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Vorfall im Gästebereich: Rot-Weiss Essen kündigt harte Konsequenzen an

Nach dem Drittliga-Spiel zwischen dem 1. FC Saarbrücken und Rot-Weiss Essen beschäftigt ein Vorfall im Gästebereich nun die Ermittlungsbehörden. Auf Videoaufnahmen soll zu sehen sein, wie ein Anhänger der Essener nach dem zwischenzeitlichen Führungstreffer von Ben Hüning den Hitlergruß zeigt. RWE hat sich inzwischen klar von dem Verhalten distanziert und kündigt weitreichende Konsequenzen an, sollte die betreffende Person identifiziert werden.

Ermittlungen nach Aufnahmen aus dem Essener Block

Sportlich endete die Partie für Rot-Weiss Essen mit einer deutlichen 2:5-Niederlage. Überschattet wurde das Spiel allerdings von einer Szene auf den Rängen, die anschließend auch in den sozialen Netzwerken für Reaktionen sorgte. Nach dem Treffer von Ben Hüning zum zwischenzeitlichen 1:0 in der 21. Minute soll ein Zuschauer im Essener Gästeblock den Hitlergruß gezeigt haben. Entsprechende Videoaufnahmen verbreiteten sich nach der Begegnung im Internet.

Der 1. FC Saarbrücken bestätigte gegenüber der „WAZ“, dass die Polizei Ermittlungen aufgenommen habe. Dabei soll vorhandenes Bild- und Medienmaterial ausgewertet werden. Das Verwenden beziehungsweise Zeigen des Hitlergrußes ist in Deutschland strafbar und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

RWE will betreffende Person identifizieren

Rot-Weiss Essen reagierte auf den Vorfall und erklärte gegenüber „BILD“, bereits Kontakt mit den zuständigen Ermittlungsbehörden sowie dem AWO-Fanprojekt aufgenommen zu haben. Im Mittelpunkt stehe zunächst die Identifizierung der Person. Gleichzeitig machte der Drittligist deutlich, dass ein derartiges Verhalten nicht mit den Werten des Vereins vereinbar sei. RWE distanziere sich ausdrücklich vom Zeigen des Hitlergrußes und trete rassistischen, fremdenfeindlichen, verfassungsfeindlichen und anderen diskriminierenden Verhaltensweisen entschieden entgegen.

Sollte die Identität des Zuschauers festgestellt werden, kündigte der Klub konsequente Schritte an. Zu den vom Verein genannten Möglichkeiten gehören eine Strafanzeige sowie ein Haus- und Stadionverbot. Auch ein Vereinsausschluss kommt demnach infrage. Besonders deutlich formulierte RWE, eine Person, die sich auf diese Weise verhalte, sei beim Verein „nicht willkommen“.

Verein verweist auf Engagement gegen Diskriminierung

In seiner Stellungnahme unterstrich Rot-Weiss Essen zudem den eigenen Anspruch, für Vielfalt, Respekt und ein friedliches Zusammenleben einzustehen. Dieses Selbstverständnis gelte sowohl innerhalb des Stadions als auch darüber hinaus. Dabei verwies der Verein unter anderem auf seine Sozialinitiative ESSENER CHANCEN e. V. sowie die Zusammenarbeit mit dem AWO-Fanprojekt. Über solche Strukturen engagiere sich RWE nach eigenen Angaben bereits seit Jahren gegen Diskriminierung.

Für den Klub geht es nun vor allem darum, den Vorfall gemeinsam mit den zuständigen Stellen aufzuklären. Erst wenn die betreffende Person eindeutig ermittelt ist, können die angekündigten vereinsinternen Konsequenzen umgesetzt werden.