Regionalliga-Reform: DFB plant Millionen-Zuschüsse und Aufstiegsgarantie

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Vier Regionalligen, vier Meister und vier direkte Aufsteiger in die 3. Liga: Mit diesem Modell will der Deutsche Fußball-Bund die seit Jahren umstrittene Aufstiegsregelung abschaffen. Nach Informationen der „BILD“ liegt dafür ein umfassender Reformantrag vor. Neben einer neuen Ligastruktur sind finanzielle Hilfen für Vereine und Regionalverbände vorgesehen. Starten könnte das System zur Saison 2028/29.

Meister sollen künftig sicher aufsteigen

Das sogenannte Kompassmodell sieht vier geografisch eingeteilte Staffeln mit jeweils 20 Mannschaften vor. Bei der Zuordnung sollen möglichst kurze Anfahrtswege entscheidend sein. Jeder Meister würde direkt in die 3. Liga aufsteigen, während aus jeder Staffel vier Klubs absteigen müssten. Damit würde die bisherige Ungleichbehandlung der fünf Regionalliga-Meister enden. Bislang ist der direkte Aufstieg nicht für alle Staffelsieger garantiert.

Beschlossen ist die Reform allerdings noch nicht. Am 18. Dezember 2026 soll ein außerordentlicher DFB-Bundestag in Frankfurt darüber abstimmen. Notwendig ist eine Zweidrittelmehrheit. Der DFB würde im Zuge der Umstellung wieder selbst die Organisation der Regionalligen übernehmen.

DFB stellt Millionen und feste Zuschüsse in Aussicht

Um die bisherigen Regionalverbände für den Verlust ihrer Zuständigkeit zu entschädigen, sollen jährlich insgesamt 2,5 Millionen Euro fließen. Jeder der fünf Verbände erhielte 500.000 Euro zur Förderung des Amateurfußballs und seiner Infrastruktur. Auch die Klubs könnten finanziell profitieren. Der DFB plant eine zentrale Vermarktung der Fernseh- und Sponsoringrechte. Nach Abzug der Kosten sollen 90 Prozent der Erlöse gleichmäßig an die Vereine verteilt werden. Zusätzlich ist für die ersten vier Spielzeiten ein jährlicher Zuschuss von 40.000 Euro je Verein mit einer ersten Herrenmannschaft vorgesehen.

Die Aufstockung auf 20 Teams würde außerdem zwei zusätzliche Heimspiele pro Klub und Saison bedeuten und damit weitere Möglichkeiten für Zuschauereinnahmen schaffen.

Traditionsderbys und kleinere Vereine im Blick

Obwohl Reisewege bei der Staffeleinteilung Vorrang haben sollen, könnten historisch bedeutsame Derbys besonders berücksichtigt werden. Ein Beispiel ist das Duell zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena. Gleichzeitig dürfen höchstens sieben zweite Mannschaften einer Staffel angehören. Die Anforderungen an Stadien sollen überschaubar bleiben: Geplant sind mindestens 2.500 Zuschauerplätze und eine Flutlichtanlage mit 200 Lux. Für die Anpassung der Infrastruktur ist eine Übergangsfrist bis 2030 vorgesehen. Ein wirtschaftliches Zulassungsverfahren soll bis Ende 2027 entstehen.

Für die Qualifikationssaison 2027/28 sollen den bisherigen Regionalliga-Gebieten mindestens 14 Startplätze zustehen, dem Südwesten aufgrund seiner Größe 17. Aus den Oberligen sind insgesamt 16 Aufsteiger vorgesehen. Einen zusätzlichen Platz sollen die vier Oberliga-Zweitplatzierten aus Bayern und dem Osten in einer Relegation ausspielen. So will der Verband den Übergang in das neue System gestalten, ohne einzelne Regionen bei der Verteilung der Startplätze übermäßig zu benachteiligen.

Zustimmung aus Oberhausen – Entscheidung noch offen

Marcus Uhlig, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen, begrüßt die Pläne. „All das, was jetzt passiert, ist herausragend“, sagte er der BILD. Der Entwurf sieht außerdem einen Regionalliga-Ausschuss mit Vereins- und Verbandsvertretern vor, der bei der Weiterentwicklung und Vermarktung mitwirken soll. Geplant ist jeweils ein Vereinsvertreter aus den vier Staffeln sowie je ein Vertreter der fünf Regionalverbände.

Beschäftigte, deren Stellen bei den bisherigen Trägern durch die Reform wegfallen, sollen sich beim DFB bewerben können und dabei besonders berücksichtigt werden. Für ambitionierte Regionalligisten wäre vor allem der garantierte Aufstieg ein Fortschritt. Ob die Reform tatsächlich kommt, entscheidet sich jedoch erst im Dezember.

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