Start News Löwen im Insolvenzverfahren: 1860-Profibereich steht vor ungewisser Zukunft

Löwen im Insolvenzverfahren: 1860-Profibereich steht vor ungewisser Zukunft

Der Schock bei 1860 München ist offiziell: Die Profifußball-Gesellschaften der Löwen haben Insolvenzantrag gestellt. Während sich der sportliche Traditionsklub mit einer der heikelsten Phasen seiner jüngeren Geschichte konfrontiert sieht, soll nun ein vorläufiger Insolvenzverwalter die wirtschaftliche Lage sortieren. Für Mitarbeiter gibt es zumindest kurzfristig eine wichtige Absicherung.

Einschnitt bei den Profis

Beim TSV 1860 München ist aus der angespannten Lage ein formeller Schritt geworden. Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA sowie die TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH haben am Dienstag, 23. Juni 2026, beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Zwei Tage später, am 25. Juni 2026, bestellte das Gericht den Münchner Rechtsanwalt Dr. Max Liebig zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Damit beginnt für die Profiabteilung eine Phase, in der es zunächst nicht um schnelle Schlagzeilen, sondern um belastbare Klarheit geht. Die wirtschaftliche und operative Situation der beiden Gesellschaften soll nun systematisch aufgearbeitet werden.

Erst prüfen, dann entscheiden

Liebig machte unmittelbar nach seiner Bestellung deutlich, worauf es in den kommenden Tagen ankommt. Er und sein Team wollten sich nun ein umfassendes Bild verschaffen, mit allen Beteiligten sprechen und möglichst rasch ein vollständiges Lagebild herstellen. Auf dieser Basis sollen anschließend gemeinsam mit der Geschäftsführung die nächsten Maßnahmen geprüft und angestoßen werden.

Die Botschaft dahinter ist klar: Bevor über Lösungen entschieden wird, steht die Bestandsaufnahme. Gerade in einem Verfahren dieser Größenordnung dürfte es zunächst darum gehen, Verbindlichkeiten, laufende Verpflichtungen, Strukturen und Handlungsoptionen sauber zu sortieren.

Wichtige Sicherheit für die Beschäftigten

Für die Mitarbeiter gibt es in der angespannten Situation zunächst eine zentrale Entlastung. Die Löhne sind mindestens bis einschließlich August 2026 über das Insolvenzgeld gesichert. Das schafft kurzfristig Stabilität in einem Moment, in dem rund um den Klub viele Fragen offen sind.

Gerade in Insolvenzfällen ist dieser Punkt von hoher Bedeutung, weil er den unmittelbaren Druck auf Belegschaft und laufenden Betrieb zumindest vorübergehend reduziert. Für die Beschäftigten bedeutet das: Trotz des Antrags besteht vorerst finanzielle Absicherung.

Der Verein bleibt außen vor

Wichtig für das Gesamtbild bei 1860 München ist zudem, was nicht betroffen ist. Der eingetragene Verein TSV 1860 München e.V. sowie die Amateursportsparten stehen nicht im Fokus der vorläufigen Insolvenzverfahren. Die Entwicklung betrifft damit die beiden Gesellschaften im Profibereich, nicht jedoch den Gesamtverein in seiner ganzen Breite.

Diese Trennung ist für Mitglieder, Fans und das Umfeld des Klubs wesentlich. Denn sie zeigt, dass die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen nicht pauschal auf alle Bereiche des Traditionsvereins übergreifen.

Mehr als nur ein formaler Schritt

Mit dem Insolvenzantrag ist bei den Löwen eine neue Realität eingetreten. Noch sind viele Details offen, doch die nächsten Tage dürften entscheidend dafür werden, wie tief die Krise tatsächlich reicht und welche Spielräume bleiben. Dass zunächst geordnet geprüft wird und die Mitarbeiter bis Ende August abgesichert sind, verhindert den völligen Kontrollverlust. Für 1860 München beginnt jetzt eine Phase, in der nicht Worte, sondern belastbare Lösungen zählen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein