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RWE sucht Millionen fürs NLZ: Neubau bleibt ohne Finanzierungslösung

Beim Ausbau seines Nachwuchsleistungszentrums muss Rot-Weiss Essen eine erhebliche Finanzierungslücke schließen. Für das gewünschte neue Funktionsgebäude plant die Stadt laut der „WAZ“ derzeit keine größere finanzielle Beteiligung. Während die dauerhafte Lösung damit offenbleibt, soll eine Containeranlage zusätzliche Räume für die Nachwuchsarbeit schaffen. 

Zusätzliche Räume sollen noch 2026 kommen

Für die Jugendabteilung gibt es zumindest eine kurzfristige Perspektive: Noch in diesem Jahr sollen an der Seumannstraße Container aufgestellt werden. Nach Angaben der „WAZ“ liegt die dafür erforderliche Baugenehmigung bereits vor, bei deren Erteilung die Stadt geholfen hat. Auch ein Unterstützer ist gefunden. Die Pläne für eine Containeranlage hatte RWE bereits in einer eigenen Vereinsmitteilung bestätigt.  

RWE möchte am Nachwuchsleistungszentrum mehr als zusätzliche Umkleiden schaffen: Der geplante Neubau soll auch Platz für die Verwaltung sowie für Rehabilitation und Physiotherapie bieten. Die vom Verein bevorzugte Ausführung könnte rund zehn Millionen Euro kosten, möglicherweise sogar etwas mehr. Wie sich das Vorhaben finanzieren lässt, ist bislang jedoch offen.

Frühere Kostenaufteilung prägt die Gespräche

Eigenes Geld würde der Verein nach Informationen der Zeitung durchaus einbringen. Die verfügbaren Mittel reichen jedoch nicht annähernd aus, um das gewünschte Gebäude allein zu finanzieren. Gleichzeitig seien für das Nachwuchsleistungszentrum auch keine Gelder aus Infrastrukturmitteln vorgesehen. Dass die Stadt keinen größeren finanziellen Beitrag zum Neubau plane, sei den Vereinsvertretern bereits mitgeteilt worden. 

Bei der Frage nach der Zuständigkeit verweist die Stadt dem Bericht zufolge auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2021. Nach dem damaligen Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale habe sich RWE unter der Führung von Marcus Uhlig mit der Stadt auf eine Kostenaufteilung verständigt. Der Klub sollte demnach ein Drittel der Gesamtausgaben für die Platzmodernisierung, den Tribünenneubau und ein Umkleidegebäude übernehmen. 

Die Arbeiten auf dem Gelände begannen 2022 und wurden im folgenden Jahr umgesetzt. Demnach flossen mehr als drei Millionen Euro unter anderem in zwei Spielfelder, eine Tribüne mit 720 Plätzen und weitere Trainingsmöglichkeiten. Aus Sicht der Stadt ist ihr vereinbarter Beitrag damit erbracht. Sportausschussvorsitzender Luca Ducree hatte diese Position gegenüber der Zeitung bereits zu Jahresbeginn erläutert. 

Mit dem noch offenen Gebäudeprojekt beschäftigen sich inzwischen sowohl eine vereinsinterne Expertenrunde als auch eine gemeinsame Arbeitsgruppe von RWE und Stadt. Ohne eine größere kommunale Beteiligung wären für die umfangreiche Ausführung neben Eigenmitteln zusätzliche Sponsorenbeiträge oder ein geeignetes Förderprogramm erforderlich. Eine entsprechende Lösung zeichnet wohl bislang nicht ab. 

Stadionausbau hat einen konkreteren Zeitplan

Weiter fortgeschritten ist dagegen das separate Bauvorhaben an der Hafenstraße. Für den Ausbau des Stadions einschließlich der Schließung der Ecken sind rund 34 Millionen Euro bewilligt. Die Kostenanpassung hatte RWE nach dem Ratsbeschluss im Juli öffentlich bestätigt. Demnach soll Ende Oktober oder Anfang November 2026 als geplanter Baubeginn bestehen bestehen bleiben.

Für die Seumannstraße bleibt damit zunächst die Übergangslösung. Die entscheidende Aufgabe für RWE besteht darin, den dauerhaften Ausbau zu finanzieren, ohne das laufende Vereinsgeschäft zu belasten. Denn auch diese Grenze gehört wohl zu den Vorgaben des Klubs, dessen übergeordnetes sportliches Ziel weiterhin der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist. Die Container können zusätzliche Räume schaffen, die Finanzierung des Neubaus ersetzen sie nicht. 

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