Start Vereine Hansa Rostock Hansa startet mit Aufstiegsdruck in den Sommer

Hansa startet mit Aufstiegsdruck in den Sommer

Beim FC Hansa Rostock hat die neue Saison nicht mit vorsichtigen Formeln begonnen, sondern mit einer unmissverständlichen Ansage. Noch bevor die ersten intensiven Wochen anrollen, ist der Kurs klar gesetzt: Der Drittligist will zurück in die 2. Bundesliga. Der Auftakt in der Kopernikusstraße wurde damit mehr als ein lockerer Sommerstart, er war das sichtbare Signal für eine Saison unter Erwartungsdruck.

Der Aufstieg ist diesmal kein Nebensatz

Fünf Wochen Sommerpause sind vorbei, seit Sonntagvormittag läuft in Rostock die Mission Wiederaufstieg. Trainer Daniel Brinkmann bat seine Profis bei hochsommerlichen 30 Grad zum ersten Training auf den Platz und eröffnete damit eine Vorbereitung, in der die Zielrichtung diesmal offen ausgesprochen wird.

Im Verein ist längst kein Interesse mehr daran zu spüren, den Anspruch vorsichtig zu verpacken. Aufsichtsratschef Sebastian Eggert hatte zuletzt deutlich gemacht, dass für Hansa nur der Aufstieg als Maßstab taugt. Der Klub sehe sich, was Umfeld und Rahmenbedingungen betrifft, als den Maßstab der Liga, gewissermaßen als deren Klassenprimus. Genau aus dieser Selbstzuschreibung erwächst nun aber auch der Druck, den dritten Anlauf Richtung Zweitklassigkeit tatsächlich erfolgreich zu gestalten.

Brinkmann geht damit offensiv um. Der 40-Jährige ließ keinen Zweifel daran, dass die Mannschaft dieses Ziel kennt. Viel reden wolle man darüber jedoch nicht. Entscheidend seien, wie er es sinngemäß formulierte, nicht wöchentliche Bekenntnisse, sondern sichtbare Taten auf dem Platz.

Viele bekannte Gesichter, fünf Neue und einige offene Fragen

Um 11 Uhr betraten 25 Spieler inklusive vier Torhüter den Trainingsplatz, nachdem an den beiden Tagen zuvor Leistungsdiagnostik und medizinische Untersuchungen absolviert worden waren. Mit dabei waren sämtliche fünf Neuzugänge: die Torhüter Luca Unbehaun vom FC Emmen und Yannic Stein von Union Berlin sowie Florian Bohnert vom SC Bastia, Bernie Lennemann vom 1. FC Köln II und Yannick Michaelis von Borussia Mönchengladbach II.

Dazu bekam auch Nachwuchsspieler Felikss Sprogis seine Chance, sich nach seiner Zeit in der U19 bei den Profis zu zeigen. Ebenfalls im ersten Training vertreten waren Dario Gebuhr, der zuletzt an den Chemnitzer FC verliehen war, sowie Tim Krohn nach seiner Leihe zu Rot Weiß Oberhausen. Auch im Staff hat sich etwas verändert. Brinkmann arbeitete beim Aufgalopp mit den neuen Co-Trainern Yannic Thiel und Adam Susac sowie Torwarttrainer Arvid Rinast, der nach seiner Hochzeit nicht mehr Schenk heißt.

Der Kader steht weitgehend, drei Positionen bleiben auf der Liste

Anders als in den vergangenen Jahren soll der Kader diesmal nicht komplett umgekrempelt werden. Acht Abgängen stehen bislang fünf externe Zugänge gegenüber, außerdem wurde der zuvor ausgeliehene Torjäger Emil Holten fest verpflichtet. Sportchef Amir Shapourzadeh sieht dennoch noch konkreten Bedarf: Gesucht werden weiterhin ein Linksverteidiger, ein offensiver Mittelfeldspieler für die Zehnerrolle und ein Flügelspieler.

Brinkmann wertete den Stand der Dinge bereits als ordentlich. Der Großteil des Kaders sei zu diesem Zeitpunkt zusammen, und genau das dürfte angesichts der vergangenen Umbruchsommer ein wichtiger Faktor sein. Rostock setzt in diesem Jahr erkennbar stärker auf gezielte Nachbesserungen als auf eine größere Erneuerung.

Zwischen Hitze, Belastungssteuerung und Personalien im Wartestand

Nicht alle waren am Sonntag voll eingebunden. Cedric Harenbrock, Lukas Kunze und Rechtsverteidiger Jan Mejdr fehlten. Gerade bei Mejdr ist die Situation klar umrissen: Nach seinem Kreuzbandriss wird er wohl noch bis zum Jahresende ausfallen, schaute aber immerhin als Beobachter vorbei. Bei allen drei Spielern, deren Verträge Ende des Monats auslaufen, ist die Zukunft weiter offen.

Paul Stock und Ahmet Gürleyen arbeiteten überwiegend individuell. Auf dem Platz selbst ging es ohnehin noch nicht um Spektakel. Nach etwas mehr als einer Stunde war die Einheit beendet. Brinkmann zeigte sich dennoch zufrieden, weil es beim ersten Aufgalopp vor allem darum gehe, wieder ein Gefühl für den Ball zu bekommen, Freude auszustrahlen und in den Rhythmus zu finden.

Eine Verlegung der Einheit trotz der Hitze kam für ihn nicht infrage. Der Trainer verwies darauf, dass die aktive Belastung überschaubar gewesen sei. Im Umgang mit den Temperaturen setzt er zugleich auf Professionalität innerhalb der Mannschaft. Sinngemäß machte er klar, dass er nicht den „Papa“ geben werde. Die Spieler müssten selbst verantwortlich mit solchen Bedingungen umgehen, zumal die kommenden Tage intensiv würden.

Der Druck ist da und diesmal soll er produktiv werden

In Rostock beginnt die Saison damit nicht nur unter der Sommersonne, sondern auch unter einem klar formulierten Erwartungshorizont. Der Verein verzichtet auf Schutzbehauptungen, die sportliche Leitung auf Ausweichmanöver, der Trainer auf künstliche Gelassenheit. Genau darin liegt die Besonderheit dieses Starts: Hansa redet nicht mehr um die eigene Favoritenrolle herum. Jetzt muss aus dem Anspruch eine belastbare Mannschaft werden, die den Kurs Richtung 2. Liga diesmal auch über Monate hält.

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