Der FC Hansa Rostock nimmt den nächsten Anlauf auf die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Nach zwei Spielzeiten, in denen die Mannschaft früh wertvollen Boden verlor, soll diesmal bereits vom ersten Spieltag an gepunktet werden. Vor der Partie bei der TSG Hoffenheim II muss Trainer Daniel Brinkmann allerdings um zwei wichtige Offensivkräfte bangen.
Auftakt soll nicht erneut zur Hypothek werden
Am Sonntag um 13.30 Uhr beginnt für Hansa Rostock die dritte Saison in Folge in der 3. Liga. Der Anspruch ist dabei klar: Die Mannschaft soll im Aufstiegsrennen eine entscheidende Rolle übernehmen. Das vom Verein ausgegebene Motto „angreifen“ beschreibt damit nicht nur die gewünschte Spielweise, sondern auch die sportliche Zielsetzung. Gerade der Saisonbeginn besitzt für die Rostocker besondere Bedeutung. In den vergangenen beiden Jahren fand Hansa jeweils nur schwer in den Wettbewerb. Die frühen Punktverluste ließen sich später nicht mehr vollständig ausgleichen und wurden im Kampf um die vorderen Tabellenplätze zur Belastung.
Brinkmann geht nun in seine zweite komplette Vorbereitung als Hansa-Trainer. Dadurch konnte er auf bereits bekannten Abläufen aufbauen. Gleichzeitig wurde der Kader verjüngt und auf mehreren Positionen verändert. Vor allem gegen kompakt verteidigende Mannschaften fehlten in der vergangenen Spielzeit häufig Geschwindigkeit, Durchsetzungsvermögen im direkten Duell und Ideen auf engem Raum.
Dajaku und Kölle sollen linke Seite beleben
Für mehr Dynamik soll unter anderem Leon Dajaku sorgen. Der 25-Jährige bringt Tempo mit, sucht häufig das Eins-gegen-eins und zeigte während der Vorbereitung auch Einsatz in der Arbeit gegen den Ball. Ob der Offensivspieler beim Ligastart zur Verfügung steht, ist jedoch noch unklar. Im Testspiel gegen Borussia Mönchengladbach musste Dajaku wegen Problemen im Bauchmuskelbereich frühzeitig ausgewechselt werden. Auf der linken Außenbahn könnte sich eine bereits erprobte Kombination entwickeln. Dajaku und Neuzugang Niklas Kölle standen schon beim SSV Ulm gemeinsam auf dem Platz.
Während Dajaku offensiv eingesetzt wurde, rückte Kölle von der Außenverteidigerposition nach. Der 26-Jährige soll Hansas Spiel über die linke Seite nicht nur defensiv stabilisieren, sondern auch nach vorn unterstützen. Seine Zahlen aus der Vorsaison unterstreichen diese Rolle: In 32 Drittliga-Einsätzen für Ulm erzielte Kölle drei Treffer und bereitete vier weitere Tore vor.
Fragezeichen hinter Torjäger Holten
Noch schwerer würde ein Ausfall von Emil Holten wiegen. Der Däne war in der vergangenen Saison mit 15 Treffern der erfolgreichste Rostocker Torschütze. Dass er trotz des verpassten Aufstiegs beim Verein geblieben ist, verschafft Hansa weiterhin einen verlässlichen Abschlussstürmer. Holten kämpfte zuletzt allerdings mit kleineren körperlichen Problemen. Zwar absolvierte er bereits wieder Einheiten mit dem Ball, eine Zusage für seinen Einsatz in Hoffenheim gab Brinkmann bislang aber nicht. Damit ist ausgerechnet vor dem ersten Punktspiel offen, ob Hansas wichtigste Offensivspieler gemeinsam auflaufen können.
Für Hansa beginnt die Saison damit zwischen großer Aufbruchsstimmung und bekannten Warnzeichen. Der Kader bietet mehr Tempo und neue Möglichkeiten, doch die angeschlagenen Leistungsträger erschweren die Ausgangslage. Bereits in Hoffenheim wird sich zeigen, ob die Rostocker ihren hohen Anspruch diesmal von Beginn an mit Ergebnissen untermauern können.


