewünschten Schritt zurück in den Süden.
Für Alemannia Aachen endet damit die gemeinsame Zeit mit einem Spieler, der in nur zwei Jahren sportlich Spuren hinterlassen und offenbar auch menschlich einen festen Platz im Klub gefunden hat. Der Abschied wirkt deshalb nicht wie ein gewöhnlicher Transfer, sondern wie eine Entscheidung, bei der Verständnis, Respekt und persönliche Nähe im Mittelpunkt stehen.
