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„Unheimlich viel investiert“: Koschinat lobt RWE nach Arbeitssieg

Foto: Lars Zimmermann

Rot-Weiss Essen hat seine Heimstärke erneut unter Beweis gestellt und sich mit einem 1:0-Erfolg gegen den SSV Jahn Regensburg vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz geschoben. Vor 16.517 Zuschauern an der Hafenstraße sorgte Lucas Brumme für den entscheidenden Treffer. Trotz des verdienten Erfolgs überwogen bei Trainer Uwe Koschinat nach dem Abpfiff nicht nur positive Eindrücke. Besonders die nächste Verletzung bereitet dem RWE-Coach Sorgen.

Brumme belohnt Essens druckvollen Beginn

Nach einer zunächst zerfahrenen Anfangsphase übernahm Rot-Weiss Essen zunehmend die Kontrolle. Mit frühem Pressing setzten die Gastgeber die Regensburger Defensive unter Druck und erzwangen immer wieder Ballverluste. In der 15. Minute wurde RWE dafür belohnt: Nach einem Fehlpass von Oscar Schönfelder gelangte Dickson Abiama am Strafraum an den Ball und brachte eine Flanke in die Mitte. Jahn-Torhüter Hermann verfehlte die Hereingabe, sodass Lucas Brumme per Kopf zur 1:0-Führung traf. Auch anschließend blieb RWE die aktivere Mannschaft. Die Gastgeber erspielten sich weitere Möglichkeiten, ließen jedoch die nötige Konsequenz im Abschluss vermissen.

Kurz vor der Pause hätte sich das beinahe gerächt: David Philipp tauchte gefährlich vor dem Essener Tor auf, scheiterte jedoch am stark reagierenden Jakob Golz. Regensburgs Trainer Sascha Hildmann fand nach dem Abpfiff deutliche Worte für den Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben es dem Gegner zu leicht gemacht, uns zu pressen.“ Vor allem die verlorenen Zweikämpfe und individuelle Fehler hätten es seinem Team schwer gemacht, ins Spiel zu finden.

Regensburg steigert sich – Essen hält dagegen

Zur zweiten Halbzeit reagierte Hildmann mit einer taktischen Umstellung. Patrick Hobsch kam für Leo Mätzler, der Jahn wechselte von einer Dreier- auf eine Viererkette und agierte fortan mit zwei Angreifern. Die Maßnahme zeigte im weiteren Verlauf Wirkung. Regensburg gewann mehr Kontrolle im Mittelfeld und konnte sich häufiger aus dem Essener Pressing befreien. Wirklich zwingende Torchancen blieben allerdings zunächst aus. Auf der Gegenseite gelang es RWE nicht mehr, den Druck aus der ersten Hälfte dauerhaft aufrechtzuerhalten. Dennoch verteidigte die Mannschaft von Uwe Koschinat ihren knappen Vorsprung mit großem Einsatz.

In der 80. Minute wurde es noch einmal gefährlich. Nach einer Kombination über Hobsch und Nassim Boujellab kam Lucas Hermes aus spitzem Winkel zum Abschluss, setzte den Ball jedoch über das Tor. In der Schlussphase drängten die Gäste weiter auf den Ausgleich, konnten die Essener Defensive aber nicht mehr überwinden. Koschinat sprach anschließend von einem engen Spiel, das durchaus noch hätte kippen können. Gleichzeitig hob er die Einsatzbereitschaft seiner Mannschaft hervor: „Ich finde, wir haben unheimlich viel investiert, um heute hier auch tatsächlich drei Punkte bei uns zu behalten.“

Nächster Rückschlag: Sorge um Cuber Potocnik

Getrübt wurde der Erfolg durch die Verletzung von Jaka Cuber Potocnik. Der 21-jährige Angreifer knickte bereits in der ersten Halbzeit mit dem rechten Fuß um und musste in der 26. Minute durch Ruben Reisig ersetzt werden. Eine genaue Diagnose lag unmittelbar nach dem Spiel noch nicht vor. Koschinat äußerte allerdings die Befürchtung, „dass er sich etwas heftiger verletzt hat“. Für die Essener kommt der mögliche Ausfall zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Bereits vor der Begegnung fehlten mehrere Spieler, darunter David Telalovic und Marvin Obuz verletzungsbedingt. Hinzu kam der gesperrte Kaderakteur Bouebari.

Dennoch wollte Koschinat die angespannte Personalsituation nicht als Ausrede gelten lassen. Vielmehr lobte er den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und die Bereitschaft der eingesetzten Spieler, Verantwortung zu übernehmen. „Der Weg in die Mannschaft ist ein sehr sehr kurzer, das hilft immer“, erklärte der Trainer mit Blick auf die bewusst klein gehaltene Gruppe.

Pokalspiel gegen Leipzig wartet bereits

Mit dem Heimerfolg erreichte Essen sein selbst gesetztes Punkte-Zwischenziel bereits einen Spieltag früher als geplant. Besonders die defensive Stabilität vor heimischer Kulisse stimmt Koschinat zuversichtlich. Viel Zeit zur Regeneration bleibt allerdings nicht. Bereits am Dienstag steht das Pokalduell gegen RB Leipzig auf dem Programm. Dabei hofft der RWE-Trainer erneut auf die Unterstützung der Hafenstraße und möglichst keine weiteren personellen Rückschläge.

Regensburg hingegen muss nach der Niederlage weiter um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze kämpfen. Für die Mannschaft von Sascha Hildmann geht es als Nächstes zu Hause gegen Hansa Rostock.

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