Alemannia Aachen hat im Heimspiel gegen Hansa Rostock die passende Antwort auf die jüngsten Rückschläge gegeben. Die Mannschaft von Trainer Mersad Selimbegovic setzte sich am Samstag mit 2:0 gegen die Hanseaten durch und beendete damit ihre Serie von zwei Niederlagen. Während die Aachener vor allem vor der Pause überzeugten, kassierte Hansa die nächste Pleite und musste die Partie nach einem späten Platzverweis in Unterzahl beenden.
Selimbegovics Umstellungen zeigen Wirkung
Nach dem enttäuschenden 0:3 beim SV Wehen Wiesbaden hatte Selimbegovic Konsequenzen gezogen und seine Offensive auf drei Positionen verändert. Mika Schroers, Louis Köster und Georg Ermolaev erhielten das Vertrauen für die Startelf. Besonders die Rückkehr von Schroers, der zuletzt krankheitsbedingt gefehlt hatte, erwies sich als wertvoll. Der Offensivspieler war maßgeblich am frühen Führungstreffer beteiligt. Nach einem Ballverlust der Rostocker im Mittelfeld erkannte Schroers die Lücke in der gegnerischen Defensive und setzte Köster mit einem präzisen Zuspiel in Szene. Der Angreifer ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und überwand Hansa-Torhüter Luca Unbehaun in der achten Minute zum 1:0.
Die Führung gab den Hausherren zusätzliche Sicherheit. Aachen verteidigte aufmerksam, gewann wichtige Zweikämpfe und fand bei Ballgewinnen immer wieder den direkten Weg in die Offensive. Rostock hatte zwar längere Ballbesitzphasen, konnte daraus aber zunächst kaum gefährliche Abschlüsse entwickeln. In der 26. Minute vergrößerte Lukas Scepanik den Vorsprung. Der 25-Meter-Freistoß des Aachener Flügelspielers wurde für Unbehaun zum Problem: Der Schlussmann verschätzte sich bei dem aufspringenden Ball und konnte den Einschlag zum 2:0 nicht verhindern. Auch anschließend blieb Aachen gefährlich. Vor allem Scepanik und Ermolaev beschäftigten die Rostocker Abwehr, die bis zur Halbzeit immer wieder Schwierigkeiten bekam.
Riemann hält Aachen auf Kurs
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Kräfteverhältnis. Hansa-Trainer André Breitenreiter brachte Maximilian Krauß für Leon Dajaku und sah eine deutlich aktivere Rostocker Mannschaft. Die Gäste attackierten früher und erhöhten das Tempo ihrer Angriffe. Allerdings gehörte die erste gute Gelegenheit nach Wiederbeginn noch den Gastgebern. Dylan Leonard verfehlte nach einer erneuten Hereingabe in den Strafraum das Tor nur knapp.
Anschließend rückte Manuel Riemann zunehmend in den Mittelpunkt. In der 51. Minute verhinderte der Aachener Schlussmann mit einer starken Fußabwehr gegen Niklas Kölle den Anschlusstreffer. Wenig später vergab David Kopacz aus aussichtsreicher Position, als er den Ball über das Gehäuse schoss. Breitenreiter reagierte mit weiteren personellen Veränderungen und brachte unter anderem Andreas Voglsammer und Jonas Dirkner. Die Rostocker bemühten sich um mehr Präsenz im Angriff, fanden gegen die inzwischen tiefer stehende Alemannia aber zu selten eine entscheidende Lücke.
Aachen beschränkte sich keineswegs ausschließlich auf die Verteidigung. Der eingewechselte Daniel Starodid zwang Unbehaun in der Schlussphase mit einem Distanzschuss zu einer starken Parade.
Rostocks Aufholjagd endet mit Platzverweis
Je näher der Abpfiff rückte, desto deutlicher wurde die fehlende Durchschlagskraft der Gäste. Aachen hielt die Räume eng und ließ nur noch wenige Abschlüsse zu. In der Nachspielzeit kam für Hansa ein weiterer Rückschlag hinzu. Jonas Dirkner sah in der 95. Minute nach einem harten Einsatz gegen Kacper Koscierski die Rote Karte. Zuvor war bereits Trainer Breitenreiter wegen seines Verhaltens an der Seitenlinie verwarnt worden.
Für Rostock war es nach dem 0:2 gegen den SV Meppen die zweite Niederlage innerhalb weniger Tage. Besonders die Anfälligkeit bei gegnerischen Ballgewinnen und die mangelnde Chancenverwertung dürften den Hanseaten zu denken geben. Aachen durfte dagegen vor 24.430 Zuschauern auf dem Tivoli den vierten Saisonsieg feiern. Neben den drei Punkten dürfte Selimbegovic vor allem die Reaktion seiner Mannschaft zufriedenstellen. Nach zwei Niederlagen zeigte die Alemannia wieder mehr Entschlossenheit und brachte ihren Vorsprung auch während einer schwierigen zweiten Halbzeit über die Zeit. Am kommenden Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart II die nächste Bewährungsprobe.



Diskussion eröffnen
Sachlich, fair und direkt über die 3. Liga diskutieren.