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„Da gab es Gründe“: Sietan spricht nach RWE-Sieg über seinen Wechsel

Foto: Lars Zimmermann/Sportfotografie

Für Janne Sietan hätte der Premierentreffer in der 3. Liga kaum emotionaler ausfallen können. Der Mittelfeldspieler von Rot-Weiss Essen erzielte beim Auswärtssieg in Mannheim ausgerechnet gegen seinen früheren Verein sein erstes Tor auf Drittliga-Niveau. Nach der Partie überwog deshalb nicht nur die Freude, auch zu seinem Abschied vom Waldhof im Sommer äußerte sich der 26-Jährige.

Sietan leitet Essener Wende ein

Rot-Weiss Essen hat seine starke Serie auch beim SV Waldhof Mannheim fortgesetzt und dabei erstmals in dieser Saison auswärts gewonnen. Entscheidenden Anteil daran hatte Janne Sietan, der RWE in der 71. Minute zurück ins Spiel brachte. Nach einer Ecke von Lucas Brumme setzte sich der defensive Mittelfeldspieler im Strafraum durch und köpfte aus kurzer Distanz zum Ausgleich ein. Nur wenig später drehte Semir Telalovic die Partie endgültig zugunsten der Gäste. Für den Angreifer war es bereits der vierte Saisontreffer.

Essen ist damit seit sieben Pflichtspielen ungeschlagen und hat sich in der Tabelle bis auf Rang zwei vorgeschoben. Für Sietan bedeutete der Abend zugleich eine persönliche Premiere: Noch nie zuvor hatte er in der 3. Liga getroffen.

Verhaltener Jubel gegen die alte Mannschaft

Unbeschwert genießen konnte der gebürtige Cottbuser seinen Treffer allerdings nicht. Zwei Jahre lang hatte Sietan zuvor das Trikot des Waldhof getragen, ehe es ihn im Sommer nach Essen zog. Entsprechend zurückhaltend fiel seine Reaktion nach dem Spiel aus. Bei MagentaSport erklärte Sietan, der Treffer sei zwar etwas Besonderes, ausgerechnet gegen Mannheim hätte er aber nicht fallen müssen. Zugleich richtete er eine Entschuldigung an die Waldhof-Anhänger.

Ganz ausblenden konnte er die Freude über sein erstes Drittliga-Tor dennoch nicht. „Es hat unfassbar Spaß gemacht“, sagte der 26-Jährige und machte deutlich, dass ein weiterer Treffer gegen einen anderen Gegner wohl deutlich ausgelassener gefeiert werden würde.

Wechsel nach Essen hatte offenbar Vorgeschichte

Interessant waren auch Sietans Aussagen zu seinem Abschied aus Mannheim. Der Waldhof hatte nach seinem Wechsel mitgeteilt, dem Mittelfeldspieler ein „wertschätzendes Angebot zur Vertragsverlängerung“ unterbreitet zu haben. Sietan entschied sich dennoch für Rot-Weiss Essen. Nun stellte er klar, dass ein Abschied aus Mannheim für ihn offenbar nicht von Beginn an festgestanden hatte. „Ich habe mich klar für RWE entschieden. Es war aber nicht so, dass die Vorzeichen die ganze Zeit so waren, dass ich den Verein verlassen will, um das auch mal klarzustellen“, sagte er.

Welche Faktoren letztlich den Ausschlag gaben, wollte Sietan öffentlich nicht erläutern. „Da gab es Gründe, die bleiben intern“, erklärte der Mittelfeldspieler. Menschen im Umfeld des Waldhof, die mit den Hintergründen vertraut seien, könnten seine Entscheidung nachvollziehen.

Sportlich läuft es für Sietan und RWE

Unabhängig von den Umständen seines Wechsels hat Sietan bei seinem neuen Arbeitgeber nun auch offensiv ein Ausrufezeichen gesetzt. Gerade für einen Spieler, dessen Aufgaben vor allem in der Absicherung und im Zentrum liegen, dürfte der erste Drittliga-Treffer zusätzliches Selbstvertrauen bringen. Für Rot-Weiss Essen fügt sich die persönliche Erfolgsgeschichte in eine insgesamt starke Phase ein. Sieben Pflichtspiele ohne Niederlage und der Sprung auf Tabellenplatz zwei zeigen, dass sich das Team früh in der Spitzengruppe festgesetzt hat. Sietans Treffer in Mannheim könnte dabei nicht nur wegen des Gegners noch länger in Erinnerung bleiben.

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