Rot-Weiss Essen hat an der Hafenstraße ein echtes Torfestival gefeiert. Gegen Aufsteiger Würzburger Kickers setzte sich RWE mit 6:2 durch und musste dabei nach einer souveränen ersten Hälfte zwischenzeitlich noch einmal um den Vorsprung zittern. Erst in der Schlussphase machten die Gastgeber aus einem knappen 3:2 eine deutliche Angelegenheit.
Essen legt vor der Pause den Grundstein
Die Gäste aus Würzburg begannen durchaus mutig, doch die klareren Möglichkeiten gehörten früh Rot-Weiss Essen. Bereits nach fünf Minuten hätte Marek Janssen von einem schweren Fehler im Würzburger Spielaufbau profitieren können, doch Louis Breunig verhinderte den frühen Rückstand noch auf der Linie. Auch danach blieb Janssen im Mittelpunkt. Nach einer Viertelstunde setzte er einen Kopfball über das Tor, ehe der Essener Angreifer im dritten Anlauf erfolgreich war. Marvin Obuz brachte den Ball von der rechten Seite vor das Tor, Janssen traf in der 25. Minute per Kopf zum 1:0.
Nur vier Minuten später erhöhte RWE. Michael Kostka bereitete von rechts vor, Semir Telalovic verwertete die Hereingabe zum zweiten Essener Treffer. Die Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat hatte die Begegnung nun weitgehend unter Kontrolle. Kurz vor dem Seitenwechsel wurde es für Würzburg noch schwieriger. Noah Pesch vollendete nach Vorarbeit von Janssen in der 44. Minute zum 3:0. Damit ging Essen mit einem komfortablen Vorsprung in die Kabine.
Würzburg macht das Spiel plötzlich wieder spannend
Wer nach der Pause mit einer frühzeitigen Entscheidung gerechnet hatte, wurde jedoch überrascht. Die Kickers kamen deutlich besser aus der Kabine und fanden zunehmend Wege in die Essener Hälfte. Nach einer Ecke brachte Liam Omore Würzburg in der 60. Minute auf 1:3 heran. Nur vier Minuten später war die Partie wieder völlig offen: Tarsis Bonga setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Franck Evina, der zum 2:3 einschob.
Essen wirkte in dieser Phase wesentlich weniger stabil als noch im ersten Durchgang. Würzburg erhöhte den Druck und hatte plötzlich die Chance, eine Partie zurückzuholen, die zur Pause bereits entschieden schien. RWE überstand diese schwierige Phase allerdings und bekam anschließend wieder mehr Kontrolle über das Geschehen.
Bätzner entscheidet die Partie
In der 78. Minute sorgte der eingewechselte Nick Bätzner für den wichtigen Befreiungsschlag. Nach einem schnellen Angriff über Ruben Reisig und Semir Telalovic traf Bätzner aus kurzer Entfernung zum 4:2. Für Würzburg wurde die Aufgabe kurz darauf noch schwieriger. Kapitän Daniel Hägele musste in der 81. Minute verletzt vom Feld. Da die Kickers ihre Wechselmöglichkeiten bereits ausgeschöpft hatten, spielten die Gäste die Schlussphase in Unterzahl. Essen nutzte die Räume konsequent. Bätzner erzielte in der 86. Minute per Kopf seinen zweiten Treffer des Nachmittags und stellte auf 5:2.
Den Schlusspunkt setzte schließlich Lucas Brumme: In der siebten Minute der Nachspielzeit verwandelte er einen direkten Freistoß zum 6:2-Endstand. Damit feiert Rot-Weiss Essen nach dem 1:0 gegen Viktoria Köln den zweiten Heimsieg in Folge. Würzburg zeigte nach dem Seitenwechsel zwar Moral und brachte RWE beim Stand von 3:2 noch einmal ernsthaft in Bedrängnis, musste am Ende jedoch die dritte Niederlage nacheinander hinnehmen. Für Essen dürfte neben den sechs Treffern vor allem die Reaktion nach der Schwächephase im zweiten Durchgang wichtig sein.



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