Das Pressezelt auf dem Trainingsgelände des TSV 1860 München war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Sportchef Günther Gorenzel mit dem neuen Cheftrainer Maurizio Jacobacci den Raum betrat. Die Entscheidung für den in Bern geborenen Italiener kam für viele überraschend.
Doch Gorenzel erklärte: „Ich habe mich intensiv auf dem Trainermarkt umgeschaut“. Vor allem das Einfühlungsvermögen des neuen Trainers und seine Erfolge als Spieler und Trainer hätten ihn beeindruckt. Bei Maurizio habe ich sofort gemerkt, wie intensiv er sich mit uns beschäftigt hat. Das hat mich beeindruckt.“ Herr Jacobacci bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und sagt: „Entscheidend wird jetzt sein, die Mannschaft auf dem Platz und ihre Gedanken kennenzulernen, um zu sehen, was passiert ist.“
Probleme der Mannschaft eher im mentalen Bereich
Der neue Cheftrainer sieht die Probleme der Mannschaft weniger im physischen als im mentalen Bereich und macht deutlich, dass es nun seine Aufgabe sei, den Spielern die „notwendigen Utensilien an die Hand zu geben, damit sie am Samstag ihre bestmögliche Leistung abrufen können.“ In Halle hatte Jacobacci die Mannschaft genau unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sie hinten wenig zugelassen habe. „Aber wenn man den Ball hat, muss man auch wissen, was damit zu tun ist. Wir müssen die Umschaltphase so gestalten, dass wir den Gegner in Schwierigkeiten bringen.“
Fußball ist für Jacobacci eine Leidenschaft
Der Kader sei gut aufgestellt und verfüge über eine „gewisse Qualität„. Jacobacci hob dabei Innenverteidiger Jesper Verlaat hervor, der zu Beginn der Saison gute Leistungen gezeigt habe, in Halle aber zu Beginn des Spiels Probleme gehabt hat. „Er hat sich dann gefangen, aber die Verunsicherung konnte man spüren. Wir müssen schauen, dass er wieder zu dem früheren Standing kommt.“ Obwohl sich Jacobacci selbst als Taktikfreak bezeichnet, liegt sein Hauptaugenmerk zunächst nicht auf der Taktik. Er möchte in der kurzen Zeit, die ihm zur Verfügung steht, einfache Muster einführen, die die Mannschaft bereits am Samstag umsetzen kann.
Zu viele Änderungen könnten für Verwirrung sorgen und die Spieler eher belasten als helfen. Obwohl Jacobacci mit der Eleganz eines Italieners auftritt, ist er eher ein Mann der Tat. Seine Philosophie ist es, ein leidenschaftlicher und emotionaler Trainer auf Augenhöhe mit den Spielern zu sein und akribisch daran zu arbeiten, das bestmögliche System für die Mannschaft zu finden. Für ihn ist Fußball nicht nur ein Job, sondern eine Leidenschaft, die man genießen und mit der man Spaß haben muss, um erfolgreich zu sein.



1 Kommentar
Sachlich, fair und direkt über die 3. Liga diskutieren.
Auf jedenfall kommt er sehr Sympathisch herüber und seine Fähigkeiten werden wir in den nächsten Wochen erfahren !