Der SV Waldhof Mannheim steht vor dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II unter Zugzwang. Nach zwei Niederlagen ohne eigenen Treffer wollen die Kurpfälzer am Sonntag um 19:30 Uhr wieder punkten. Einfach dürfte das allerdings nicht werden: Die Hoffenheimer Reserve reist als Tabellenfünfter an und hat zuletzt mit einem 2:1-Erfolg gegen den SC Verl Selbstvertrauen gesammelt.
Waldhof will nach zwei Rückschlägen die Wende
Beim SV Waldhof Mannheim wechselten sich zuletzt überzeugende Auftritte und deutliche Rückschläge ab. Auf einen 2:0-Heimsieg gegen Preußen Münster und einen 5:1-Auswärtserfolg bei der SG Sonnenhof Großaspach folgten zwei Begegnungen, in denen die Mannschaft offensiv wirkungslos blieb. Gegen den FC Ingolstadt setzte es ein 0:3, bei den Würzburger Kickers verlor der SVW anschließend mit 0:2. Mit 13 Punkten belegen die Mannheimer derzeit den elften Tabellenplatz. Der Abstand zur Hoffenheimer U23 beträgt lediglich drei Zähler.
Entsprechend groß ist die Bedeutung des direkten Vergleichs für beide Mannschaften. Ungeachtet der jüngsten Ergebnisse erwartet TSG-Trainer Stefan Kleineheismann einen schwierigen Gegner. Besonders die Offensivqualitäten und die taktische Variabilität der Mannheimer hat der 42-Jährige im Blick. Seine Mannschaft müsse sich auf unterschiedliche Spielsituationen einstellen und vor allem in den Zweikämpfen bestehen „Da gilt es, dagegenzuhalten. Auf dem Platz müssen wir gute Entscheidungen treffen und das eigene Spiel auch mal anpassen“, fordert Kleineheismann.
Hoffenheim trotz Umbruch in der Spitzengruppe
Während Waldhof zuletzt zweimal leer ausging, haben die Kraichgauer ihren Platz im oberen Tabellendrittel gefestigt. 16 Punkte aus zehn Begegnungen bedeuten Rang fünf. Besonders der erfolgreiche Abschluss der Englischen Woche gegen den SC Verl dürfte der jungen Mannschaft zusätzliches Selbstvertrauen gegeben haben. Dabei musste die TSG im Sommer einen personellen Umbruch bewältigen. Dass die Mannschaft dennoch frühzeitig konkurrenzfähig ist, wertet Kleineheismann positiv. Zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf ist der Trainer deshalb durchaus, wenngleich er weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten erkennt.
„Wir sind grundsätzlich zufrieden mit Platz fünf nach zehn Spielen, haben in unserer Entwicklung aber natürlich auch noch Luft nach oben“, erklärt der Hoffenheimer Coach. Ein wichtiger Bestandteil der bisherigen Entwicklung ist die Stabilität gegen den Ball. Neben spielerischen Fortschritten hat die U23 nach Einschätzung ihres Trainers auch körperlich zugelegt. Diese Eigenschaften sollen besonders gegen die zweikampfstarken Mannheimer zum Tragen kommen. „Die Defensive ist immer unsere Basis“, so Kleineheismann.
Vier Ausfälle erschweren die Aufgabe
Bei der Zusammenstellung seiner Mannschaft muss der TSG-Trainer auf mehrere Spieler verzichten. Florian Micheler fällt mit einer Wadenverletzung aus, Zain Biazid fehlt aufgrund einer Oberschenkelverletzung. Auch Alex Honajzer steht wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht zur Verfügung. Zusätzlich muss Hoffenheim ohne Tobias Trautner auskommen. Der Torhüter laboriert an einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich. Insgesamt fehlen der TSG damit vier Akteure.
Dass die junge Mannschaft auch in fremden Stadien bestehen kann, hat sie bereits unter Beweis gestellt. Beim 2:0-Auswärtssieg in Düsseldorf sowie bei der knappen 2:3-Niederlage in Duisburg zeigte Hoffenheim vor größeren Kulissen ansprechende Leistungen.
Lokalduell vor eingeschränkter Zuschauerkulisse
Eine vollständig besetzte Arena wird es am Sonntag allerdings nicht geben. Der Deutsche Fußball-Bund hat gegen Waldhof Mannheim einen Zuschauer-Teilausschluss verhängt. Hintergrund sind die Vorkommnisse beim DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Für Kleineheismann bleibt die Begegnung dennoch etwas Besonderes. „Für uns ist das Spiel in Mannheim ein Lokalderby“, sagt der TSG-Coach. Auch mit reduzierter Zuschauerzahl erwartet er eine beeindruckende Atmosphäre. Ein Blick auf die vergangene Saison zeigt, dass sich die Hoffenheimer gegen den SVW durchaus behaupten konnten. In Mannheim trennten sich beide Mannschaften mit einem 1:1. Das zweite Duell entschied die TSG durch Tore von Arian Llugiqi und Ayoube Amaimouni-Echghouyab mit 2:0 für sich.
Ob Hoffenheim erneut Zählbares aus Mannheim mitnehmen kann, dürfte wesentlich von der defensiven Organisation und der Chancenverwertung abhängen. Für den Waldhof bietet die Begegnung dagegen die Gelegenheit, die jüngsten Rückschläge hinter sich zu lassen und den Abstand zu den Kraichgauern vollständig aufzuholen.



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