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Pokal-Coup an der Hafenstraße: Rot-Weiss Essen schlägt St. Pauli

Rot-Weiss Essen hat für eine der ersten Überraschungen im DFB-Pokal 2026/27 gesorgt. Der Drittligist bezwang den FC St. Pauli an der ausverkauften Hafenstraße mit 2:0 und zog verdient in die zweite Runde ein. Während RWE seine Möglichkeiten konsequent nutzte, scheiterte der Zweitligist an einer fehlerhaften Defensive und der eigenen Chancenverwertung.

Janssen belohnt Essens mutigen Auftritt

Die Mannschaft von Rot-Weiss Essen ließ sich vom Klassenunterschied nicht beeindrucken. RWE begann aufmerksam, setzte St. Pauli früh unter Druck und war in der Anfangsphase das aktivere Team. Der Zweitligist benötigte rund eine Viertelstunde, um selbst gefährlich vor das Essener Tor zu kommen. Anschließend boten sich den Gästen allerdings mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Vor allem Martijn Kaars hätte die Partie zugunsten der Hamburger lenken können. In der 19. Minute erreichte ihn eine Hereingabe von Arkadiusz Pyrka nicht optimal, dennoch kam der Angreifer aus kürzester Distanz zum Abschluss und setzte den Ball über das Tor.

Auch nach einem missglückten Klärungsversuch von RWE-Torhüter Jakob Golz blieb Kaars ohne Erfolg. Der Niederländer schoss aus aussichtsreicher Position erneut deutlich über das Gehäuse. Essen bestrafte die ausgelassenen Chancen. Marvin Obuz brachte den Ball in der 36. Minute an den zweiten Pfosten, wo Marek Janssen von der Hamburger Hintermannschaft nicht ausreichend bewacht wurde. Der Essener köpfte zur 1:0-Führung ein. Kurz vor der Pause verhinderte Golz gegen Kaars den möglichen Ausgleich.

Telalovic nutzt den nächsten Abwehrfehler

St. Paulis Trainer Marcel Rapp hatte zunächst auf Veränderungen verzichtet. Der 47-Jährige schickte dieselbe Startformation auf den Platz, die zuvor gegen Greuther Fürth und Holstein Kiel jeweils unentschieden gespielt hatte. Auch zur Halbzeit nahm Rapp keinen Wechsel vor. Wenige Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Essen. Erneut bekam St. Paulis Abwehr eine Hereingabe nicht verteidigt. Semir Telalovic nutzte die ungeordnete Situation im Fünfmeterraum und traf in der 53. Minute zum 2:0.

Spätestens mit dem zweiten Treffer entwickelte sich das Pokalspiel zu einem Abend nach dem Geschmack der Essener Anhänger. RWE verteidigte den Vorsprung konzentriert, während den Gästen offensiv immer weniger einfiel. Rapp reagierte mit mehreren Wechseln. Scott Banks ersetzte Joel Fujita, später kamen Eric Smith und Ricky-Jade Jones für Mathias Rasmussen und Taichi Hara. Eine entscheidende Wende brachte das jedoch nicht. Klare Torchancen blieben im zweiten Durchgang weitgehend aus.

RWE zieht weiter – Fehlstart für St. Pauli

Für Rot-Weiss Essen bedeutet der Erfolg nicht nur den Einzug in die zweite Pokalrunde, sondern auch einen wichtigen sportlichen Achtungserfolg gegen einen höherklassigen Gegner. Die Essener überzeugten vor allem durch Effizienz und nutzten die Abstimmungsprobleme in der Hamburger Defensive konsequent. Beim FC St. Pauli verschärft das frühe Ausscheiden dagegen den Druck. Nach den beiden Unentschieden zum Auftakt der Zweitliga-Saison wartet Rapp weiterhin auf seinen ersten Pflichtspielsieg als Trainer des Bundesliga-Absteigers. In der vergangenen Spielzeit hatte St. Pauli noch das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht.

Am Sonntag, 30. August, empfängt der Zweitligist den 1. FC Kaiserslautern am Millerntor. RWE kann sich unterdessen über den gelungenen Pokalabend freuen und gespannt auf die Auslosung der nächsten Runde blicken.