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Hammer-Urteil gegen Waldhof Mannheim: Teilausschluss beim nächsten Heimspiel

Foto: Waldhof X

Die Ausschreitungen beim DFB-Pokalduell gegen den 1. FC Kaiserslautern haben für den SV Waldhof Mannheim erhebliche Konsequenzen. Neben einer Geldstrafe von 100.000 Euro muss der Drittligist beim kommenden Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II auf einen großen Teil seiner Zuschauer verzichten. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

DFB greift durch: Waldhof muss Zuschauer ausschließen

Für den SV Waldhof Mannheim hat das brisante Pokalderby gegen den 1. FC Kaiserslautern ein kostspieliges Nachspiel. Das DFB-Sportgericht verhängte am Donnerstag eine Geldstrafe von 100.000 Euro, von denen 40.000 Euro für eigene sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden dürfen. Zudem wurde für zwei Heimspiele in der 3. Liga ein teilweiser Zuschauerausschluss angeordnet. Allerdings wurde die Maßnahme für eine der beiden Begegnungen zur Bewährung ausgesetzt. Damit steht fest, dass die Mannheimer bereits im nächsten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II vor einer deutlich reduzierten Kulisse antreten müssen. Der Verein hat die Sanktionen akzeptiert, wodurch die Entscheidung rechtskräftig ist.

Diese Waldhof-Fans dürfen gegen Hoffenheim II ins Stadion

Die Strafe trifft vor allem jene Anhänger, die keine Dauerkarte besitzen. Ein zusätzlicher Ticketverkauf ist für die Begegnung ausdrücklich untersagt. Zutritt erhalten ausschließlich Sitzplatz-Dauerkarteninhaber der Blöcke 1 bis 6 sowie 11 bis 18. Auch Besitzer von Stehplatz-Dauerkarten aus den Blöcken F, G, H, M, N und O, deren Bereiche nicht an den Ausschreitungen beteiligt waren, dürfen die Partie verfolgen. Darüber hinaus sind VIP- und Schiedsrichterkarten sowie Eintrittskarten für Anhänger der Gäste zugelassen.

Für den Waldhof bedeutet diese Entscheidung nicht nur einen erheblichen finanziellen Einschnitt durch die Geldstrafe. Auch mögliche Einnahmen aus dem regulären Tageskartenverkauf für die Partie gegen Hoffenheim II entfallen.

Waldhof verschärft Sicherheitsmaßnahmen im Carl-Benz-Stadion

Parallel zu den sportgerichtlichen Konsequenzen arbeitet der Drittligist an einer umfassenden Verbesserung seines Sicherheitskonzepts. Bereits nach den Vorfällen im Pokal hatte die Vereinsführung Gespräche mit der Stadt Mannheim und dem Innenministerium Baden-Württemberg aufgenommen. Inzwischen wurden nach Vereinsangaben erste Veränderungen umgesetzt. So ist der Ordnungsdienst in besonders sensiblen Stadionbereichen verstärkt worden. Weitere Maßnahmen sollen folgen. Dazu gehören zusätzliche technische Überwachungsmöglichkeiten und optimierte Einlasskontrollen.

Auch bei der Aufarbeitung der Ausschreitungen will der Klub konsequent vorgehen. Sollten einzelne Beteiligte identifiziert werden, drohen ihnen entsprechende Sanktionen. Dazu zählt ausdrücklich die Verhängung von Stadionverboten. Der Verein distanzierte sich erneut von den Geschehnissen und machte deutlich, dass Gewalt und die Gefährdung anderer Menschen nicht mit seinem Selbstverständnis vereinbar seien.

Verein setzt weiterhin auf den Dialog mit der Fanszene

Trotz der schwerwiegenden Vorfälle möchte der Waldhof die Zusammenarbeit mit seinen Anhängern nicht grundsätzlich infrage stellen. Vielmehr soll der Austausch mit den organisierten Fangruppen fortgesetzt werden. In den vergangenen Wochen fanden dazu bereits Gespräche mit Fanvertretern, Sicherheitsverantwortlichen und weiteren Beteiligten statt. Ein zentraler Bestandteil der zukünftigen Sicherheitsstrategie soll ein umfassendes Schutzkonzept für das Carl-Benz-Stadion werden. Ein eigens vorgesehenes Team soll dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Besucher zu verbessern. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Familien und Kindern.

Für die Mannheimer geht es somit längst um mehr als die Bewältigung einer empfindlichen DFB-Strafe. Der Verein steht vor der Aufgabe, die Konsequenzen aus dem Pokalderby nachhaltig umzusetzen und gleichzeitig das Vertrauen seiner Stadionbesucher zu stärken. Mit dem bevorstehenden Zuschauer-Teilausschluss werden die Auswirkungen der Ausschreitungen nun erstmals auch im Ligaalltag deutlich spürbar.

DFB-Vizepräsident Bergmann findet deutliche Worte

Thomas Bergmann, DFB-Vizepräsident für Rechtsangelegenheiten, ließ an der Haltung des Verbandes keinen Zweifel. „Die Vorfälle in Mannheim haben eine Grenze weit überschritten, mit Fantum und Fankultur hat das nicht im Ansatz zu tun“, erklärte er. Insbesondere die Angriffe auf Menschen und Sicherheitskräfte seien nicht hinnehmbar. Der Verband sieht sich deshalb zu einem entschlossenen Vorgehen verpflichtet. „Der Zuschauerteilausschluss ist deshalb ein klares Signal“, so Bergmann. Zugleich nahm er den SV Waldhof in die Pflicht, die verhängten Maßnahmen umzusetzen und gemeinsam mit den Fans, Sicherheitsbehörden und dem DFB eine Wiederholung derartiger Szenen zu verhindern.

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