Bei Fortuna Düsseldorf nimmt die Kaderplanung für die kommende Drittliga-Saison zunehmend komplizierte Formen an. Nach dem Abstieg ist nicht nur die Zahl der fest eingeplanten Spieler überschaubar, auch hinter mehreren Namen stehen weiter große Fragezeichen. Für die sportliche Führung wird der Sommer damit zu einer echten Bewährungsprobe.
Mehr Unsicherheit als Aufbruchsstimmung
Fortuna Düsseldorf steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Der Abgang von Satoshi Tanaka zu Schalke ist bereits beschlossen, doch damit könnte die Liste der Abgänge längst nicht beendet sein. Auch Elias Egouli besitzt offenbar eine Ausstiegsmöglichkeit, die ihm einen Wechsel ermöglichen würde. Dass der 23-Jährige diese Option nutzt, gilt keineswegs als ausgeschlossen. Für die Fortuna wäre das der nächste personelle Rückschlag in einer Phase, in der eigentlich Stabilität gefragt wäre.
Suso könnte zum Transferfall werden
Besonders aufmerksam wird auch die Situation von Sima Suso beobachtet. Das Düsseldorfer Eigengewächs scheint nicht zwingend auf eine weitere Saison im Fortuna-Trikot festgelegt zu sein. Im Umfeld heißt es, sein erster Profivertrag sei für ihn finanziell wenig attraktiv ausgefallen. Klar ist: Bei anderen Vereinen könnte Suso deutlich mehr verdienen. Gleichzeitig wäre ein Verkauf für Fortuna wirtschaftlich interessant, denn sein Marktwert ist zuletzt spürbar gestiegen. Trotz Abstieg könnte der Klub noch eine ordentliche Ablöse erzielen.
Oberdorf lässt Fortuna warten
Ein weiteres Fragezeichen steht hinter Tim Oberdorf. Der frühere Vize-Kapitän hat sich nach „BILD„-Informationen bislang nicht klar zu einem Verbleib bekannt. Für die Verantwortlichen ist damit offen, ob der Verteidiger Teil des Neuaufbaus werden will oder ebenfalls über einen Abschied nachdenkt.
Auch bei ihm spielt das Geld eine zentrale Rolle. Durch den Abstieg soll sein Gehalt auf etwas mehr als 100.000 Euro gefallen sein. Genau hier wollte Sven Mislintat offenbar ansetzen: Oberdorf sollte als wichtiger Baustein für den Wiederaufstieg gehalten und mit verbesserten Bezügen ausgestattet werden.
Neuer Kurs unter Arabi?
Ob dieser Plan unter Samir Arabi weiterverfolgt wird, ist derzeit offen. Genau diese Unklarheit erschwert die ohnehin angespannte Kaderplanung zusätzlich. Nach aktuellem Stand stehen nur wenige Spieler aus der vergangenen Saison auch künftig sicher unter Vertrag. Doch selbst dieser kleine Stamm ist noch nicht endgültig gesichert. Fortuna muss also nicht nur neue Spieler finden, sondern gleichzeitig verhindern, dass weitere Leistungsträger abspringen.
Für Düsseldorf geht es in diesem Sommer um weit mehr als einzelne Personalentscheidungen. Der Klub muss nach dem Abstieg schnell eine Mannschaft formen, die sportlich konkurrenzfähig ist und zugleich ein neues Signal sendet. Im Moment aber wirkt vieles noch offen, fragil und schwer planbar.
