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Niederlechner lobt Saarbrücken: FCS schon ein Aufstiegskandidat?

Der 1. FC Saarbrücken sendet schon früh in der neuen Drittliga-Saison ein deutliches Signal an die Konkurrenz. Trotz eines großen Kaderumbaus holte die Mannschaft von Trainer Argirios Giannikis aus den ersten beiden Partien die maximale Ausbeute. Nach dem 1:0 bei Jahn Regensburg zählt Ex-Bundesliga-Profi Florian Niederlechner den FCS sogar zum erweiterten Kreis der Aufstiegskandidaten.

Saarbrücken überzeugt auch ohne Offensivspektakel

Beim Saisonauftakt hatten sowohl Saarbrücken als auch Regensburg jeweils fünf Treffer erzielt. Im direkten Duell ging es anschließend deutlich kontrollierter zu. Den Unterschied machte Kai Brünker, der den einzigen Treffer der Begegnung erzielte und dem FCS damit den zweiten Sieg bescherte. Für Saarbrücken war der Erfolg vor allem deshalb wertvoll, weil die Mannschaft diesmal andere Qualitäten zeigen musste. Statt eines offenen Schlagabtauschs waren defensive Stabilität, Geduld und Konsequenz gefragt. Dass der FCS auch eine solche Partie für sich entscheiden konnte, spricht für die frühe Reife des neu zusammengestellten Teams.

Nach zwei Spieltagen stehen sechs Punkte zu Buche. Angesichts von mehr als einem Dutzend Neuzugängen war nicht selbstverständlich, dass die Abläufe bereits zum Saisonbeginn derart gut funktionieren würden.

Niederlechner sieht den FCS als Geheimfavoriten

Der Auftritt in Regensburg hinterließ auch bei Florian Niederlechner Eindruck. Der MagentaSport-Experte, der während seiner Karriere 197 Bundesligaspiele absolvierte, hielt den Saarbrücker Sieg für verdient. Zugleich ordnete er die Mannschaft als „kleinen Geheimfavoriten in der Liga“ ein. Damit erhält die ohnehin schnell aufkommende Aufstiegsdiskussion zusätzliche Nahrung. Innerhalb der Mannschaft wird das Thema allerdings noch mit einer gewissen Leichtigkeit behandelt. Brünker nahm die hohen Erwartungen im Umfeld mit Humor. In Saarbrücken werde nach erfolgreichen Spielen schließlich besonders schnell vom Aufstieg gesprochen.

Der Angreifer machte zugleich deutlich, dass der FCS den Schwung der ersten Wochen nutzen möchte. Mehr als eine frühe Momentaufnahme ist die makellose Bilanz allerdings noch nicht. Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft ihre Stabilität auch über einen längeren Zeitraum bewahren kann.

Voet fordert mehr Entschlossenheit vor dem Tor

Trotz des optimalen Starts sehen die Spieler noch Entwicklungsmöglichkeiten. Abwehrspieler Siemen Voet verwies vor allem auf die Chancenverwertung. Gelinge es dem Team, vor dem gegnerischen Tor noch zielstrebiger zu werden, sei der Mannschaft nach seiner Einschätzung viel zuzutrauen. Torhüter Matteo Bignetti hob dagegen den unmittelbaren Wert der beiden Siege hervor. Sechs Punkte aus den ersten Begegnungen stärkten das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit. Der Erfolg in Regensburg dürfte dem 21-Jährigen zusätzlich Rückenwind geben: Nach dem torreichen Auftakt blieb Saarbrücken diesmal ohne Gegentreffer.

Hertha kommt zum nächsten Härtetest

Noch bevor der Liga-Alltag weitergeht, wartet auf den FCS eine besondere Herausforderung. In der ersten Runde des DFB-Pokals empfängt Saarbrücken den Zweitligisten Hertha BSC. Auch die Berliner haben ihre beiden bisherigen Saisonspiele gewonnen. Die Rollen sind im Pokal klarer verteilt als in der 3. Liga. Saarbrücken kann ohne den Druck des Favoriten antreten und auf die besondere Atmosphäre im eigenen Stadion setzen. Brünker weiß aus früheren Pokalabenden, welche Dynamik sich dort entwickeln kann. „Da knistert es“, sagte der Angreifer mit Blick auf die Partie.

Der Saisonstart macht den FCS noch nicht automatisch zu einem Aufstiegsfavoriten. Er liefert aber erste Hinweise darauf, dass der große personelle Umbruch schneller gelungen sein könnte als erwartet. Gegen Hertha kann Saarbrücken nun zeigen, wie belastbar dieser positive Eindruck bereits ist.