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FCS-Stadionsprecher kontert Essen: Das steckt hinter den französischen Ansagen

Der deutliche 5:2-Erfolg des 1. FC Saarbrücken gegen Rot-Weiss Essen hatte für Christoph Tautz noch eine zusätzliche Ebene. Der langjährige FCS-Stadionsprecher griff eine Provokation aus dem vorherigen Duell auf – und antwortete darauf mit französischen Ansagen, einem Seitenhieb und schließlich sogar einem ungewöhnlichen Musikwunsch nach dem fünften Treffer.

Eine Bemerkung aus Essen blieb hängen

Mehrere Jahre ist Christoph Tautz inzwischen als Stadionsprecher des 1. FC Saarbrücken tätig. Der 44-Jährige, der hauptberuflich als Radiomoderator beim Hessischen Rundfunk arbeitet und aus Völklingen stammt, dürfte dennoch nicht jedes Spiel so vorbereitet haben wie das jüngste Duell mit Rot-Weiss Essen. Der Grund dafür lag bereits mehrere Monate zurück Tage zurück. Beim 2:1-Auswärtssieg des FCS an der Hafenstraße waren die Saarbrücker vom Essener Stadionsprecher als „Möchtegern-Franzosen“ begrüßt worden.

Im Saarbrücker Umfeld sorgte die Wortwahl für erheblichen Unmut. Eine unmittelbare Entschuldigung blieb damals aus, zudem wurde nach der Begegnung vom Journalisten-Verband eine Aufarbeitung des Vorfalls gefordert. Beim erneuten Aufeinandertreffen ließ Tautz erkennen, dass die Geschichte bei ihm nicht vergessen war.

Essener Aufstellung plötzlich auf Französisch

Statt die Angelegenheit mit einer ähnlich direkten Provokation zu beantworten, wählte der FCS-Stadionsprecher einen anderen Weg. Die Mannschaftsaufstellung der Gäste trug er kurzerhand auf Französisch vor. Auch bei der Begrüßung beider Mannschaften konnte sich Tautz eine Anspielung nicht verkneifen. „Schön, dass wir beide die Klasse gehalten haben“, sagte er vor der Partie. Der Satz bezog seinen Reiz aus den unterschiedlichen Saisonverläufen beider Klubs. Essen war unter Uwe Koschinat erst in der Relegation gegen Greuther Fürth gescheitert. Saarbrücken hatte seinerseits erst in der Schlussphase der Saison endgültige Sicherheit im Kampf um den Klassenerhalt erhalten. Eine wichtige Rolle spielte dabei ausgerechnet der 2:1-Erfolg in Essen.

Owusus 5:2 liefert die passende Pointe

Sportlich hatte der FCS an diesem Tag ohnehin die besseren Argumente. Besonders bemerkenswert wurde der Schlusspunkt: Kelsey Owusu traf in der Nachspielzeit zum 5:2, nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung. Für den 22-Jährigen hatte das Tor eine besondere Note. Owusu stand zuvor selbst bei Rot-Weiss Essen unter Vertrag, konnte sich dort allerdings nicht nachhaltig durchsetzen. Tautz nutzte den Treffer für den letzten Seitenhieb des Tages. Anstelle der üblichen Saarbrücker Torhymne „Saarland, Saarland, here we go“ von Leergut lief im Stadion diesmal „Frankreich, Frankreich“ von den Bläck Fööss.

Saarbrücker Fans feiern den Stadionsprecher

Während im voll besetzten Essener Gästeblock angesichts der deutlichen Niederlage die Enttäuschung überwog, kam die musikalische Pointe bei den Anhängern des FCS bestens an. Tautz wurde für seine Reaktion entsprechend gefeiert. Damit bekam eine Bemerkung aus dem April mehr als drei Monate später noch ein Nachspiel. Der Saarbrücker Stadionsprecher verzichtete auf eine offene Konfrontation – und machte stattdessen die Stadionregie zu seiner Antwort.