Mit Luca Unbehaun holt Hansa Rostock einen Torhüter an die Ostsee, der trotz seines noch jungen Alters längst kein Projekt mehr ist. Der Bochumer bringt nicht nur solide Profi-Erfahrung aus Deutschland und den Niederlanden mit, sondern auch eine Ausbildung, die im deutschen Nachwuchsfußball zu den renommiertesten zählt. In Rostock soll er nun mehr sein als nur ein Neuzugang. Er soll sofort Wirkung entfalten.
Ein Keeper mit Rhythmus, Reife und Spielidee
Hansa setzt im Tor auf einen Spieler, der den modernen Anspruch an seine Position verinnerlicht hat. Luca Unbehaun kommt mit der Erfahrung aus mehreren Leistungsebenen, mit einem klaren Profil und mit dem Ruf, verlässlich zu liefern. Zuletzt war der 1,87 Meter große Rechtsfuß beim FC Emmen zwei Jahre lang die feste Größe zwischen den Pfosten. In 69 Partien der niederländischen 2. Liga gehörte er konstant zu den prägenden Figuren seiner Mannschaft.
Gerade diese Phase dürfte für Rostock besonders interessant gewesen sein. Unbehaun war dort nicht nur regelmäßig im Einsatz, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg belastbar, präsent und stabil. Für einen Torhüter ist genau das oft entscheidender als ein kurzer Formhochlauf.
Der Weg führte über Bochum und Dortmund
Seine ersten fußballerischen Schritte machte Unbehaun beim VfL Bochum, bevor 2016 der Wechsel ins Nachwuchsleistungszentrum von Borussia Dortmund folgte. Beim BVB entwickelte er sich durch sämtliche Juniorenteams und sammelte dort früh Titel und Auszeichnungen. 2018 gewann er mit Dortmund die Deutsche B Junioren Meisterschaft, ein Jahr später folgte der Titel bei den A Junioren.
Dass sein Name in dieser Phase bundesweit Gewicht bekam, lag nicht nur an den Erfolgen mit der Mannschaft. In der Saison 2018/19 wurde Unbehaun mit der Fritz Walter Medaille geehrt, also mit einer der wichtigsten Auszeichnungen im deutschen Nachwuchsfußball. Dazu kamen 13 Einsätze in der UEFA Youth League sowie Auftritte in verschiedenen U Nationalteams des DFB.
Der Schritt in den Männerfußball
Im Sommer 2019 erhielt der Torwart in Dortmund seinen ersten Profivertrag und rückte in den erweiterten Kader des Bundesligisten auf. Den eigentlichen Wert für seinen weiteren Weg sammelte er jedoch vor allem im Herrenbereich der zweiten Mannschaft. Für Borussia Dortmund II bestritt Unbehaun 31 Pflichtspiele in der Regionalliga West. 2021 stand am Ende nicht nur die Meisterschaft, sondern auch der Aufstieg in die 3. Liga.
Auch dort blieb er kein Randspieler. In der 3. Liga kamen weitere 27 Einsätze hinzu. Es war die Phase, in der aus dem hoch dekorierten Nachwuchstorwart zunehmend ein Profi mit belastbarem Erfahrungskern wurde.
Über Verl nach Emmen, jetzt folgt Rostock
Nach dem Ende seiner Dortmunder Zeit zog es Unbehaun zunächst zum SC Verl. In der Saison 2023/24 absolvierte er 33 Pflichtspiele in der 3. Liga und bewies erneut, dass er auch unter Wettbewerbsdruck eine verlässliche Lösung sein kann. Anschließend folgte der Wechsel zum FC Emmen, wo er sich schnell als Nummer eins etablierte und seine Entwicklung noch einmal auf ein neues Niveau hob.
Für Hansa ist das Gesamtpaket offensichtlich der entscheidende Punkt. Sportdirektor Amir Shapourzadeh beschreibt Unbehaun als Torhüter mit Ausbildung auf höchstem Niveau, starkem Spielverständnis und hoher Entscheidungsqualität. Besonders seine Präsenz im Strafraum, die Qualität in der Spieleröffnung und sein Raumgefühl hebt der Klub hervor. Hinzu komme, so Shapourzadeh, eine Mischung aus Explosivität, Reaktionsschnelligkeit und echter „Gewinnermentalität„, die ihn für eine tragende Rolle interessant mache.
Klare Signale vor dem Neustart
Auch Unbehaun selbst spricht auffällig deutlich über den Wechsel. Die Gespräche mit Hansa seien von Beginn an „klar und überzeugend“ gewesen, sagt der Keeper. Genau dieses Gefühl, dass in Rostock etwas entstehen könne und er dabei sportlich wachsen, aber zugleich Verantwortung übernehmen solle, habe ihn früh abgeholt. Dass er die Atmosphäre bereits mitdenkt, ist ebenfalls kein Nebenaspekt. Unbehaun spricht von der Vorfreude auf die Fans, auf das Stadion und auf die neue Aufgabe. Entscheidend sei jetzt, jeden Tag hart zu arbeiten und alles dafür zu tun, dass die Mannschaft erfolgreich ist. Der Ton ist sachlich, aber klar. Es geht nicht um Anlaufzeit, sondern um Anspruch.
Rostock verpflichtet damit keinen lauten Namen, wohl aber einen Torhüter mit sauberem Entwicklungsweg, Substanz und Spielpraxis. Genau solche Transfers entscheiden oft darüber, ob ein Kader nur ergänzt oder wirklich stabilisiert wird. Bei Unbehaun setzt Hansa sichtbar auf die zweite Variante.
