Sechs Punkte gegen zweimal drei: Was die Trainerwechsel bisher gebracht haben

Foto: Lars Zimmermann/Sportfotografie

Drei Vereine nutzten die lange Länderspielphase für einen Neustart an der Seitenlinie. Nach jeweils zwei Ligaspielen fällt die erste Zwischenbilanz unterschiedlich aus: Jochen Seitz hat mit dem SV Wehen Wiesbaden sechs Punkte geholt. André Breitenreiter bei Hansa Rostock und Achim Beierlorzer beim FC Ingolstadt stehen bei jeweils drei Zählern. Die Resultate zeigen erste Unterschiede, für ein Urteil über den Erfolg der Wechsel reichen sie noch nicht.

Wiesbaden bestätigt den Auftakterfolg

Auf das 4:2 in Ingolstadt ließ Seitz am Mittwoch ein 3:0 gegen Alemannia Aachen folgen. Sieben Tore in zwei Spielen stehen damit auf der Habenseite. Gegen Aachen gelang zugleich das erste Spiel ohne Gegentor unter dem neuen Cheftrainer. Der zweite Erfolg hatte einen anderen Verlauf als das torreiche Debüt. Nach einer zunächst umkämpften Partie traf Lukas Schleimer unmittelbar vor der Pause, Gino Fechner erhöhte per Strafstoß und Roberto Massimo setzte den Schlusspunkt. Die Hessen konnten sich auf ihre Defensive stützen und die sich bietenden Räume nutzen. Der Hessische Rundfunk hob besonders die tiefe Grundordnung und das Umschaltspiel hervor.  Das ist ein erkennbarer Ansatz für den Neustart. Ob daraus dauerhaft mehr Stabilität entsteht, muss die Mannschaft in weiteren Begegnungen nachweisen.

Hansa bekommt die Grenzen des Neustarts zu spüren

Breitenreiters Amtszeit hatte mit einem 2:0 bei den Würzburger Kickers begonnen. Beim Heimdebüt gegen den SV Meppen folgte jedoch ein 0:2. Besonders ernüchternd: Beide Gegentreffer entstanden nach Eckbällen. Meppen erschwerte den Rostockern mit einer kompakten Raumaufteilung den Weg zum Tor. Hansa hatte Möglichkeiten, fand insgesamt aber zu selten eine überzeugende Antwort. Der erste Sieg unter dem neuen Trainer erwies sich damit noch nicht als Beginn einer Serie. Für Breitenreiter geht es zugleich um Lösungen gegen gut organisierte Gegner und um die Absicherung bei Standards.

Beierlorzers Sieg mit einer wichtigen Einschränkung

In Ingolstadt verlief die Reihenfolge umgekehrt. Nach dem 2:4 gegen Wiesbaden gewann Beierlorzers Mannschaft mit 3:0 beim Waldhof. Mannheim spielte allerdings seit der Roten Karte für Maximilian Thalhammer in der 14. Minute in Unterzahl. Erst nach der Pause nutzten die Gäste diesen Vorteil zu ihren Treffern. Max Plath ordnete die Situation auf der Vereinswebsite ein: „Es ist kein Geheimnis, dass wir eine schwierige Phase haben“. Der Sieg gibt dem FCI Rückenwind. Die lange Überzahl gehört dennoch zur Bewertung seiner Aussagekraft.

Der bislang beste Punktesammler des Trios heißt somit Seitz. Die offene Frage ist bei allen drei Klubs dieselbe: Welche Verbesserungen tragen auch dann, wenn Spielverlauf und Gegner weniger entgegenkommen? Erst die nächsten Wochen werden aus den ersten Ergebnissen einen belastbaren Trend machen.

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