Rot-Weiss Essen hat einen frühen Rückschlag im Niederrheinpokal nur mit großer Mühe verhindert. Beim Oberligisten SV Sonsbeck verspielte der Drittligist eine Zwei-Tore-Führung und musste über 120 Minuten gehen. Erst in der Verlängerung sorgten die eingewechselten Kräfte für klare Verhältnisse und einen am Ende deutlichen 7:2-Erfolg.
Große Rotation nach dem Havelse-Sieg
Nur vier Tage nach dem 1:0 in der 3. Liga gegen den TSV Havelse veränderte RWE-Trainer Uwe Koschinat seine Anfangsformation nahezu vollständig. Lediglich Semih Telalovic und Dickson Abiama blieben im Team. Abiama war ursprünglich ebenfalls als Ersatzspieler vorgesehen, rückte wegen des kurzfristigen Ausfalls von Dardari jedoch in die Startelf.
Vor 1.200 Zuschauern warteten schwierige Bedingungen auf die Essener. Dauerregen und ein tiefer Platz machten ein kontrolliertes Spiel kompliziert. Dennoch gelang dem Favoriten ein optimaler Beginn: In der siebten Minute nahm Felix Kostka den Ball an der Strafraumgrenze direkt mit dem linken Fuß und brachte RWE in Führung.
Sonsbeck ließ sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Der Oberligist verteidigte engagiert, hielt die Räume eng und gestattete den Gästen nur wenige klare Abschlüsse. Erst kurz vor der Pause baute Essen den Vorsprung aus. Nach einer starken Einzelaktion von Abiama parierte Sonsbecks Torhüter Paris zunächst, gegen den Nachschuss von Jaka Cuber Potocnik war er jedoch machtlos.
Sonsbeck bestraft Essener Fehler bei ruhenden Bällen
Nach dem Seitenwechsel geriet die Partie für RWE innerhalb weniger Minuten außer Kontrolle. Beide Sonsbecker Treffer entstanden nach Freistößen aus dem Halbfeld – und in beiden Situationen halfen unglückliche Essener Aktionen mit. Zunächst erreichte eine verlängerte Hereingabe Mittelstürmer Binn, der den Ball in der 52. Minute aus kurzer Distanz unter die Latte setzte. Zehn Minuten später köpfte José-Enrique Rios Alonso einen weiteren Freistoß zurück in den gefährlichen Bereich. Cappel nahm die Vorlage auf und stellte auf 2:2.
Essen musste damit nicht nur um den Einzug in die nächste Runde kämpfen, sondern auch personelle Rückschläge verkraften. Torschütze Kostka schied mit Oberschenkelproblemen aus, später konnte auch Swajkowski nicht weiterspielen. Trotz mehrerer guter Gelegenheiten gelang dem Drittligisten in der regulären Spielzeit kein weiterer Treffer. Sonsbecks Schlussmann Paris parierte unter anderem gegen Dominik Janssen, Telalovic und Bazzoli.
Pesch und Janssen entscheiden die Verlängerung
In den zusätzlichen 30 Minuten machte sich schließlich der Qualitäts- und Kräfteunterschied bemerkbar. Nachdem ein Treffer von Abiama wegen einer Abseitsposition nicht anerkannt worden war, brachte der für ihn eingewechselte Pesch die Essener in der 97. Minute erneut nach vorne. Sein Distanzschuss landete platziert im linken Eck. Nur eine Minute später erlief Janssen einen Steilpass von Ekin Celebi und überwand Paris mit einem Lupfer zum 4:2. Damit war der Widerstand des Oberligisten weitgehend gebrochen. Janssen erhöhte nach einer Flanke von Marvin Obuz auf 5:2, ehe Pesch die Schlussphase prägte.
Zunächst verwertete der Joker eine flache Hereingabe von Obuz. Anschließend gelang ihm in der 116. Minute der spektakulärste Treffer des Abends: Nach einer nicht ausreichend geklärten Flanke traf Pesch aus rund 13 Metern per Scherenschuss zum 7:2-Endstand. In nur 24 Einsatzminuten erzielte er damit einen Dreierpack. Für Essen steht der Einzug in die nächste Pokalrunde, die Leistung lieferte Trainer Koschinat jedoch auch mehrere Ansatzpunkte für die weitere Arbeit. Vor allem die Probleme bei gegnerischen Standards und die Verletzungen von Dardari, Kostka und Swajkowski könnten mit Blick auf das Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden am Samstag um 14 Uhr noch Bedeutung bekommen.


