Der erhoffte Aufschwung unter André Breitenreiter hat beim FC Hansa Rostock einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Beim Heimdebüt des neuen Trainers unterlag die Kogge dem SV Meppen mit 0:2 (0:0). Vor 24.385 Zuschauern im Ostseestadion enttäuschten die Gastgeber vor allem offensiv und wurden nach dem Schlusspfiff mit Pfiffen verabschiedet.
Nach dem 2:0-Auswärtserfolg bei den Würzburger Kickers hatte Hansa auf den nächsten Schritt unter seinem neuen Trainer gehofft. Doch gegen defensiv disziplinierte Meppener fehlten den Rostockern über weite Strecken die Ideen. Zwei Gegentore nach Eckbällen besiegelten schließlich die Heimniederlage.
Viel Ballbesitz, aber kaum Torgefahr
Breitenreiter hatte seine Anfangsformation im Vergleich zum Erfolg in Würzburg auf einer Position verändert. Benno Dietze rückte für Maximilian Krauß in die Startelf und übernahm die offensive Mittelfeldposition. David Kopacz agierte auf der rechten Seite. Die Hausherren übernahmen zwar früh die Spielkontrolle, fanden gegen die kompakte Defensive der Gäste jedoch kaum Lösungen. Das Angriffsspiel wirkte häufig zu langsam und vorhersehbar. Niklas Kölle scheiterte nach 24 Minuten am Meppener Schlussmann, während Marco Schuster wenig später per Kopf zu unplatziert abschloss (33.).
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig. Rostock hatte weiterhin mehr Ballbesitz, entwickelte daraus aber kaum zwingende Torchancen. Meppen verteidigte konsequent und wartete auf seine Möglichkeiten.
Zwei Standards bringen Hansa auf die Verliererstraße
In der 73. Minute schlugen die Gäste erstmals zu. Nach einem Eckball konnte Hansa-Keeper Luca Unbehaun zunächst gegen Luis Sprekelmeyer parieren, beim Nachschuss von Stefan Rankic war er jedoch machtlos. Rostock versuchte anschließend, mit frischen Kräften die Offensive zu beleben. Eine echte Schlussoffensive blieb allerdings aus. Die große Gelegenheit zum Ausgleich hatte der eingewechselte Yannick Michaelis, der den Ball aus lediglich vier Metern nicht im Tor unterbringen konnte (87.).
Nur zwei Minuten später folgte die endgültige Entscheidung. Erneut sorgte ein Eckball für Gefahr. Unbehaun misslang der Versuch, die Hereingabe per Faustabwehr zu klären. Im anschließenden Durcheinander köpfte Nikell Touglo zum 0:2 ein (89.).
Breitenreiter bemängelt fehlende Lösungen
Nach der Partie zeigte sich André Breitenreiter enttäuscht über den offensiven Auftritt seiner Mannschaft. Besonders gegen die tief stehenden Gäste habe es an den entscheidenden Ideen gefehlt. „Wir haben von Beginn an nicht die gleichen Lösungen gefunden, wie wir uns das eigentlich vorgenommen haben. Gegen so tief stehende Gegner braucht es dann auch diesen Dosenöffner. Unter dem Strich haben wir kaum einen unserer Stürmer in Szene setzen können“, erklärte der Hansa-Coach.
Tatsächlich gelang es den Rostockern trotz ihrer optischen Überlegenheit nur selten, die gegnerische Defensive ernsthaft unter Druck zu setzen. Die fehlende Durchschlagskraft entwickelte sich zum entscheidenden Problem.
Kopacz: „Aus der Kontrolle ist leider nichts entstanden“
Auch David Kopacz fand nach dem Abpfiff deutliche Worte. Der Mittelfeldspieler, der weiterhin auf seine erste Torbeteiligung wartet, kritisierte insbesondere die fehlende Konsequenz im letzten Drittel. „Aus der Kontrolle ist leider nichts entstanden. Das ist, glaube ich, das, was wir uns vorwerfen lassen können. Dann am Ende natürlich zwei Standard-Gegentore, das müssen wir aufarbeiten.“
Für Breitenreiter bleibt damit nach seinem ersten Heimspiel reichlich Arbeit. Während der Sieg in Würzburg noch Hoffnung auf einen Aufwärtstrend gemacht hatte, offenbarte der Auftritt gegen Meppen erneut deutliche Schwächen im Rostocker Offensivspiel. Die Pfiffe der eigenen Anhänger machten unmissverständlich deutlich, dass die Erwartungen an die Kogge deutlich höher liegen.



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