Der SV Waldhof Mannheim hat nach zwei Niederlagen in Folge eindrucksvoll zurückgeschlagen. Trotz eines frühen Rückstands besiegten die Kurpfälzer die TSG Hoffenheim II am 11. Spieltag mit 4:1 (0:1). Zum entscheidenden Mann wurde Terrence Boyd, der erst in der 72. Minute eingewechselt wurde und anschließend einen lupenreinen Hattrick erzielte. Nach der Partie zeigten sich beide Trainer über die Kräfteverhältnisse auf dem Platz einig.
Boyd wird zum Matchwinner – drei Tore in 17 Minuten
Lange musste Terrence Boyd in dieser Saison auf seine Gelegenheit warten. Gegen die Hoffenheimer Nachwuchsmannschaft benötigte der Angreifer nach seiner Einwechslung jedoch nur wenige Minuten, um dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken. In der 78. Minute verwertete der 35-Jährige eine Flanke von Noah Sarenren Bazee per Kopf zur 2:1-Führung. Zehn Minuten später blieb Boyd nach einem Zuspiel von Masca frei vor TSG-Keeper Lúkas Petersson abgeklärt und erhöhte auf 3:1. Den Schlusspunkt setzte er in der fünften Minute der Nachspielzeit, als er einen Freistoß von Jid Okeke erneut per Kopf verwertete.
Für Waldhof-Trainer Rui Mota war der Dreierpack auch eine Bestätigung seiner Personalplanung. Der Portugiese verwies nach der Begegnung darauf, dass Boyd aufgrund seiner körperlichen Verfassung behutsam eingesetzt werden müsse. Gleichzeitig hob er dessen Bedeutung innerhalb der Mannschaft hervor. Trotz seiner zuletzt begrenzten Spielzeit habe sich der erfahrene Stürmer stets professionell verhalten, hart gearbeitet und seine Mitspieler unterstützt. „Terence is Terence“, erklärte Mota auf der Pressekonferenz. Für den Trainer ist Boyd weiterhin eine wichtige Führungspersönlichkeit, die sich ihren persönlichen Erfolg durch ihre Einstellung verdient habe.
Frühes Gegentor und Hagelunterbrechung
Dabei hatte der Abend für die Mannheimer denkbar ungünstig begonnen. Bereits in der dritten Minute brachte Jakov Dedic die Gäste nach einem Zuspiel von Zor in Führung. Der Hoffenheimer setzte sich gegen die Waldhof-Defensive durch und ließ Torhüter Nijhuis keine Abwehrchance. Die Gastgeber benötigten zunächst einige Zeit, um besser in die Begegnung zu finden. Eine zusätzliche Unterbrechung gab es nach rund 18 Minuten, als ein heftiger Hagelschauer den Schiedsrichter dazu veranlasste, beide Mannschaften vorübergehend in die Kabinen zu schicken.
Nach der Fortsetzung entwickelte Mannheim zunehmend mehr Offensivdrang. Besonders gefährlich wurde es in der 39. Minute, als ein abgefälschter Distanzschuss von Ogbemudia am Pfosten landete. Wenig später verfehlte Julian Rieckmann das Hoffenheimer Tor per Kopf nur knapp. Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Waldhof den Druck deutlich. In der 57. Minute belohnte Gonçalo Gregório seine Mannschaft mit dem Ausgleich. Eine Hereingabe von Julian Ulbricht nahm der Angreifer im Strafraum an und brachte den Ball im Fallen im rechten Eck unter.
Mota sieht seine Mannschaft für harte Arbeit belohnt
Auf der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Mota besonders mit der Reaktion seiner Spieler zufrieden. Nach den beiden vorausgegangenen Niederlagen sei der frühe Gegentreffer eine zusätzliche Herausforderung gewesen. Dennoch habe seine Mannschaft bereits im Verlauf der ersten Halbzeit zunehmend Lösungen im Offensivspiel gefunden. In der Pause habe er seinen Spielern deshalb vermittelt, dass sie auf dem richtigen Weg seien. Entscheidend sei gewesen, möglichst schnell den Ausgleich zu erzielen, um anschließend auf den Sieg spielen zu können.
Besonders freute sich Mota darüber, dass die intensive Trainingsarbeit diesmal auch zu einem positiven Ergebnis geführt habe. In den vergangenen Wochen hätten die Leistungen seiner Mannschaft nicht immer den entsprechenden Ertrag gebracht. Gegen Hoffenheim habe sie sich schließlich für ihren Aufwand belohnt.
Hoffenheims Trainer erkennt Mannheimer Überlegenheit an
Auch Gästetrainer Stefan Kleineheismann stellte den Erfolg der Mannheimer nicht infrage. „Natürlich bitterer Ausgang, aber absolut verdienter Sieg“, erklärte der Hoffenheimer Coach nach dem Abpfiff. Seine Mannschaft habe zwar hervorragend begonnen, danach jedoch zunehmend ihre spielerische Linie verloren. Besonders die tiefe defensive Positionierung und zahlreiche lange Bälle hätten nicht den eigenen Vorstellungen entsprochen. Im Kampf um zweite Bälle sei Mannheim letztlich überlegen gewesen.
Trotz des teilweisen Zuschauerausschlusses lobten beide Trainer zudem die Atmosphäre im Carl-Benz-Stadion. Mota bedankte sich ausdrücklich bei den anwesenden Anhängern für deren Unterstützung und widmete den Erfolg auch den Fans, die nicht ins Stadion kommen konnten. Mit dem deutlichen Heimsieg beendet der Waldhof seine jüngste Negativserie und findet nach zwei torlosen Niederlagen zurück in die Erfolgsspur. Beim kommenden Auswärtsspiel in Saarbrücken müssen die Mannheimer allerdings auf Vincent Thill verzichten, der gegen Hoffenheim seine fünfte Gelbe Karte sah.


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