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Langeneke nach Fortuna-Debüt selbstkritisch: „Können mit dem Punkt besser leben“

Fortuna Düsseldorf hat beim Debüt von Interimstrainer Jens Langeneke einen Punkt aus Rostock entführt. Nach dem 1:1 beim FC Hansa überwog bei den Gästen die Erleichterung, während die Gastgeber ihren vergebenen Möglichkeiten nachtrauerten. In den Reaktionen nach der Partie wurde deutlich, wie unterschiedlich beide Mannschaften das Ergebnis bewerteten.

Langeneke spricht offen über Düsseldorfs Probleme

Für Jens Langeneke begann seine neue Aufgabe an der Seitenlinie mit einer schwierigen Bewährungsprobe. Nach der Trennung von Alexander Ende übernahm der bisherige Interimstrainer die Verantwortung und erlebte in Rostock eine Mannschaft, die insbesondere zu Beginn erhebliche Schwierigkeiten hatte. Dass Düsseldorf dennoch etwas Zählbares mitnehmen konnte, wertete Langeneke positiv. Gleichzeitig machte der Coach keinen Hehl daraus, dass sein Team über weite Strecken nicht auf Augenhöhe mit den Gastgebern agierte.

„Insgesamt können wir mit dem Punkt besser leben als Hansa Rostock. Vom Chancenverhältnis war ein Plus bei Hansa“, erklärte Langeneke nach dem Abpfiff. Vor allem mit der defensiven Organisation nach der Pause zeigte er sich zufrieden. Allerdings fehlte seiner Mannschaft bei eigenen Angriffen zunehmend die nötige Durchschlagskraft. „Wir sind aber nicht mehr zwingend nach vorne gekommen“, räumte der Trainer ein.

Auch Torhüter Louis Lord, der mit mehreren wichtigen Paraden erheblichen Anteil am Punktgewinn hatte, sah noch Verbesserungsbedarf. Entscheidend sei aus seiner Sicht gewesen, dass Düsseldorf trotz der anfänglichen Schwierigkeiten nicht auseinandergefallen sei. „Wir haben heute Kampfgeist gezeigt und Dinge gesehen, auf denen wir aufbauen können“, betonte der Schlussmann.

Slimanis schnelle Antwort wird zum entscheidenden Moment

Den Grundstein für den Punktgewinn legte Fortuna unmittelbar vor der Halbzeitpause. Nachdem Andreas Voglsammer die Rostocker in der 44. Minute in Führung gebracht hatte, schien zunächst vieles auf einen Heimsieg hinzudeuten. Doch ein folgenschwerer Fehler von Hansa-Kapitän Franz Pfanne brachte Düsseldorf zurück ins Spiel. Der Abwehrspieler verlor nach einem langen Ball den Halt und spielte die Kugel zu Anas Slimani. Der Offensivspieler ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und erzielte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Ausgleich.

„Bei meinem Tor habe ich nicht viel nachgedacht, sondern einfach abgezogen. Als der Ball drin war, war ich einfach nur glücklich“, berichtete Slimani anschließend. Für den Torschützen war vor allem die unmittelbare Reaktion auf den Rückstand von Bedeutung. Auch wenn sich die Mannschaft mehr vorgenommen hatte, wollte er das Unentschieden als Grundlage für die weitere Entwicklung verstanden wissen.

Breitenreiter ärgert sich über verpassten Sieg

Während Düsseldorf mit dem Ergebnis leben konnte, herrschte bei Hansa Rostock eine andere Gefühlslage. Trainer André Breitenreiter hatte insbesondere während der ersten halben Stunde einen engagierten Auftritt seiner Mannschaft gesehen. Nach zuletzt zwei Niederlagen zeigte Hansa eine Reaktion und setzte die Düsseldorfer Defensive früh unter erheblichen Druck. Die zahlreichen Möglichkeiten reichten jedoch nur zu einem Treffer.

„Der Führungstreffer war dann mehr als verdient“, stellte Breitenreiter fest. Umso ärgerlicher war für ihn, dass Düsseldorf praktisch im Gegenzug zurückschlug. Auch nach dem Seitenwechsel boten sich den Rostockern weitere Chancen. Schuster traf mit einem Heber die Latte, während Lord einen Kopfball von Pfanne stark parierte. In der Schlussphase verhinderte der Düsseldorfer Torhüter zudem gegen Maximilian Krauß den möglichen Siegtreffer. Breitenreiter musste deshalb ein ernüchterndes Fazit ziehen: „Wir haben aber trotzdem die größeren Chancen gehabt und müssen jetzt mit dem Punkt leben.“

Hottmann setzt auf die Arbeit unter Langeneke

Trotz der spielerischen Schwierigkeiten herrschte bei Fortuna Düsseldorf nach der Begegnung vorsichtiger Optimismus. Eric Hottmann verwies auf die Trainingsarbeit unter der neuen sportlichen Verantwortung und zeigte sich überzeugt, dass die Mannschaft noch Entwicklungspotenzial besitzt. „Jeder hat in dieser Woche 100 Prozent Gas gegeben. Wir können positiv nach vorne schauen“, erklärte der Angreifer. Auch Langeneke möchte den Punktgewinn nicht überbewerten. Vielmehr geht es für ihn nun darum, die Abläufe innerhalb der Mannschaft weiter zu verbessern und die eigenen Vorstellungen konsequenter umzusetzen.

„Wir nehmen den Punkt mit und werden in der nächsten Woche weiter daran arbeiten, unsere Inhalte auf den Platz zu transportieren“, kündigte der Fortuna-Coach an. Der Auftritt in Rostock hat gezeigt, dass Düsseldorf zumindest kämpferisch eine Antwort auf die jüngsten Rückschläge geben konnte. Um künftig wieder regelmäßig Siege einzufahren, muss die Fortuna allerdings vor allem offensiv gefährlicher werden. Der erste Punkt unter Langeneke ist deshalb ein Anfang, aber noch kein Beleg für eine nachhaltige Trendwende.

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