Mit Cedric Harenbrock und Jannik Mause hat Fortuna Köln dem Aufstiegskader zusätzliche Qualität verschafft. Die Zielsetzung bleibt dennoch unverändert: Matthias Mink will den Verein zunächst in der 3. Liga halten. Denn den namhaften Verstärkungen stehen begrenzte finanzielle Möglichkeiten und erheblicher Nachholbedarf bei der Infrastruktur gegenüber.
Mehr Erfahrung, aber keine höheren Ansprüche
Für den Angriff kommt ein Spieler, der seine Torgefahr in dieser Spielklasse bereits nachgewiesen hat: Jannik Mause, vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtet, wurde beim FC Ingolstadt Torschützenkönig der 3. Liga. Im Mittelfeld soll Cedric Harenbrock seine langjährige Drittligaerfahrung einbringen. Beide Neuzugänge sind 28 Jahre alt und sollen helfen, die sportlichen Möglichkeiten des Aufsteigers zu erweitern.
Für Mink sind diese Verpflichtungen angesichts der wirtschaftlichen Ausgangslage keineswegs selbstverständlich. Im Gespräch mit dem „WDR“ äußert sich der Trainer und Sportliche Leiter entsprechend zufrieden über die späten Verstärkungen. Zugleich zählt er Fortuna mit Blick auf die finanziellen Mittel zu den Abstiegskandidaten. Die Transfers ändern an dieser Einschätzung nichts: Mehr Qualität soll vor allem die Chancen auf den Ligaverbleib erhöhen.
Bestehende Verträge erleichterten die Planung
Dabei setzt Mink nicht allein auf die Erfahrung der Neuen. Ein wesentlicher Teil seiner Planung bestand darin, die Aufstiegsmannschaft zusammenzuhalten. Nach seiner Darstellung waren sämtliche Spielerverträge auch für die 3. Liga gültig. Fortuna konnte deshalb selbst bestimmen, an welchen Stellen Veränderungen nötig waren. Einen umfassenden Neuaufbau hielt die sportliche Führung nicht für den richtigen Weg; eingespielte Abläufe sollten gerade zu Saisonbeginn helfen.
Die ersten Ergebnisse liefern dafür zumindest Anhaltspunkte. Nach vier Begegnungen stehen ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage zu Buche. Mit dem jüngsten 0:0 gegen Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf erhöhte Köln sein Konto auf fünf Punkte. Mink sieht seine Mannschaft bereits als „mehr als konkurrenzfähig“. Für eine belastbare Einschätzung der gesamten Saison ist dieser Auftakt allerdings noch keine ausreichende Grundlage.
Das Südstadion zeigt Fortunas Grenzen
Auch das Zuschauerinteresse gibt dem Rückkehrer Rückenwind. Zum Heimspiel gegen Alemannia Aachen kamen 8.660 Besucher, gegen Düsseldorf waren es 9.544. Mink führt den Zuspruch insbesondere auf die leidenschaftliche Spielweise seiner Mannschaft und deren Verbindung zum Umfeld zurück. Die Bedingungen vor Ort halten mit diesem Interesse jedoch nicht überall Schritt. Der Rasen ist in schlechtem Zustand, und die geplante Überdachung einer Stehplatztribüne wurde bislang nicht umgesetzt.
Die begrenzte Kapazität setzt dem Zuschauerpotenzial zusätzliche Grenzen. Auch im Nachwuchsbereich beschreibt der Bericht einfache Verhältnisse: Die jüngsten Mannschaften spielten bis zuletzt noch auf einem Aschenplatz. Der Aufstieg allein hat diese Baustellen nicht beseitigt.
Mink bleibt für beide Aufgaben verantwortlich
Den sportlichen Alltag und die längerfristige Entwicklung wird weiterhin Mink mitgestalten. Der 59-Jährige hatte Anfang Februar seinen Vertrag um zwei weitere Jahre verlängert. Seit Mitte 2022 trägt er auch als Sportlicher Leiter Verantwortung. Kaderplanung und Arbeit mit der Mannschaft bleiben damit eng miteinander verbunden. Nach sieben Jahren Regionalliga soll die Rückkehr nun dauerhaft gelingen. Erst den Klassenerhalt sichern, anschließend einen festen Platz in der 3. Liga finden. Die 2. Bundesliga bleibt eine mögliche spätere Etappe, kein unmittelbarer Auftrag.
Daran wird sich Fortunas Entwicklung vorerst messen lassen müssen. Die personellen Verstärkungen können auf dem Platz helfen. Für einen dauerhaft konkurrenzfähigen Drittligisten braucht es daneben Fortschritte bei den Rahmenbedingungen, genau dort liegt die Aufgabe, die über diese Saison hinausreicht.



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