, ,

19.000 Fans erwartet: Polizei mit besonderem Plan für RWE gegen Hansa Rostock

Foto: Waldhof News

Das Duell zwischen Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock beschäftigt am Sonntag nicht nur sportlich die 3. Liga. Wegen der angespannten Vorgeschichte zwischen Teilen der beiden Fanszenen stuft die Essener Polizei die ausverkaufte Partie als Risikospiel ein. Rund um die Hafenstraße und an weiteren Punkten im Stadtgebiet sollen deshalb zusätzliche Einsatzkräfte präsent sein.

19.000 Zuschauer – Polizei verstärkt Präsenz

Wenn um 13:30 Uhr der Ball rollt, werden 19.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion im Stadion an der Hafenstraße erwartet erwartet. Schon deutlich vor dem Anpfiff dürfte die Begegnung für die Sicherheitskräfte beginnen. Die Polizei plant nach eigenen Angaben einen umfangreichen Einsatz und will insbesondere verhindern, dass rivalisierende Gruppen aufeinandertreffen. Polizeisprecher Hendrik Heyer verwies dabei gegenüber dem „RevierSport“ auf das feindschaftliche Verhältnis zwischen Teilen der Fanszenen. Entsprechend sollen zusätzliche Kräfte eingesetzt werden. Dabei beschränkt sich die Strategie nicht auf das unmittelbare Stadionumfeld.

Mobile Einheiten sollen im gesamten Essener Stadtgebiet schnell auf mögliche Zwischenfälle reagieren können. Ein zentraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts ist zudem die konsequente Trennung der Fangruppen während der Anreise. Rostocker Anhänger, die mit der Bahn kommen, sollen bereits am Essener Hauptbahnhof von der Polizei begleitet werden. Dort ist vorgesehen, größere Gruppen aufzuteilen und anschließend in Richtung Stadion zu führen. Mit diesem Vorgehen habe man bei vorherigen Risikospielen gute Erfahrungen gemacht, erklärte Heyer.

Vorjahresbesuch sorgt für besondere Aufmerksamkeit

Dass die Behörden auch Bereiche fernab der Hafenstraße im Blick behalten, hat mit den Erfahrungen aus der Vergangenheit zu tun. Beim Rostocker Gastspiel im September 2025 tauchten etwa 120 gewaltbereite Hansa-Anhänger im Schlosspark Borbeck auf. Nach damaligen Erkenntnissen waren sie offenbar auf der Suche nach Essener Fans. Die Polizei reagierte schnell und sperrte das Gebiet ab, sodass ein direktes Aufeinandertreffen verhindert werden konnte. Besonders brisant war die Situation, weil sich zu diesem Zeitpunkt auch Teilnehmer einer Hochzeitsgesellschaft im Schlosspark befanden.

Auch anreisende Fans in Kleinbussen waren beim vergangenen Duell Gegenstand umfangreicher Kontrollen. Auf der Bottroper Straße überprüften die Beamten insgesamt 44 Fahrzeuge und 248 Personen. Gegen 29 Menschen wurden Platzverweise ausgesprochen. Hinzu kamen zwölf Strafanzeigen. Außerdem stellte die Polizei 51 Gegenstände sicher, darunter sogenannte Passivbewaffnung.

Zugattacke aus dem Jahr 2024 wirkt nach

Die Vorgeschichte zwischen Teilen der beiden Fanszenen reicht noch weiter zurück. Für besonderes Aufsehen sorgte im Oktober 2024 ein Angriff auf einen Sonderzug mit Anhängern von Rot-Weiss Essen. Rostocker Hooligans attackierten den Zug auf offener Strecke unter anderem mit schweren Steinen. Monate später folgte eine groß angelegte Aktion der Bundespolizei. Im Frühjahr 2025 gingen mehr als 450 Beamte zeitgleich in mehreren Städten gegen mutmaßlich Beteiligte vor. Dabei wurden 33 Verdächtige festgenommen.

Fantrennung steht im Mittelpunkt

Für die Sicherheitsbehörden dürfte am Sonntag deshalb vor allem entscheidend sein, mögliche Begegnungen rivalisierender Gruppen bereits im Vorfeld zu verhindern. Die Erfahrungen aus den vergangenen Duellen fließen dabei in die Einsatzplanung ein. Sportlich verspricht das ausverkaufte Aufeinandertreffen zweier Traditionsvereine ohnehin eine besondere Atmosphäre. Abseits des Rasens soll ein großes Polizeiaufgebot dafür sorgen, dass am Ende tatsächlich das Geschehen auf dem Platz im Mittelpunkt steht.

DEINE MEINUNG ZÄHLT

Diskussion eröffnen

Sachlich, fair und direkt über die 3. Liga diskutieren.

0
Noch keine KommentareSei der Erste, der seine Einschätzung teilt.
MITDISKUTIEREN

Kommentar schreiben

Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft.

Erscheint als Vereinsplakette neben deinem Namen.

8–2.500 Zeichen · maximal 2 Links