, ,

Pokaldrama in Mannheim: Kanate rettet den FCK in der 120. Minute

Der SV Waldhof Mannheim hat den favorisierten 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal bis in die letzte Minute der Verlängerung gefordert. Erst Ibrahim Kanate entschied das Südwest-Derby mit seinem Treffer zum 1:0 für den Zweitligisten. In Erinnerung bleiben jedoch vor allem die Ausschreitungen nach der regulären Spielzeit, die eine rund halbstündige Unterbrechung und einen drohenden Spielabbruch zur Folge hatten.

Waldhof bringt den Favoriten an seine Grenzen

Vor 23.513 Zuschauern blieb die Entscheidung auf dem Rasen lange völlig offen. Kaiserslautern übernahm zunächst die Kontrolle und erspielte sich die besseren Möglichkeiten, scheiterte aber an der eigenen Chancenverwertung. Die größte Gelegenheit der ersten Hälfte hatte Thierry Tazemeta, dessen Abschluss in der 40. Minute am Pfosten landete.

Nach dem Seitenwechsel fand Mannheim besser in die Begegnung. Der Drittligist verteidigte nicht nur konsequent, sondern setzte nun auch eigene Akzente in der Offensive. Goncalo Gregorio verpasste die Führung in der 74. Minute nur knapp: Sein leicht abgefälschter Schuss prallte ebenfalls ans Aluminium. Damit ging das Duell nach 90 Minuten torlos in die Verlängerung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Waldhof gegen den höherklassigen Gegner eine realistische Chance auf die Überraschung erarbeitet.

Ausschreitungen verzögern die Verlängerung

Unmittelbar nach dem Ende der regulären Spielzeit rückte das sportliche Geschehen jedoch in den Hintergrund. Zunächst gerieten Spieler beider Mannschaften aneinander. Anschließend flogen aus dem Mannheimer Fanbereich Raketen auf das Spielfeld und in Richtung der Haupttribüne. Mehrere Personen gelangten zudem auf den Rasen.

Die Polizei war mit Hunderten Einsatzkräften vor Ort und musste die Situation unter Kontrolle bringen. Auch berittene Kräfte befanden sich auf dem Spielfeld. Schiedsrichter Robert Schröder konnte die Verlängerung erst nach einer Unterbrechung von rund 30 Minuten anpfeifen. Zwischenzeitlich stand auch ein Abbruch der Partie im Raum.

Bereits zu Beginn des Spiels hatte es eine kurze Pause gegeben. Rauch durch den Einsatz von Pyrotechnik hatte die Sicht auf dem Spielfeld erheblich eingeschränkt.

Kanate trifft in der 120. Minute

Als sich bereits alles auf ein Elfmeterschießen einstellte, gelang Kaiserslautern doch noch der entscheidende Treffer. Ibrahim Kanate traf in der 120. Minute zum 1:0 und verhinderte damit das frühe Pokal-Aus des FCK. Für die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht war es nach einem Start mit zwei Punkten aus zwei Begegnungen in der 2. Bundesliga ein wichtiger Erfolg. Kaiserslautern überstand damit zum vierten Mal nacheinander die erste Runde des DFB-Pokals.

Mannheim musste dagegen die erste Pflichtspielniederlage der Saison hinnehmen. Zuvor hatte der Waldhof vier Punkte in der 3. Liga gesammelt. Die Leistung gegen den Zweitligisten zeigte, dass die Mannschaft auch gegen einen höherklassigen Gegner bestehen kann. Der sportliche Eindruck wurde an diesem Abend allerdings von den Vorfällen auf den Rängen überlagert. Für den Verein steht deshalb neben der bitteren Niederlage nun vor allem die Aufarbeitung der Ausschreitungen im Mittelpunkt.