Schon Stunden vor dem Anpfiff wird das Umfeld des Carl-Benz-Stadions von umfangreichen Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen geprägt sein. Für das DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern am Freitag, 21. August 2026, um 18 Uhr setzt die Polizei auf getrennte Anreisewege, konsequente Kontrollen und ein großes Aufgebot. Das Stadion ist ausverkauft, eine Tageskasse gibt es nicht.
Begegnungen der Fanlager sollen verhindert werden
Der Schwerpunkt des Einsatzkonzepts liegt darauf, größere Gruppen beider Vereine bereits auf dem Weg zum Stadion voneinander fernzuhalten. Das gilt vor allem für die Stunden unmittelbar vor der Partie und für die Abreise nach dem Schlusspfiff. Wie viele Beamte dafür nach Mannheim beordert werden, bleibt aus einsatztaktischen Gründen offen. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden ist jedoch eine umfangreiche Präsenz mit zusätzlicher Ausrüstung vorgesehen.
In die Planungen fließt auch ein, dass es in der ersten Pokalrunde zwingend einen Sieger geben muss. Bei einer Verlängerung oder einem Elfmeterschießen würde sich die Abreise weit in die Abendstunden verschieben. Für diesen Fall stehen zusätzliche Beleuchtungsmöglichkeiten bereit. Verbotene Pyrotechnik soll konsequent verfolgt werden. Auch verspätet eintreffende Zuschauer müssen mit vollständigen Einlasskontrollen rechnen.
Sonderzug und Shuttlebusse für FCK-Anhänger
Rund 3.500 Fans aus Kaiserslautern werden im Gästebereich erwartet. Für Bahnreisende wurde ein Entlastungszug eingerichtet, der um 14.49 Uhr am Kaiserslauterer Hauptbahnhof abfährt und Mannheim planmäßig um 15.38 Uhr erreicht. Am Ausgang in Richtung Lindenhofplatz stehen Shuttlebusse bereit, die die Gästefans direkt zum Stadion und nach der Begegnung wieder zum Hauptbahnhof bringen. Wer mit dem Auto anreist, soll den gesicherten Gästeparkplatz Friedensplatz 2 nutzen. Der Zugang zur Westtribüne erfolgt über den Gartenschauweg. Heimanhängern empfiehlt die Stadt ebenfalls die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Eintrittskarten berechtigen zur kostenlosen Nutzung des VRN-Nahverkehrs; die Straßenbahnlinie 6 und zusätzliche Bahnen fahren in Richtung Stadion. Für Waldhof-Fans, die mit dem Auto kommen, ist der Großparkplatz P20 vorgesehen. Die Stadiontore öffnen um 16 Uhr. Wegen des erwarteten Andrangs und des gleichzeitigen Feierabendverkehrs sollten Besucher ausreichend Zeit einplanen. Menschen ohne Bezug zur Partie werden gebeten, das Gebiet rund um das Carl-Benz-Stadion am Nachmittag möglichst zu meiden.
Eine Rivalität mit jahrzehntelanger Vorgeschichte
Dass das Aufeinandertreffen besonders eng begleitet wird, hängt mit der Geschichte beider Fanszenen zusammen. Obwohl Mannheim und Kaiserslautern nur rund 60 Kilometer voneinander entfernt liegen, entwickelte sich vor allem seit Beginn der Achtzigerjahre eine ausgeprägte Gegnerschaft. Als Waldhof 1983 in die Bundesliga aufstieg, musste der Verein seine Heimspiele vorübergehend im Ludwigshafener Südweststadion austragen. Der Umzug in ein Gebiet, das traditionell auch zum Einzugsbereich des FCK gehörte, verschärfte die sportliche und wirtschaftliche Konkurrenz. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Rivalität wiederholt von gewalttätigen Auseinandersetzungen, Pyrotechnik und Provokationen überschattet.
Wie weit die Feindschaft reichen kann, zeigten besonders geschmacklose Aktionen im Jahr 2019. Damals wurde in Mannheim ein beschmiertes lebendes Schwein ausgesetzt. Später wurden vor dem Südweststadion abgetrennte Schweineköpfe abgelegt. Die Vorfälle gingen weit über eine übliche sportliche Rivalität hinaus. Für den aktuellen Pokalabend sind die Vorgaben deshalb eindeutig: früh anreisen, die vorgesehenen Wege nutzen und Anweisungen von Polizei und Ordnungsdienst befolgen. Die organisatorischen Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass sich die Aufmerksamkeit nach dem Anpfiff auf das sportliche Duell richtet – und nicht auf Zwischenfälle außerhalb des Rasens.


