Der SV Waldhof Mannheim hat im Kampf um den Anschluss an die oberen Tabellenplätze einen wichtigen Sieg eingefahren. Gegen Fortuna Köln setzte sich die Mannschaft von Trainer Rui Mota mit 2:1 durch, allerdings erst durch einen verwandelten Foulelfmeter von Julian Ulbricht in der Nachspielzeit. Während die Mannheimer nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen wieder jubeln durften, verschärft sich die sportliche Krise beim Aufsteiger aus Köln weiter.
Ulbricht entscheidet Partie in letzter Minute
Lange deutete im Carl-Benz-Stadion alles auf eine Punkteteilung hin. Mannheim hatte zwar über weite Strecken mehr vom Spiel, fand gegen die kompakte Defensive der Gäste aber nur selten eine Lösung. Als sich beide Mannschaften bereits mit einem Unentschieden abzufinden schienen, rückte Schiedsrichterin Davina Lutz in den Mittelpunkt. Nach einem leichten Schubser von David Haider gegen Masca entschied die Unparteiische in der Nachspielzeit auf Strafstoß. Julian Ulbricht übernahm die Verantwortung, verlud Fortuna-Torhüter Zich und verwandelte in der 90.+2 Minute zum 2:1-Endstand.
Für den Waldhof war es ein später Befreiungsschlag. Aus den vorherigen vier Begegnungen hatte die Mannschaft lediglich drei Punkte geholt. Mit dem Heimsieg verhinderte Mannheim einen weiteren Rückschlag im Rennen um die oberen Tabellenregionen.
Boyd bringt Mannheim in Führung – Köln antwortet sofort
Dass die Gastgeber überhaupt bis in die Schlussphase um den Sieg kämpfen mussten, lag auch an einer schnellen Reaktion der Kölner auf den ersten Gegentreffer. Terrence Boyd hatte den Waldhof in der 29. Minute in Führung gebracht. Nach einer Kombination über Lovis Bierschenk und Julian Rieckmann stand der Angreifer vor dem Tor richtig und verwertete die scharfe Hereingabe zum 1:0.
Die Freude hielt allerdings nur drei Minuten. Fortuna Köln nutzte einen schnellen Angriff über die rechte Seite zum Ausgleich. Nach einem Zusammenspiel mit Jannik Mause drang Bröger in den Strafraum ein und bediente Romeo Aigbekaen, der aus kurzer Entfernung zum 1:1 traf. Bereits zuvor hatte Mannheim offensive Akzente gesetzt. Boyd traf nach sechs Minuten ins Netz, stand dabei jedoch im Abseits. Auch Rieckmann und Bierschenk sorgten über die rechte Seite mehrfach für Gefahr. Kurz vor der Pause hätte Vincent Thill die Gastgeber erneut in Führung bringen können. Nach einem starken Solo scheiterte er jedoch an Zich. Auf der Gegenseite traf Cedric Harenbrock lediglich das Außennetz.
Mannheims Offensive findet kaum Lösungen
Nach dem Seitenwechsel verlor die Begegnung deutlich an Tempo. Die Mannheimer kontrollierten zwar zunehmend das Geschehen, taten sich gegen die gut organisierte Kölner Hintermannschaft aber schwer. Die beste Gelegenheit der Gastgeber vergab Boyd in der 54. Minute. Nach einer Hereingabe von Rieckmann kam der Stürmer aus kurzer Entfernung zum Abschluss, doch Zich verhinderte mit einer starken Reaktion den erneuten Rückstand.
Auch bei einem Kopfball von Boyd nach einer Ecke war der Fortuna-Schlussmann zur Stelle. Köln konzentrierte sich dagegen verstärkt auf die Defensive und versuchte, über schnelle Gegenangriffe gefährlich zu werden. Rui Mota reagierte nach gut einer Stunde mit mehreren Wechseln. Unter anderem kamen die später entscheidenden Masca und Ulbricht in die Partie. Zunächst änderte sich jedoch wenig am Spielverlauf. Mannheim fehlten Präzision und Durchschlagskraft im letzten Drittel, während die Gäste ihre Räume konsequent verteidigten. Erst die Strafstoßentscheidung in der Nachspielzeit brachte die Wende.
Fortuna Köln verliert zum fünften Mal in Folge
Für die Mannschaft von Trainer Matthias Mink ist das Ergebnis besonders bitter. Der Aufsteiger hatte sich nach dem frühen Rückstand zurückgekämpft und stand unmittelbar vor einem wichtigen Auswärtspunkt. Mink hatte seine Startelf auf gleich fünf Positionen verändert. Unter anderem erhielt Torhüter Zich wegen einer Erkrankung von Stammkeeper Winkler die Gelegenheit zu seinem Drittliga-Debüt. Der Schlussmann zeigte mehrere gute Paraden und hielt seine Mannschaft lange im Spiel.
Am Ende stand dennoch die fünfte Niederlage hintereinander. Fortuna Köln bleibt damit auf einem Abstiegsplatz und wartet weiterhin auf die dringend benötigte Trendwende. Mannheim kann dagegen zumindest vorerst aufatmen. Der späte Erfolg bringt drei wichtige Punkte und neues Selbstvertrauen. Allerdings zeigte die Partie auch, dass der Waldhof im Offensivspiel weiterhin Steigerungspotenzial besitzt. Soll der Anschluss an die Spitzengruppe gelingen, wird die Mannschaft künftig auch gegen tief stehende Gegner überzeugendere Lösungen finden müssen.



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