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35 Polizisten verletzt: Waldhof reagiert auf Ausschreitungen gegen den FCK

Der SV Waldhof Mannheim hat nach den schweren Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern Konsequenzen angekündigt. Der Drittligist will nicht nur mit Behörden und Verbänden zusammenarbeiten, sondern auch die eigenen Abläufe hinterfragen und den Austausch mit seinen Fangruppen suchen. Nach Angaben der Polizei wurden 35 Einsatzkräfte leicht verletzt, weitere 85 Menschen mussten medizinisch behandelt werden.

Waldhof kündigt kritische Aufarbeitung an

Die sportliche Niederlage und das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal sind nach dem brisanten Südwest-Derby in den Hintergrund gerückt. Einen Tag nach der Partie nahm der SV Waldhof ausführlich Stellung und distanzierte sich deutlich von den Vorkommnissen im Carl-Benz-Stadion. Der Verein verurteilte insbesondere den Einsatz von Pyrotechnik gegen Personen, das Überwinden von Absperrungen sowie das Eindringen von Zuschauern in den Innenraum. Die besondere Rivalität zwischen beiden Klubs könne ein solches Verhalten nicht rechtfertigen. Leidenschaft gehöre zum Fußball, dürfe jedoch nicht in eine Gefährdung anderer Menschen umschlagen.

Bei der angekündigten Untersuchung will Waldhof Mannheim auch mögliche Versäumnisse im eigenen Zuständigkeitsbereich prüfen. Darüber hinaus sind Gespräche mit organisierten Fangruppen vorgesehen. Damit macht der Klub deutlich, dass die Aufarbeitung nicht ausschließlich Polizei, DFB und Ermittlungsbehörden überlassen werden soll.

Polizei meldet zahlreiche Verletzte

Ausgangspunkt der Eskalation waren offenbar mehrere Zwischenfälle nach den torlosen 90 Minuten. Zunächst gerieten Spieler auf dem Rasen aneinander. Anschließend sollen aus dem Mannheimer Zuschauerbereich Gegenstände in Richtung der Kaiserslauterer Bank geflogen sein. Nach bisherigen Schilderungen wurde daraufhin aus dem Gästeblock Pyrotechnik in Richtung der Haupttribüne abgefeuert. Mehrere Waldhof-Anhänger überwanden anschließend die Absperrungen und gelangten auf den Platz. Die Polizei drängte die Beteiligten zurück in den Heimblock. Dabei kamen auch berittene Kräfte zum Einsatz.

Infolge des Pyrotechnikbeschusses erlitten laut Polizei 35 Beamtinnen und Beamte leichte Verletzungen. Weitere 85 Personen wurden wegen Rauchgasen sowie nach dem Einsatz von Pfefferspray medizinisch versorgt. Zudem nahm die Polizei mehrere Fußballfans fest. Die Ermittlungen richten sich unter anderem auf mögliche Beleidigungen, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Nach dem Spiel soll außerdem die zuvor gezeigte Waldhof-Choreografie von Personen aus dem Gästebereich angezündet worden sein. Die Feuerwehr löschte den Brand.

Auch der DFB prüft die Geschehnisse

Neben dem SV Waldhof hat auch der Deutsche Fußball-Bund eine umfassende Auswertung angekündigt. Die vorliegenden Berichte sollen geprüft und anschließend an die zuständigen Gremien weitergegeben werden. Damit drohen beiden Vereinen sportgerichtliche Verfahren und mögliche Sanktionen – über deren Umfang lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch keine belastbare Aussage treffen. Der Mannheimer Klub bedankte sich bei den Einsatz- und Ordnungskräften sowie beim Schiedsrichterteam für den Umgang mit der schwierigen Lage. Den verletzten Polizisten und allen weiteren Betroffenen wünschte der Verein eine vollständige Genesung.

Sportlich erreichte der 1. FC Kaiserslautern die zweite Hauptrunde. Der Waldhof gratulierte dem Rivalen zum Weiterkommen. In den kommenden Tagen dürfte jedoch vor allem die Frage im Mittelpunkt stehen, wie es zu den Sicherheitsproblemen kommen konnte und welche Konsequenzen Vereine, Verband und Behörden daraus ziehen.