Der 1. FC Saarbrücken hat gegen die SG Sonnenhof Großaspach einen emotionalen 2:1-Heimsieg gefeiert. Siemen Voet sorgte erst in der siebten Minute der Nachspielzeit für die Entscheidung. Nach einer spielerisch nicht immer überzeugenden Vorstellung rückten beim FCS anschließend vor allem Moral, Leidenschaft und die Erleichterung über drei Punkte in den Mittelpunkt.
Giannikis sieht fehlende Frische
Dass sich Saarbrücken gegen Großaspach lange schwertat, überraschte Trainer Argirios Giannikis nicht völlig. Noch unter der Woche hatte seine Mannschaft eine intensive Partie in Münster absolviert. Die Belastung machte sich aus seiner Sicht bemerkbar. „Wir haben heute gemerkt, dass uns ein bisschen Regeneration gefehlt hat, nach dem sehr intensiven Spiel in Münster“, erklärte Giannikis. Vor allem die fehlende Präzision störte den FCS-Coach: „Wir waren zu unsauber in unseren Aktionen.“
Dabei hätte die Partie aus Saarbrücker Sicht früh eine andere Richtung nehmen können. Florian Pick brachte den Ball im ersten Durchgang im Tor unter, der Treffer wurde allerdings wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Giannikis hätte sich gerade in dieser Phase die Führung gewünscht: „Heute war so ein Tag, an dem hätten wir das aberkannte Tor von Florian Pick gebraucht, um mehr Sicherheit zu bekommen.“ Stattdessen geriet der FCS nach der Pause durch Niklas Pollex in Rückstand. Patrick Sontheimer glich in der 64. Minute aus, ehe die Gastgeber in der Schlussphase immer mehr Druck entwickelten.
„Das zeigt die Moral der Mannschaft“
Für Giannikis war vor allem die Reaktion seiner Mannschaft entscheidend. Saarbrücken gab sich mit dem Unentschieden nicht zufrieden und suchte bis zum Ende den Weg nach vorne. „Wir haben uns in der Schlussphase immer weiter Chancen herausgespielt, da hat sich angedeutet, dass noch etwas gehen kann“, sagte der 46-Jährige. Dass seine Mannschaft ausgerechnet an einem spielerisch schwierigen Tag noch drei Punkte holte, wertete er als Zeichen ihrer Mentalität: „Wir haben schon Spiele nicht gewonnen, in denen wir deutlich besser agiert haben. Aber das zeigt die Moral der Mannschaft.“ Auch beim Einsatz hatte Giannikis wenig zu beanstanden. „In Sachen Leidenschaft haben wir alles investiert.“
Voet genießt den besonderen Moment
Zum Mann des Abends wurde schließlich Siemen Voet. Nach einer Ecke von Philip Fahrner und der anschließenden Vorarbeit von Kai Brünker traf der Innenverteidiger in der 97. Minute zum 2:1. Für Voet war der Treffer auch deshalb besonders, weil er zuvor bereits zweimal gefährlich geworden war. „Ich war heute vorher schon zweimal nah dran und habe gehofft, dass noch eine Chance kommt“, berichtete der 26-Jährige. Als sich diese Gelegenheit tatsächlich bot, musste er nicht lange überlegen. „Der Ball kam perfekt, dann denkst du nicht nach und schließt einfach ab.“
Was danach im Ludwigspark los war, hinterließ beim Siegtorschützen besonderen Eindruck. „Mit einem Tor so viele Menschen glücklich zu machen, ist Wahnsinn. So ein Tor ist einfach Leidenschaft und Emotion.“ Für Saarbrücken war der Erfolg damit weit mehr als das Ergebnis einer überzeugenden spielerischen Vorstellung. Der FCS musste einen Rückstand verkraften, geduldig bleiben und bis tief in die Nachspielzeit an seine Chance glauben. Genau diese Eigenschaften stellten Giannikis und Voet nach dem Schlusspfiff in den Vordergrund.



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