Rot-Weiss Essen muss im letzten Abschnitt der Transferperiode eine Grundsatzentscheidung treffen. Da das vorhandene Budget voraussichtlich nur noch eine Verpflichtung zulässt, konzentriert sich der Drittligist vor allem auf einen erfahrenen Kreativspieler für die Offensive. Nick Bätzner vom SC Paderborn erfüllt viele sportliche Anforderungen, aktuell befindet sich RWE bei dem 26-Jährigen aber offenbar noch in einer abwartenden Position.
Offensivspieler hat bei RWE Vorrang
Bis Dienstag um 18 Uhr können die Essener noch auf dem Transfermarkt tätig werden. Nach Informationen der „WAZ“ prüfen die Verantwortlichen mehrere Kandidaten, um dem Kader kurzfristig weitere Qualität hinzuzufügen. Dabei hat sich die Gewichtung offenbar zugunsten des offensiven Mittelfelds verschoben. Auch ein zusätzlicher Spieler für die zentrale Defensivposition bleibt grundsätzlich interessant. Die finanziellen Rahmenbedingungen dürften jedoch kaum zwei weitere Verpflichtungen zulassen. RWE muss deshalb genau abwägen, auf welcher Position der größte Handlungsbedarf besteht.
Für die offensive Schaltzentrale wird dem Bericht zufolge kein Perspektivspieler gesucht, der zunächst längere Eingewöhnungszeit benötigt. Der mögliche Neuzugang soll bereits Erfahrung auf höherem Niveau gesammelt haben und der Mannschaft möglichst ohne Anlaufphase helfen.
Bätzner bringt Erfahrung aus Deutschland und Belgien mit
In dieses Profil passt Nick Bätzner. Der Mittelfeldspieler besitzt beim SC Paderborn einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027. Mit einer Verpflichtung beschäftigt sich RWE laut „WAZ“ bereits, konkrete Verhandlungen über einen Abschluss sollen bislang jedoch nicht geführt worden sein. Auch beim SCP sei noch keine offizielle Anfrage eingegangen. Bätzner kann auf 54 Zweitliga-Partien sowie 79 Einsätze in der höchsten belgischen Spielklasse zurückblicken. In Paderborn gehörte er in der vergangenen Aufstiegssaison regelmäßig zum Kader und kam 30-mal zum Einsatz. Häufig wurde er allerdings erst im Laufe der Begegnungen eingewechselt. Seine Bilanz: zwei Treffer und eine Torvorlage.
Knieprobleme warfen den 26-Jährigen während der Vorbereitung zurück. Im aktuellen Bundesliga-Kader der Paderborner spielt er deshalb keine zentrale Rolle. Obwohl sein Vertrag noch bis 2027 läuft, könnte der Verein möglicherweise auf eine Ablöse verzichten.
Essens Chancen hängen vom Zweitliga-Markt ab
Die sportliche Situation in Paderborn allein macht einen Wechsel nach Essen jedoch noch nicht wahrscheinlich. Bätzner soll eine Fortsetzung seiner Karriere in der 2. Bundesliga bevorzugen. Solange dort Angebote oder konkrete Möglichkeiten bestehen, bleibt RWE in einer schwierigen Ausgangslage. Für die Essener könnte sich deshalb erst unmittelbar vor Ablauf der Transferfrist eine realistische Gelegenheit ergeben. Voraussetzung wäre, dass sich für Bätzner keine passende Lösung im Unterhaus findet. Gleichzeitig ist RWE nicht der einzige Drittligist, der den Mittelfeldspieler beobachtet. Nach einem Bericht von Sky beschäftigt sich auch Hansa Rostock mit ihm.
Keine Freigabe für Nicolas Sessa
Eine andere Spur hat sich dagegen erledigt. RWE erkundigte sich wohl erneut nach Nicolas Sessa vom VfB Stuttgart II. Die Schwaben wollen den 30 Jahre alten Spielmacher allerdings nicht abgeben. Damit steht Sessa für einen Wechsel an die Hafenstraße nicht zur Verfügung. Für Essen bleibt die Suche nach einem sofort einsetzbaren Offensivspieler damit offen. Bätzner wäre aufgrund seiner Erfahrung und seiner Einsatzmöglichkeiten eine nachvollziehbare Lösung, doch der Drittligist kann den weiteren Verlauf nicht allein bestimmen. Entscheidend wird sein, ob sich auf dem Zweitliga-Markt noch eine Tür für den Paderborner öffnet – und welche Alternativen RWE bis zum Ende der Frist bereithält.


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