Der FC Ingolstadt setzt seinen Aufwärtstrend unter Trainer Achim Beierlorzer fort. Mit einem 1:0 (0:0) gegen Rot-Weiss Essen feierten die Schanzer am Samstag ihren ersten Heimsieg der Saison und holten innerhalb weniger Tage sechs Punkte. Für die Gäste aus dem Ruhrgebiet bedeutet die Niederlage dagegen einen empfindlichen Rückschlag im Aufstiegsrennen. Nach zwölf Pflichtspielen ohne Pleite ist die Erfolgsserie von RWE gerissen.
Ingolstadt findet unter Beierlorzer in die Erfolgsspur
Beim FC Ingolstadt scheint der Trainerwechsel allmählich Wirkung zu zeigen. Nach dem deutlichen 3:0-Auswärtserfolg bei Waldhof Mannheim gelang den Oberbayern nun auch gegen eines der Spitzenteams der 3. Liga ein wichtiger Sieg. Besonders bemerkenswert: Zum zweiten Mal hintereinander blieb der FCI ohne Gegentor. Dabei hatte Achim Beierlorzer erst Anfang Oktober die Verantwortung übernommen. Sein Einstand beim 2:4 gegen Wehen Wiesbaden verlief noch enttäuschend. Inzwischen hat seine Mannschaft jedoch zwei Siege nacheinander eingefahren und sich damit vorerst von den unteren Tabellenplätzen entfernt.
Gegen Essen bewiesen die Ingolstädter vor allem Geduld und defensive Widerstandsfähigkeit. Obwohl die Gäste über weite Strecken mehr Spielanteile besaßen, hielt der FCI die Partie offen und nutzte schließlich seine Gelegenheit.
Scholz trifft – Ingolstadt dreht nach der Pause auf
Die entscheidende Szene ereignete sich unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Zunächst verhinderte Essens Torhüter Jakob Golz mit einer Parade gegen Lars Lokotsch den Rückstand. Bei der anschließenden Ecke von Dennis Kaygin war der Schlussmann allerdings weniger glücklich. Jonas Scholz setzte sich im Strafraum durch und köpfte den Ball in Richtung Tor. Golz konnte den Abschluss nicht festhalten, sodass das Spielgerät trotz eines Klärungsversuchs die Linie überschritt (47.).
Die Führung gab den Gastgebern sichtlich Sicherheit. Ingolstadt entwickelte nun deutlich mehr Zug zum Tor und brachte die Essener Hintermannschaft wiederholt in Bedrängnis. Benjamin Kanuric zwang Golz mit einem Distanzschuss zu einer weiteren Parade. Wenig später verfehlte Lokotsch das Tor aus kurzer Entfernung per Kopf nur knapp. Aus einer bis dahin vor allem defensiv geforderten Mannschaft war plötzlich ein Gegner geworden, der selbst mehrere Möglichkeiten auf einen weiteren Treffer besaß.
Essen scheitert an der eigenen Chancenverwertung
Für Rot-Weiss Essen war die Niederlage besonders ärgerlich, weil die Mannschaft von Uwe Koschinat bereits vor der Pause genügend Möglichkeiten gehabt hatte, die Begegnung in eine andere Richtung zu lenken. Vor allem Jannik Hofmann sorgte nach seiner Rückkehr in die Startelf über die rechte Seite für Gefahr. Mehrfach brachte er die Ingolstädter Abwehr in Schwierigkeiten. Auch Dickson Abiama und Marek Janssen kamen zu aussichtsreichen Abschlüssen, fanden allerdings keinen Weg vorbei an der Defensive oder FCI-Torhüter David Klein.
Bereits früh hatte Essen den Ball im gegnerischen Tor untergebracht. Wegen einer Abseitsstellung wurde der Treffer jedoch aberkannt. Kurz vor dem Seitenwechsel fehlte Noah Pesch bei einem weiteren Abschluss nur wenig zur Führung. Nach dem Rückstand versuchte RWE, den Druck erneut zu erhöhen. Koschinat reagierte mit mehreren Wechseln und brachte unter anderem Lucas Brumme und Ekin Celebi. Doch auch die frischen Kräfte konnten die fehlende Präzision im Abschluss nicht beheben.
Hinzu kamen zwei Situationen, in denen die Gäste einen Strafstoß forderten. Beide Male blieb der Pfiff des Schiedsrichters aus. In der Schlussphase verteidigte Ingolstadt kompakt und ließ nur noch wenige klare Möglichkeiten zu. Essen kam zwar weiterhin in die Nähe des gegnerischen Strafraums, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern. Für die Schanzer ist der Erfolg ein weiterer wichtiger Schritt aus der schwierigen Anfangsphase der Saison.
Mit nun 14 Punkten verbesserten sich die Ingolstädter vorerst auf den neunten Tabellenplatz. Bereits am kommenden Samstag wartet mit dem MSV Duisburg der nächste anspruchsvolle Gegner. Rot-Weiss Essen bleibt dagegen auf dem dritten Rang und verpasst die Gelegenheit, auf den zweiten Tabellenplatz vorzurücken. Vor dem Heimspiel gegen Jahn Regensburg am kommenden Freitag dürfte insbesondere die Chancenverwertung zum Thema werden. Denn gegen Ingolstadt zeigte sich, dass spielerische Überlegenheit allein nicht ausreicht, um im Aufstiegsrennen dauerhaft zu punkten.



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