Der FC Ingolstadt und die Würzburger Kickers haben sich zum Auftakt der neuen Drittliga-Saison mit 2:2 getrennt. Während der Aufsteiger nach vierjähriger Abstinenz mit dem Auswärtspunkt gut leben konnte, herrschte bei den Schanzern vor allem Enttäuschung. Die Mannschaft von Trainerin Sabrina Wittmann hatte zweimal geführt und besonders in der Anfangsphase zahlreiche Möglichkeiten auf einen Heimsieg.
Vor knapp 5.200 Zuschauern im Audi-Sportpark erwischte der FCI den deutlich besseren Start. Lars Lokotsch traf zunächst den Pfosten und scheiterte wenig später mit einem Kopfball an Würzburgs Torhüter Johann Hipper. In der 16. Minute belohnte sich der Ingolstädter Neuzugang schließlich und brachte die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Die Antwort der Kickers folgte nur fünf Minuten später. Liam Omore konnte unbedrängt flanken, Tarsis Bonga köpfte am Elfmeterpunkt zum 1:1 ein. Kurz vor der Pause gingen die Schanzer erneut in Führung. Nach einer sehenswerten Hackenablage von Lokotsch traf Davide Sekulovic aus halbrechter Position zum 2:1. Doch auch dieser Vorsprung hielt nicht lange: In der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Omore zum erneuten Ausgleich ein.
Lokotsch ärgert sich über vergebenen Heimsieg
Nach dem Abpfiff überwog auf Ingolstädter Seite der Frust. „Am Ende überwiegt ein bisschen die Bitterkeit“, erklärte Lokotsch gegenüber „Sport1„.. Aus seiner Sicht wäre für den FCI mehr als ein Punkt möglich gewesen. Gerade im ersten Durchgang hätten die Gastgeber genügend Chancen besessen, um sich frühzeitig abzusetzen. Gleichzeitig erkannte der Angreifer die Moral des Aufsteigers an. Würzburg habe den Schwung aus der vergangenen Saison mitgenommen und sich auch von zwei Rückständen nicht aus der Partie drängen lassen. In der zweiten Halbzeit verteidigten die Kickers tiefer und kompakter, während Ingolstadt zunehmend die passenden Lösungen fehlten.
Gärtner kritisiert Verhalten bei den Gegentoren
Deutlich wurde auch Geschäftsführer Harald Gärtner. Mit dem offensiven Auftritt zeigte er sich grundsätzlich einverstanden, mit dem Verhalten in der Defensive dagegen überhaupt nicht. „Hinten haben wir dilettantisch verteidigt“, lautete sein schonungsloses Urteil. Gärtner bemängelte vor allem, dass seine Mannschaft beide Führungen zu leichtfertig wieder aus der Hand gegeben hatte. Gerade bei den hohen Temperaturen hätte der FCI seine Vorsprünge mit mehr Entschlossenheit verteidigen müssen. Die Schanzer müssten sich jene Emotionalität und Widerstandsfähigkeit zurückerarbeiten, die die Mannschaft in der Vergangenheit ausgezeichnet hatten.
Wittmann sieht dennoch eine gute Grundlage
Trainerin Sabrina Wittmann ordnete die Partie etwas positiver ein. „Grundsätzlich bin ich mit den 90 Minuten zufrieden“, sagte die 35-Jährige. Besonders die Anfangsphasen beider Halbzeiten hätten ihr gefallen, weil ihre Mannschaft Würzburg weit in die eigene Hälfte gedrängt habe. Verbesserungsbedarf erkannte Wittmann vor allem bei der Konsequenz in beiden Strafräumen. Der FCI nutzte seine Möglichkeiten nicht ausreichend und verteidigte bei den beiden Würzburger Treffern vor der Pause nicht entschlossen genug. Dennoch will die Trainerin mit Selbstvertrauen zum kommenden Auswärtsspiel bei Preußen Münster reisen.
Würzburg freut sich auf die Heimpremiere
Auf Würzburger Seite überwog dagegen die Zufriedenheit. Kapitän Daniel Hägele räumte ein, dass seine Mannschaft zunächst große Probleme mit dem hohen Ingolstädter Pressing hatte. Der Aufsteiger spielte den Ball mehrfach genau in den gegnerischen Druck und machte den FCI dadurch zusätzlich stark. Mit zunehmender Spielzeit fanden die Kickers jedoch besser in die Partie und begegneten den Gastgebern nach der Pause auf Augenhöhe. Dass die Mannschaft trotz zweier Rückstände zurückkam, unterstrich die bereits in der Aufstiegssaison gezeigte Moral. Nun richtet sich der Blick auf das erste Drittliga-Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. „Die Vorfreude ist extrem groß“, so Hägele. Die Rückkehr in den Profifußball sei in Würzburg bereits deutlich zu spüren. Am Dallenberg will der Aufsteiger nun den Schwung aus dem Punktgewinn in Ingolstadt mitnehmen und die eigenen Fans für die neue Saison begeistern.



