DFB-Pokal: Drei Drittligisten im Free-TV – Derby mit besonderer Brisanz

Für mehrere Drittligisten wird die erste Runde des DFB-Pokals zum frühen Höhepunkt der Saison. Hansa Rostock, der 1. FC Saarbrücken und Aufsteiger Würzburger Kickers erhalten eine bundesweite Bühne im frei empfangbaren Fernsehen. Neben dem sportlichen Reiz geht es für die unterklassigen Vereine um erhebliche Einnahmen und möglicherweise schon ab Runde zwei um Entscheidungen mit Video-Unterstützung.

Drei Drittligisten erhalten die große TV-Bühne

Der Großteil der 32 Erstrundenpartien wird zwischen Freitag, 21. August, und Montag, 24. August, ausgetragen. Nur Borussia Dortmund und der FC Bayern München treten später an. Wegen des Franz-Beckenbauer-Supercups am 22. August wurden ihre Pokalspiele auf den 1. beziehungsweise 2. September verlegt. Sky zeigt sämtliche Begegnungen, sechs davon sind zusätzlich im Free-TV zu sehen. 

Den Anfang macht Hansa Rostock am Freitag um 20.45 Uhr gegen den VfB Stuttgart im ZDF. RTL überträgt am Samstag ab 15.30 Uhr das Heimspiel des 1. FC Saarbrücken gegen Hertha BSC und zeigt am Montag um 18 Uhr den Auftritt des 1. FC Köln bei den Würzburger Kickers. Rostock, Saarbrücken und Würzburg gehören in dieser Saison zum Teilnehmerfeld der 3. Liga. 

Ebenfalls frei empfangbar laufen Hallescher FC gegen Schalke 04 am Montag um 20.45 Uhr in der ARD, HEBC Hamburg gegen Borussia Dortmund am 1. September bei RTL und VfL Osnabrück gegen Bayern München am 2. September in der ARD. Beide Nachholspiele beginnen um 20.45 Uhr. 

Mannheim gegen Lautern mit besonderer Vorgeschichte

Bereits zum Auftakt am Freitag um 18 Uhr wartet im Carl-Benz-Stadion eines der emotionalsten Duelle der gesamten Runde. Drittligist Waldhof Mannheim empfängt den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Die Partie wird ausschließlich bei Sky übertragen. Zusätzliche Brisanz erhält die Begegnung durch Terrence Boyd. Der Waldhof-Stürmer trifft erstmals in einem Pflichtspiel im Mannheimer Trikot auf seinen früheren Verein.

An den Zweitliga-Aufstieg mit dem FCK im Jahr 2022 erinnert noch immer der Schriftzug „Lautre“ auf seinem Unterarm. Auch Kaiserslauterns Trainer Torsten Lieberknecht kennt beide Seiten: Während seiner aktiven Laufbahn spielte er sowohl für den FCK als auch für den SV Waldhof. Aufgrund der Rivalität wird das Duell von umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. 

Ein Weiterkommen besitzt großen finanziellen Wert

Wie hoch die Ausschüttungen in der Saison 2026/27 ausfallen, hat der DFB noch nicht abschließend veröffentlicht. Der Verteilungsschlüssel des Vorjahres zeigt jedoch, welche Bedeutung bereits ein einziger Pokalsieg für einen Drittligisten haben kann. 2025/26 erhielt jeder Teilnehmer der ersten Runde 211.886 Euro. Für das Erreichen der zweiten Runde kamen 423.772 Euro hinzu. Damit beliefen sich die garantierten Prämien eines weitergekommenen Vereins bereits auf 635.658 Euro. Im Achtelfinale wurden weitere 847.544 Euro ausgeschüttet, im Viertelfinale 1.695.088 Euro und im Halbfinale 3.390.175 Euro. Der unterlegene Finalist erhielt 2,88 Millionen Euro, der Pokalsieger 4,32 Millionen Euro.

Unterschiedliche Angaben zum früheren VAR-Einsatz

Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur soll der Videoassistent künftig bereits ab der zweiten Pokalrunde eingesetzt werden. Bislang kam die Technik erst vom Achtelfinale an zum Einsatz. Die öffentlich abrufbare Wettbewerbsseite des DFB führte am 18. August allerdings weiterhin die bisherige Regelung auf. Die Neuerung ist vom Verband somit noch nicht auf allen Informationskanälen einheitlich dokumentiert. 

Ebenfalls vorgesehen ist das aus der Bundesliga bekannte Multi-Ball-System. Ersatzbälle liegen dabei an Stationen rund um das Spielfeld bereit und werden von den Spielern selbst aufgenommen. Darüber hinaus startet der Pokal mit einem überarbeiteten Markenauftritt, zu dem neue Bildmarken und eine violette Kontrastfarbe für die digitale Kommunikation gehören. 

Die zweite Runde wird am 5. September im Deutschen Fußballmuseum ausgelost und am 27. sowie 28. Oktober gespielt. Das Finale steigt am 29. Mai 2027 im Berliner Olympiastadion. Für die Drittligisten beginnt der Weg dorthin als Außenseiter, der sportliche, wirtschaftliche und öffentliche Gewinn kann jedoch schon nach dem ersten Erfolg beträchtlich sein.