Nach der Niederlage in Ingolstadt beschäftigt den MSV Duisburg auch eine Regelfrage. Trainer Dietmar Hirsch kritisierte die Umsetzung des Fünf-Sekunden-Countdowns bei Abstößen deutlich. Der Blick in die offiziellen Vorgaben zeigt, an welcher Stelle die Beurteilung des Schiedsrichters entscheidend wird.
Hirsch ärgert sich über die praktische Anwendung
Beim 1:2 am Samstag hatte Duisburg eine frühe Führung und die lange Überzahl nach dem Platzverweis gegen Georgios Antzoulas nicht zum Punktgewinn genutzt. Hirsch benannte anschließend sportliche Mängel. Daneben störte ihn, wie mit verzögerten Spielfortsetzungen umgegangen wurde. Nach der Partie beschwerte sich Hirsch auf der anschließenden Pressekonferenz. Der Trainer des MSV beanstandete, dass der Countdown zu spät begonnen und zu lange gedauert habe. Auch die dreiminütige Nachspielzeit hielt er angesichts der aus seiner Sicht verlorenen Zeit für unzureichend. „Die Regel ist ein völliger Witz“, schimpfte Hirsch.
Der Schiedsrichter muss eine Verzögerung erkennen
Das IFAB-Protokoll für die Saison 2026/27 knüpft den Countdown an eine konkrete Voraussetzung: Der Schiedsrichter stellt fest, dass die ausführende Mannschaft einen Einwurf oder Abstoß absichtlich verzögert. Anschließend zeigt er mit erhobener Hand sichtbar die fünf Sekunden an. Eine vorherige Aufforderung zur schnelleren Ausführung ist möglich. Ist der Ball nach Ablauf des Countdowns noch nicht im Spiel, erhält bei einem verzögerten Abstoß die gegnerische Mannschaft einen Eckstoß. Bei einem Einwurf geht die Spielfortsetzung an den Gegner. Damit sehen die Vorgaben einen unmittelbar spürbaren sportlichen Nachteil für Zeitspiel vor.
Der Unparteiische darf den Countdown bereits beginnen, während ein Spieler den Ball absichtlich langsam holt. Die Beurteilung der Verzögerung geht dem sichtbaren Herunterzählen voraus. Hirschs Kritik berührt damit vor allem die Frage, wann diese Schwelle in der Praxis erreicht ist und wie konsequent anschließend gezählt wird.
Die Ursachen der Niederlage benennt Hirsch beim MSV
Ob einzelne Situationen in Ingolstadt regelwidrig behandelt wurden, lässt sich aus der Kritik des Trainers allein nicht feststellen. Die offizielle Vorgabe erklärt das Verfahren; seine konkrete Anwendung in der Partie bedürfte einer gesonderten Prüfung der betreffenden Szenen. Für das Ergebnis nahm Hirsch seine Mannschaft in die Verantwortung. „Der Schiedsrichter hat gar nichts damit zu tun, dass wir das Spiel verloren haben“, so Hirsch. Der MSV hatte trotz des personellen Vorteils zu wenige Lösungen gegen die Ingolstädter Defensive gefunden.
Duisburg bleibt mit 25 Punkten Tabellenführer. Der Abstand zu Viktoria Köln beträgt zwei Zähler. Die Regelkritik begleitet damit einen sportlichen Rückschlag, auf den Hirsch mit seinem Team nun eine Antwort finden muss.


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