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SVWW glaubt an die Pokalchance gegen Bayer Leverkusen

Der SV Wehen Wiesbaden steht vor einem der Höhepunkte der noch jungen Saison. Am Samstag um 13 Uhr gastiert Bayer 04 Leverkusen zur ersten Hauptrunde des DFB-Pokals in der BRITA Arena. Trotz der klaren Rollenverteilung will sich der Drittligist nicht mit einem achtbaren Auftritt begnügen.

Scherning will den Glauben an die Überraschung stärken

Auf dem Papier spricht vor dem Duell nahezu alles für den Bundesligisten. SVWW-Trainer Daniel Scherning möchte die Partie dennoch nicht bereits vor dem Anpfiff auf einen Kampf um Schadensbegrenzung reduzieren. Der 42-Jährige verwies in der Vorbereitung darauf, dass eine Pokalbegegnung innerhalb von 90 Minuten eine eigene Dynamik entwickeln könne. Als Beispiel nannte Scherning den Lauf von Arminia Bielefeld, das mit großer Emotionalität, Leidenschaft und dem notwendigen Spielglück bis ins Endspiel vorgedrungen war. Mit dieser Erinnerung wollte der Trainer seiner Mannschaft verdeutlichen, welche Möglichkeiten ein einzelnes K.-o.-Spiel bieten kann.

Entscheidend sei allerdings nicht, was im Vorfeld besprochen oder trainiert werde. Der SVWW müsse seine Qualitäten am Samstag auch unter Wettkampfbedingungen auf den Rasen bringen. Gegen die individuell überlegenen Leverkusener dürfte dafür eine nahezu fehlerfreie Vorstellung notwendig sein.

Hercher fällt aus, Hübner macht Fortschritte

Eine personelle Veränderung steht bereits fest: Philipp Hercher kann wegen leichter muskulärer Probleme nicht eingesetzt werden. Bei Florian Hübner zeichnet sich dagegen eine positive Entwicklung ab. Der Innenverteidiger hatte zuletzt aufgrund einer Kapselverletzung im Fuß pausieren müssen und absolvierte inzwischen wieder Teile des Mannschaftstrainings. Abgesehen davon kann Scherning auf seinen vollständigen Kader zurückgreifen. Damit besitzt der Trainer genügend Möglichkeiten, seine Mannschaft auf die besonderen Anforderungen gegen den Bundesligisten einzustellen.

Heimkulisse soll zusätzliche Kräfte freisetzen

Eine wichtige Rolle könnte dabei die Atmosphäre in der BRITA Arena spielen. Scherning erwartet, dass die Kulisse zusätzliche Energie auf seine Spieler überträgt. Wie stark ein großes Pokalspiel das Wiesbadener Stadion elektrisieren kann, habe sich bereits beim früheren Duell mit dem FC Bayern München gezeigt.

Für den SVWW ist die Partie zugleich der Lohn für den Gewinn des Hessenpokals. Die Qualifikation für die DFB-Pokal-Hauptrunde war in der vergangenen Saison ein erklärtes Ziel. Nun erhält die Mannschaft die seltene Gelegenheit, sich in einem Pflichtspiel mit einem national und international etablierten Spitzenklub zu messen.

Wiesbaden will nicht nur mithalten

Scherning macht aus der Außenseiterrolle keinen Hehl. Um Leverkusen ernsthaft in Gefahr zu bringen, benötige sein Team eine außergewöhnlich gute Leistung und günstige Momente im Spielverlauf. An der grundsätzlichen Zielsetzung ändert das für den Trainer jedoch nichts: Wiesbaden tritt an, um die zweite Runde zu erreichen.

Der Pokalmittag bietet dem Drittligisten damit nicht nur eine große Bühne, sondern auch die Chance auf eine sportliche Überraschung. Je länger der SVWW die Begegnung offenhält, desto wichtiger könnten die Unterstützung von den Rängen und der Glaube an die eigene Möglichkeit werden.