Vier zusätzliche Ligaspiele für jeden Verein und ein weiterer Abstiegsplatz: Der Gegenentwurf aus Bayern würde die Regionalliga-Reform unmittelbar in die 3. Liga verlagern. BFV-Präsident Christoph Kern hat gegenüber BR24Sport angekündigt, einen Antrag für das sogenannte 22/5-Modell einzubringen. Statt die Zahl der Regionalligen zu reduzieren, soll die 3. Liga von 20 auf 22 Mannschaften wachsen. Alle fünf Regionalliga-Meister könnten dann aufsteigen.
Aus 38 würden 42 Spieltage
Für die Drittligisten steckt hinter der scheinbar kleinen Erweiterung ein erheblicher Eingriff in den Wettbewerb. Bei unveränderter Hin- und Rückrunde müsste jeder Klub 42 statt bisher 38 Partien bestreiten. Zwei zusätzliche Heimspiele stünden zwei weiteren Auswärtsfahrten gegenüber. Die gesamte Liga käme rechnerisch auf 462 Begegnungen statt 380 – ein Plus von 82 Spielen pro Saison. Zusätzliche Heimspiele könnten weitere Zuschauereinnahmen bringen. Gleichzeitig müssten vier weitere Spieltage im Kalender untergebracht werden. Welche wirtschaftliche Wirkung überwiegen würde, lässt sich allein aus der größeren Zahl der Begegnungen nicht ableiten. Dafür wären unter anderem die künftige Erlösverteilung und die zusätzlichen Kosten entscheidend.
Auch der Abstieg würde verändert
Zum bayerischen Vorschlag gehören fünf Absteiger aus der 3. Liga. Die Liga würde damit nicht nur größer: Auch ein zusätzlicher Verein müsste am Saisonende den Weg in die Regionalliga antreten. Der garantierte Aufstieg aller fünf Meister wäre für die Drittligisten also mit einer veränderten Abstiegsregel verbunden. Kern verbindet seinen Vorstoß mit Kritik am Kompassmodell. Er bemängelt gegenüber dem BR vor allem offene Fragen bei der jährlichen Staffelzuordnung und beim Übergang zum neuen System. „Da muss nachgebessert werden, oder man muss von diesem Modell Abstand nehmen“, sagte der BFV-Präsident.
Der DFB verfolgt einen anderen Weg
Die vom DFB vorbereitete Alternative setzt bei der vierten Spielklasse an. Vier Regionalligen mit jeweils 20 Teams sollen nach geografischen Gesichtspunkten zusammengestellt werden. Jeder Meister könnte direkt aufsteigen. Als Qualifikationssaison ist 2027/28 vorgesehen, der Start der neuen Struktur wäre 2028/29. Damit ließe sich das Aufstiegsproblem ohne zwei zusätzliche Drittligisten lösen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Der außerordentliche DFB-Bundestag ist für den 18. Dezember vorgesehen. Nach einem aktuellen BILD-Bericht wird zudem geprüft, welche Mehrheit für einen Aufstockungsantrag erforderlich wäre. Diese Verfahrensfrage ist nicht mit einer Zustimmung zur größeren Liga gleichzusetzen. Für die Drittligisten geht es in der Debatte jedenfalls längst um mehr als die Neuordnung der Spielklasse unter ihnen.


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